19.01.2017 - 13:38 Uhr
Oberpfalz

Landschaftsarchitekt stellt im Stadtrat Gewässerentwicklungskonzept vor Note Drei für die Auer-Bäche

Die gute Nachricht zuerst: 60 Prozent der Fließgewässer in und um Auerbach sind in einem ordentlichen Zustand. Aber der lässt sich durchaus noch verbessern.

Auf dem von Bächen gespeisten Stadtweiher tummeln sich derzeit die Enten beim Eislauf. Für Menschen könnte er durch Stege besser erlebbar werden, schlug der Landschaftsarchitekt Christopher Trepesch im Stadtrat vor. Bild: swt
von Autor SWTProfil

Dieses Ergebnis hatte Christopher Trepesch mitgebracht. Der Landschaftsarchitekt stellte dem Stadtrat am Mittwochabend sein Gewässerentwicklungskonzept vor.

Nach Vorgaben der EU müssen in den nächsten Jahren die "Fließwasserkörper", wie es im Fachjargon heißt, erfasst und möglichst naturnah erhalten werden. Zusammen mit Sulzbach-Rosenberg, Hirschbach und Königstein hat die Stadt Auerbach dieses Konzept im Mai 2015 in Auftrag gegeben.

Auf einer Skala von eins bis sieben wurden die Gewässer bewertet. Insgesamt bekommen die Auerbacher Wasseradern eine Drei. Die Gewässerstruktur ist soweit in Ordnung. 4,5 Prozent der bewerteten Fließgewässer in und um Auerbach sind im Gegensatz zu früher "voll verändert", 8 Prozent sind "voll verrohrt".

Treppenbau für Fische

Für die Zukunft empfiehlt der Experte vor allem Veränderungen an den Querbauwerken. Fischtreppen machten den Weg für die Wasserbewohner frei. Totholz oder Wurzelstöcke bieten Rückzugsmöglichkeiten und sind biologisch durchgängig.

Wenn sie Grund entlang der Bäche erwirbt, hätte die Stadt die Möglichkeit, am Uferstreifen wieder eine Eigendynamik der Natur zuzulassen. Am Stadtweiher schlägt der Architekt eine Kombination von Erlebbarkeit für den Menschen - zum Beispiel durch Stege - und speziellen Pflanzungen vor, die einer Verschlammung entgegen wirken.

Trepesch erinnerte an das Projekt "Boden-ständig" in Hagenohe, das die Erosionsproblematik aufgreift. Hier könne bereichsübergreifend gearbeitet werden. Planungen für einen Hochwasserschutz in Michelfeld seitens des Wasserwirtschaftsamtes beschäftigen sich ebenso mit der naturnahen Gestaltung der Fließgewässer.

Die Stadträte zeigten sich beeindruckt von der Präsentation. Bürgermeister Joachim Neuß sah Auerbach auf dem richtigen Weg. Die Planungen für den Bereich Stadtweiher und Stadtpark würden diese Vorschläge berücksichtigen. Neuß betonte auch, dass alle Projekte in Absprache mit den beteiligten Interessengruppen - Sportangler, Naturfreunde oder der Landesbund für Vogelschutz bearbeitet würden.

Jedes Jahr 20 000 Euro

Alle Stadträte hoben am Ende die Hand zum Beschluss, künftig jährlich 20 000 Euro für Maßnahmen an den Gewässern in den Haushalt einzustellen. (Mehr zum Thema)

Wasserscheide

Auerbach liegt oberhalb der europäischen Wasserscheide. Deshalb gehören ihre Bäche zum Einzugsbereich des Rheins, der in die Nordsee mündet. Wasser aus Königstein, Sulzbach und Hirschbach dagegen fließt über die Donau dem Schwarze Meer zu. (swt)

Bäche teils aus der Ära des Bergbaus

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