26.01.2017 - 20:00 Uhr
Oberpfalz

Bürgermeister Joachim Neuß gibt Überblick der Projekte, die 2017 anstehen Bautrupps kriegen gut zu tun

Viele Auerbacher kamen am Mittwochabend nicht in die Aula der Grundschule, um die Bürgerversammlung zu verfolgen. Der Rest der Bevölkerung verpasste die Prognose des Rathauschefs zum Modetrend 2017.

Die Michelfelder Straße wird voraussichtlich ab April saniert. Mit fünf Monaten Vollsperrung ist zu rechnen.
von Autor SWTProfil

"Das Schuhwerk in diesem Jahr wird in Auerbach der Gummistiefel sein!", deutete Joachim Neuß viele kommende Bauprojekte in und um Auerbach an. Etwa 50 Bürger aus der Stadt und dem Umland hörten zu, zudem Mandatsträger aus fast allen Stadtratsfraktionen. Die CSU hatte keinen Vertreter geschickt.

Telekom will neu verkabeln

Einige Maßnahmen laufen schon - etwa der Breitbandausbau. Im April soll er im Umland fast komplett abgeschlossen sein. Außerdem will die Telekom heuer auch das Stadtgebiet neu verkabeln und für schnelleres Internet sorgen, hatte Neuß kurz vor der Versammlung erfahren.

Gearbeitet wird auch bereits an der Generalsanierung des Kindergartens. Bis zu den Sommerferien will man hier fertig sein, damit dann die Kinder und ihre Betreuer wieder einziehen können. Zu den Kosten von 1,8 Millionen erwartet die Stadt 800 000 Euro Fördermittel.

Der Wohnmobilstellplatz stehe ebenfalls noch in diesem Jahr zur Verfügung. Dafür werden 300 000 Euro ausgegeben, die zur Hälfte durch Zuschüsse gedeckt sind. "Ein glücklicher Umstand der zunächst so nicht geplant war", wie Neuß sagte.

Ein großer baulicher Brocken wird die Sanierung der Michelfelder Straße von der Abzweigung Speckbachweg bis zum Kellerberg. Zwei Bauabschnitte sind geplant, der erste von Höhe Netto bis Einfahrt Krankenhausstraße. Diese muss für den Rettungsdienst immer frei bleiben. Der zweite Abschnitt reicht von der Siecheneinfahrt bis Kellerberg. Baubeginn ist für April anvisiert; dauern dürften die Arbeiten - abhängig von der Witterung - rund fünf Monate. Die Straße wird abschnittsweise voll gesperrt werden.

Geld da für Michelfeld

Auf eine fünfmonatige Vollsperrung müssen sich voraussichtlich auch die Michelfelder Bürger einstellen. Am 23. Januar hat das Staatliche Bauamt die Budgetplanungen für dieses Jahr besprochen. Jetzt ist Geld da für den Bereich von der Klostereinfahrt bis zur Bushaltestelle. Zwei Bauabschnitte sind geplant. Das größere und weit aufwendigere Teilstück reicht von der Klostereinfahrt bis Einfahrt Hofmühlweg. Die Stützmauer am Flembach muss komplett erneuert werden. Ob diese Trasse zuerst angepackt wird, ist noch nicht bekannt. Auch der Baubeginn bleibt vorerst offen.

Der Umbau des Rathauses wurde eingeläutet; derzeit wird das Übergangsquartier Ruder vorbereitet. Die Mitarbeiter des Bauhofs widmen sich der Elektroverkabelung. Neuß stellte klar, dass im Rathaus kein "neues Reich" für den Bürgermeister geschaffen werde, sondern eine nach 90 Jahren dringende Generalsanierung anstehe. 1928 war das Gebäude zuletzt umfassend saniert worden.

Der Metalldachstuhl ist stark belastet, muss frei geräumt werden. Behindertengerechte Zugänge, neue Toilettenanlagen, Brandschutzmaßnahmen und die Modernisierung der Räume stehen an. Geringfügig verändert wird der historische Sitzungssaal. Neuß erwähnte am Rande, dass der Denkmalschutz keine Einwände gegen den Umbau hatte: "Da wurde in den vergangenen Jahren schon so viel verhunzt, ihr könnt das machen wie ihr wollt!"

Zwei Jahre Planungen sind vorausgegangen. Ab 1. Juli soll die Verwaltung den Betrieb im Hotel Goldner Löwe aufnehmen. Die voraussichtliche Bauzeit im Rathaus kostet 18 bis 24 Monate. Zu den drei Millionen Euro für die Sanierung dürfte eine Million als Zuschuss fließen.

16 Parzellen schnell weg

Und noch eine Baustelle kommt in Sicht: Der Festplatz wird im Juli baureif. 16 Parzellen waren innerhalb von vier Wochen vergeben - für Bürgermeister Neuß ein Hinweis darauf, dass Bauplätze sehr begehrt sind.

Im Bürgerspital entstehen in diesem Jahr zwölf barrierefreie Wohneinheiten. Seit 31. Dezember steht das Gebäude leer.

Wie sich Einwohnerzahlen und Finanzen Auerbachs entwickeln

Stabile Bevölkerungszahlen, eine gute Einnahmesituation und die Möglichkeit zu investieren: "Wir können in Auerbach noch ganz zufrieden sein", erklärte Bürgermeister Joachim Neuß zur aktuellen Lage in der Stadt.

8939 Einwohner zählte Auerbach am 31. Dezember 2016. 71 Geburten standen im vergangenen Jahr 132 Sterbefälle gegenüber. Eine relativ hohe Zahl von 376 Wegzügen schrieb Neuß der Fluktuation durch die Flüchtlingsbewegung zu. Dagegen stehen 170 Zuzüge.

Finanziell stehe Auerbach gut da. Rund neun Millionen flossen 2016 aus Gewerbesteuer und Einkommensteuer in die Stadtkasse; dazu eine Schlüsselzuweisung von 1,47 Millionen. 2017 erwartet der Kämmerer 5,2 Millionen aus der Gewerbesteuer und 4,3 Millionen Euro aus der Einkommensteuer. "In acht Jahren ist die Gewerbesteuer um 150 Prozent gewachsen", fügte Neuß hinzu

Die Ausgaben im Betriebsaufwand sollen von 5,7 auf heuer 5,6 Millionen Euro sinken. Dagegen dürften die Personalausgaben von 4,4 auf 4,6 Millionen Euro ansteigen. Als Kreisumlage führte Auerbach im Vorjahr 3,7 Millionen Euro ab. Für 2017 sind 3,8 Millionen berechnet.

Die Zuführung zum Vermögenshaushalt soll nach 2,37 mit 2,31 Millionen Euro relativ stabil bleiben. "Geld, dass für die Investitionen gut angelegt sein wird", betonte Neuß. Aber auch Schulden werden getilgt. Seit 2009 fiel der Schuldenstand der Stadt von 18 Millionen auf 14,3 Millionen Euro.

Neue Möglichkeiten eröffnen sich in der Zusammenarbeit mit Pegnitz. Absprachen zwischen kommunalen Einrichtungen wie den Bauhöfen ermöglichten ein kostengünstiges Arbeiten. Die Umsetzung des Radweges von Weidlwang nach Hainbronn sei das beste Beispiel dafür. (swt)

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