18.08.2017 - 20:10 Uhr
Oberpfalz

Diskussion im Auerbacher Stadtrat über Sinn und Zweck der Stadtratssondersitzung Es bleibt bei der Inschrift

Ein deutliches Votum für eine Inschrift auf dem Gedenkstein am Friedhain brachte die Stadtratssitzung. Die Zusammenkunft war auf Antrag von CSU-Stadtrat Herbert Appl von Bürgermeister Joachim Neuß anberaumt worden, bevor dieser seinen Urlaub antrat.

von Autor SCKProfil

Während die Stellungnahmen zum Beschlussvorschlag der Verwaltung zu diesem einzigen öffentlichen Tagesordnungspunkt und die Entscheidung selbst nur wenig Zeit beanspruchten, ergab sich nach der Abstimmung ein kontroverser Meinungsaustausch zur Notwendigkeit dieser Sitzung.

Den Fraktionen wurden in der Anlage zur Einladung erneut die bereits im Juli diskutierten fünf Vorschläge aufgeführt. Dabei standen Sprüche oder Weisheiten wie "Deine Schritte sind verstummt, doch die Spuren Deines Lebens bleiben", "Erinnerungen sind wie Sterne, die tröstend in das Dunkel der Trauer leuchten" oder "Es weht der Wind ein Blatt vom Baum, das eine Blatt, man merkt es kaum. Doch dieses Blatt war Teil von unserem Leben" zur Wahl.

Kein Votum

Es gab aber auch die Zitate "Was man tief in seinem Herzen besitzt, kann man nicht durch den Tod verlieren" von Johann Wolfgang von Goethe und "Der Tod ist kein Untergang, sondern ein Übergang: vom Erdenwanderweg hinein in die Ewigkeit" von Cyprian von Karthago zur Auswahl. Im Juli hatte bereits der Spruch "Es weht der Wind ein Blatt vom Baum, das eine Blatt, man merkt es kaum. Doch dieses Blatt war Teil von unserem Leben" breite Zustimmung gefunden. Ein Votum hatte es damals auf Antrag von Stadtrat Appl nicht gegeben, da die Aussprache zur Inschrift in der Tagesordnung nicht vorgesehen war. Daraus ergab sich die Terminierung zur neuerlichen Stadtratssitzung in dieser Woche.

Vor dem Gremium wandte sich Appl nun als CSU-Fraktionssprecher gänzlich gegen eine Inschrift auf dem Gedenkstein. Er lehnte die Vorschläge hierfür grundsätzlich ab und beantragte, keinen Schriftzug anzubringen, um die im Friedhain Bestatteten nicht in ein Schema zu pressen. Er ging davon aus, dass dies im Sinne derer sei, die anonym begraben werden möchten. Seitens der übrigen Fraktionen gab es hierzu keine Wortmeldungen mehr. Die Entscheidung für die Inschrift gemäß dem Beschlussvorschlag der Verwaltung fiel somit mit 13 zu fünf Stimmen gegen die CSU.

SPD-Sprecher Edmund Goß zeigte sich irritiert über die Sitzung, die bei gutem Willen von allen Seiten hätte unterbleiben können. CUU-Sprecher Johann Kaiser räumte ein, dass eine Entscheidung über die Inschrift auch ohne Beschluss des Stadtrats möglich gewesen wäre und merkte an: "Man kann Recht auslegen, man kann auf Recht pochen!" Auch Holger Eckert (FW/AA) meinte, eine Sitzung in der Sommerpause sei für diesen einen Tagesordnungspunkt nicht erforderlich gewesen und brachte die "Verschwendung von Steuergeldern" ins Gespräch, was 3. Bürgermeister Norbert Gradl an anderer Stelle mit etwa 1000 Euro hochrechnete.

Nicht bequemster Weg

Eckert (FW/AA) bemängelte die Belastung der Verwaltung. Zudem fehlte ihm ein vernünftiger Alternativvorschlag. Er verwahrte sich gegen Unterstellungen, die Freien Wähler wollten den bequemsten Weg gehen. Man sei zur Sitzung gekommen, dürfe aber das Missfallen verdeutlichen. Dritter Bürgermeister Gradl merkte am Ende an, dass in seinen 33 Jahren Stadtratsmandat sowohl unter Bürgermeister Hanni Haberberger als auch unter Helmut Ott durchaus Entscheidungen auf schnelle, einfache und unbürokratische Art gefällt worden seien. Dem pflichtete CSU-Stadtrat Eugen Eckert nickend bei.

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