17.05.2018 - 17:08 Uhr
Oberpfalz

Nur ein einziger Bewerber beteiligt sich an der Ausschreibung für die Bachgasse 950 000-Euro-Projekt zieht nicht

Handwerker-Kapazitäten sind in Boomzeiten auf dem Bau ein seltenes und deshalb teures Gut. Das bekommt jetzt die Stadt Auerbach zu spüren. Ihre Ausschreibung des Sanierungsprojekts Bachgasse endet mit einem verblüffenden Ergebnis.

von Günther Wedel Kontakt Profil

Für die Sanierung der Bachgasse mit Bräugasse und Stadtschreibergasse hat das Architekturbüro einschließlich Erneuerung der Trinkwasserversorgung 950 000 Euro angesetzt. Bei der jetzt abgeschlossenen öffentlichen Ausschreibung gab nur ein einziges Unternehmen ein Angebot ab, das sich auf mehr als 1,7 Millionen Euro beläuft; rund 80 Prozent mehr als erwartet. Darüber berichtet die Stadt in einer Presseinformation vom Donnerstag.

Vor diesem Hintergrund entschied der Stadtrat, die Ausschreibung aufzuheben und die Maßnahme später - voraussichtlich im nächsten Jahr - auszuführen. Die Verwaltung erörtert bis dahin mit dem Architekturbüro die Gründe für das überhöht erscheinende Angebot und das mangelnde Interesse an diesem Auftrag. Aus den Erkenntnissen soll dann eine neue, attraktivere Ausschreibung resultieren.

Ein ungewöhnlicher Vorgang sei das allerdings nicht, äußert sich die Stadt in ihrer Pressemitteilung: "Wie allgemein bekannt, sind aufgrund der außerordentlich guten Baukonjunktur Handwerker-Kapazitäten derzeit eine begehrte Rarität, was zu einem entsprechenden Kostenauftrieb führt. Dadurch ist die Aufhebung von Ausschreibungen durch die öffentliche Hand zwischenzeitlich praktisch an der Tagesordnung."

Drei neue Bushäuschen

Im Juli 2014 entschied sich der Stadtrat für das Modell eines Wartehäuschens, mit dem die Haltestellen in Auerbach Zug um Zug ausgestattet werden. Heuer sind Sand, Nitzlbuch und Michelfeld-Bahnhof an der Reihe. Die Investition beläuft sich auf 32 000 Euro. Während in Sand und in Michelfeld die Standorte unverändert bleiben, entsteht das Bushäuschen in Nitzlbuch gegenüber des neuen Dorfplatzes.

Das marode Buswartehäuschen in Reichenbach soll verschwinden, beschloss der Stadtrat. Ersetzt wird es vorerst nicht, da hier aktuell keine Schulkinder zusteigen.

Friedhofsauftrag erweitert

Auf dem Friedhof errichtet die Firma Lobinger in den nächsten Wochen ein neues Toilettenhäuschen und gestaltet dessen Umfeld. Der Stadtrat einigte sich am Mittwoch darauf, den Auftrag zu erweitern und, sozusagen in einem Aufwasch, den unteren Teil des Weges vom Zugang Obere Vorstadt zu den Priestergräbern zu sanieren. Das soll zum Preis von 43 000 Euro erledigt werden.

Im Ortsteil Ortlesbrunn plant eine private Investorengruppe eine Freiflächen-Photovoltaikanlage mit 5,5 Megawatt Spitzenleistung zu errichten. Dieses Vorhaben stand schon vor acht Jahren im Raum, wurde dann aber wegen der geänderten Einspeisevergütungen nicht verwirklicht.

Der Satzungsbeschluss für einen Bebauungsplan aus dem Mai 2010 landete in der Schublade. Jetzt holt ihn der Stadtrat wieder hervor, leitet ein Bauleitplanverfahren ein und beauftragte die Verwaltung, einen städtebaulichen Vertrag abzuschließen.

Während der Sanierungsarbeiten am Rathaus stellte das Statikbüro fest, dass beim früheren Einbau des Natursteinsockels die äußere Mauerschale um bis zu 20 Zentimeter geschwächt und der Hohlraum hinter dem Sockel nicht wieder ausgemauert worden ist. Aus Sicht des Statikers bedeutet dies eine erhebliche Beeinträchtigung des Systems, zumal in Teilbereichen auch Wasser hinter den Sockel eintreten könne. Dadurch drohten Feuchteschäden mit der Folge von Schimmelbildung.

Unterm Strich 50 000 Euro

Der Stadtrat stimmte dem Vorschlag zu, das Mauerwerk im Sockelbereich umlaufend zu sanieren und einen neuen Natursteinsockel vorzublenden. Für diese Maßnahme gibt die Stadt 75 000 Euro aus. Bliebe der jetzige Sockel erhalten, entstünde ein erhöhter Putzaufwand von rund 25 000 Euro. Unter dem Strich stehe also eine Kostenmehrung von etwa 50 000 Euro zu Buche, rechnet die Stadt vor.

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