14.06.2012 - 00:00 Uhr
Oberpfalz

Auerbacher Streetstyle Soccers gewinnen WE-Cup in Berlin - Multikulti mit 30 Nationen Integration, die super funktioniert

"Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin". Das ist der Schlachtruf der Fans im DFB-Pokal. Alle wollen sie zum Finale in die Bundeshauptstadt. Vielleicht war dieser Schlachtruf auch in den Hinterköpfen der Auerbacher Streetstyle Soccers als sie vergangenen Freitag zum WE-Cup - einem Integrationsprojekt - nach Berlin fuhren (wir berichteten). Gut gebrüllt Löwe: Sie kamen mit dem Pokal zurück.

Mannschaftsfoto der Street Style Soccers mit dem ersehnten Pokal. Von links: Selim Kocak, Mutlu Kocak, Yasar Seftali, Fatih Karacali; unten links: Francesco Stagliano und Fadi Saad. Bild: kek
von Autor KEKProfil

Mutlu Kocak aus Auerbach, der Sprecher der Streetstyle Soccers, freut sich über den Pokalsieg und vor allem dass man zusammen mit dem populären Streetworker und Buchautoren Fadi Saad, dem Quartiermanagement Moabit Ost und der Berliner Polizei als Veranstalter des Hobby-Fußballturniers zusammen mit zwölf Mannschaften aufgetreten ist. Der Pokal ist aber nicht das Wichtigste.

Verschiedene Schichten

Kocak liegt mehr daran, den Sinn und Zweck des WE-Cups herauszustellen, der vor zwei Jahren auch in Auerbach am Schulsportplatz stattgefunden hat: "Es geht um die Förderung des Gemeinschaftsgefühls, das Zusammenkommen der verschiedensten Leute aus verschiedenen Schichten, um interkulturelle und auch religiöse Begegnungen und Gespräche". Auch um ungewöhnliche: "Wo hat man das sonst, wenn die Jugendlichen gegen die Polizei antreten und Fußball spielen?", so Kocak. Mindestens 30 Nationen seien beim WE-Cup in Berlin mit dabei gewesen. "Dass wir aus Bayern kommen und auch noch das Turnier gewonnen haben, hat für große Aufregung gesorgt".
"Es wird immer so viel davon erzählt, dass Multikulti gescheitert wäre, aber es lebt und wird mit solchen Projekten auch immer am Leben bleiben": Davon ist Kocak überzeugt. Alle Leute, die bei dem Turnier vor Ort waren, seien ein lebhaftes Beispiel dafür, das Multikulti eine Bereicherung sei. "Von oben herabschauend negativ über Multikulti reden bringt nichts", sagt Kocak, "allein wenn man sich in die Menge begibt und man zwischendrin ist, hat man schon etwas dafür getan". Deswegen sollte jeder solche Projekt unterstützten, denn es "geht nicht um eine gewisse Interessensgruppe oder einen Verein, nicht nur um dich und mich, sondern um jeden".

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