06.07.2017 - 11:30 Uhr
Oberpfalz

Dekanatsrat Auerbach nimmt Stellung zur Entscheidung des Bundestags Kritik an der "Ehe für alle"

Auf Widerspruch stößt im Dekanatsrat Auerbach das mehrheitliche Ja im Bundestags zur "Ehe für alle". Die Vertreter der Pfarreien äußern sich dazu in einer Stellungnahme, die allerdings nicht einstimmig zustande kommt.

Franz Eller. Archivbild: Völkl
von Autor SCKProfil

Auerbach/Creußen. Die "Ehe für alle" sorgte für Diskussionsstoff in der Sitzung des Dekanatsrats Auerbach am Dienstagabend in Creußen. Insbesondere Franz Eller, der auch Mitglied im Zentralkomitee der deutschen Katholiken ist, betonte die Wichtigkeit, auf das katholische Verständnis hinzuweisen und deutlich zu machen, dass die Ehe auf der Erfüllung von Voraussetzungen aufbaue.

Eller kritisierte die Art und Weise, wie der Beschluss erwirkt worden sei. Angesichts der Tragweite für die Gesellschaft wäre es aus seiner Sicht angebracht gewesen, bereits im Vorfeld die Kirchen, die Bischofskonferenz und den Ethikrat in den Entscheidungsprozess einzubinden. Dies sei unterlassen worden.

Die Teilnehmer stimmten ihm zu; auch dahingehend, dass der Dekanatsrat seine Stimme erheben solle. Anwesend waren 31 Stimmberechtigte um Dekan Pater Markus Flasinski und den Dekanatsratsvorsitzenden Herbert Appl. Sie beschlossen mit 23 Ja-Stimmen, bei sieben Gegenstimmen und einer Enthaltung, eine Stellungnahme zum Bundestagsbeschluss zu formulieren.

Ohne diskriminieren zu wollen, sei es unerlässlich, das Interesse der Katholiken in die Öffentlichkeit zu tragen. Die Bedeutung der Ehe als Sakrament für den Lebensbund von Frau und Mann zur Gründung einer Familie müsse hervorgehoben werden.

Stellungnahme zur "Ehe für alle"

Wir, die Mitglieder des Dekanatsrates des katholischen Dekanats Auerbach, bedauern die Entscheidung des Deutschen Bundestages vom Freitag, 30. Juni 2017, die "Ehe für alle" gesetzlich einzuführen. Dabei stellen wir mit Nachdruck fest, dass jede Diskriminierung gleichgeschlechtlicher Paare zu verurteilen ist. Nach unserem biblisch-christlichen Verständnis ist jeder Mensch ein Ebenbild Gottes.

Neben dem Ergebnis der Abstimmung gilt unsere Kritik auch der Art und Weise, mit der das Gesetzesvorhaben betrieben wurde. Das unangemessen eilige Vorgehen ließ kaum Raum für eine wirklich ernsthafte parlamentarische Auseinandersetzung zu dieser weitreichenden Fragestellung.

Für unser Gremium ist wichtig festzustellen, dass die Ehe kirchlich-theologisch gesehen, aber auch vor dem verfassungsrechtlichen Hintergrund die Verbindung von Mann und Frau ist. Die Ehe von Mann und Frau, die nicht ohne Grund den besonderen Schutz des Grundgesetzes genießt, beinhaltet eine besondere Dynamik des Lebens, die allein dazu im Stande ist, selbst wieder Leben zu schaffen. Beide, Mann und Frau, finden in der liebevollen Beziehung zueinander. Für diese Beziehung ist ein besonders geschützter Raum wichtig, gerade auch als Keimzelle für unsere Gesellschaft.

Wir sind der Auffassung, dass der Staat deshalb auch weiterhin die Ehe in dieser Form schützen und fördern muss. Wir stellen fest, dass durch die Relativierung des Ehebegriffes die christliche Auffassung von Ehe und das staatliche Konzept noch weiter auseinandergehen.

Unser Respekt gilt den 226 Abgeordneten, die sich, vor allem auch unter dem Druck des Verfahrens, mit ihrer Stimme für die Ehe zwischen Mann und Frau eingesetzt haben.

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