Politiker und Behörden arbeiten am Ausbau der B85 zwischen Auerbach und Pegnitz
Mit drei Streifen viel sicherer

Das Schild wirkt schon etwas marode, die B 85 zwischen Auerbach und der Autobahn ist es nicht. Sie soll aber aus Gründen der Verkehrssicherheit abwechselnd dreistreifig ausgebaut werden. Diese Baumaßnahme erfordert in der Breite zusätzliche 3,50 Meter bis 3,75 Meter pro Fahrtrichtung. Bild: ll
 
Die grenzübergreifende Koalition für den Ausbau der B 85 zwischen Auerbach und Pegnitz (von links): Wolfgang Nierhoff (2. Bürgermeister Pegnitz), MdL Harald Schwartz, MdB Silke Launert, Bürgermeister Joachim Neuß, MdB Alois Karl sowie die Bauamtsleiter Henner Wasmuth (Amberg-Sulzbach) und Kurt Schnabel (Bayreuth). Bild: ll

Eine Jahreszahl, wann der dreistreifige Ausbau der B 85 zwischen Auerbach und der A 9 bei Pegnitz realisiert werden könnte, nimmt keiner der Beteiligten in den Mund. Doch der CSU-Bundestagsabgeordnete Alois Karl ist sich sicher: "Heute haben wir den ersten Schritt dazu gemacht."

Der Auerbacher Bürgermeister Joachim Neuß, Alois Karl und seine Bayreuther Kollegin Silke Launert hatten dazu ins Rathaus eingeladen. Es erschien eine breite Front von Politikern und Vertretern von Behörden, die Unterstützung oder zumindest Wohlwollen für die Idee eines dreistreifigen Ausbaus dieses acht Kilometer langen Bundesstraßen-Abschnitts signalisierten: von Landrat Richard Reisinger und dem Landtagsabgeordneten Harald Schwartz bis hin zu den Leitern der Staatlichen Bauämter Amberg-Sulzbach und Bayreuth, Henner Wasmuth und Kurt Schnabel.

Der Ausbau könnte so erfolgen, dass in jede Fahrtrichtung abwechselnd zwei Teilstücke dreistreifig werden, ähnlich wie zwischen Amberg und Sulzbach-Rosenberg. Das sei angesichts hoher Unfallzahlen ein enormer Gewinn an Verkehrssicherheit, weil es "dem ungesunden Überholdruck entgegenwirkt", wie es Wasmuth formulierte. Ein weiteres Argument: Dieser B85-Abschnitt hat ab der Einmündung der B 470 kurz hinter Auerbach eine über dem Bayern-Durchschnitt von 9000 Fahrzeugen pro 24 Stunden liegende Verkehrsbelastung, nämlich 10 000 Fahrzeuge, davon 800 im Schwerverkehr.

Wie wichtig der Ausbau für Auerbach - "eine Stadt ohne Gleisanschluss" - ist, untermauerte Harald Schwartz mit der Zahl von täglich 1800 Einpendlern. Da die Firma ZF auch viele Pegnitzer beschäftige, was in Stoßzeiten zu sehr dichtem Verkehr auf der Bundesstraße führe, sei den Oberfranken ebenso an dem Projekt gelegen, betonte Wolfgang Nierhoff, der 2. Bürgermeister der Auerbacher Nachbarstadt. Joachim Neuß ergänzte, seine Kommune verbinde damit ein vitales Interesse im Zusammenhang mit der Entwicklung des Industriegebiets Saaß.

Als positive Faktoren für die Bauarbeiten gelten der "nicht sehr extreme Höhenverlauf" (Wasmuth), die vielfach bereits erfolgten Rodungen entlang der Fahrbahn, die eventuell nutzbaren Panzerzonen auf Höhe von Horlach sowie die Tatsache, dass die benötigten Flächen zumeist dem Staatsforst gehören. Schwierigkeiten oder Kostensteigerungen könnten dagegen Biotope, das Wasserschutzgebiet sowie die Fluss- und die Bahnbrücke im B85-Verlauf bereiten.

Nächster Schritt auf dem Weg zur Verwirklichung des Vorhabens: Die Amberg-Sulzbacher Straßenbauer um Abteilungsleiter Stefan Noll erstellen eine Machbarkeitsstudie und berichten demselben Kreis bis Jahresende wieder, wie die Umsetzung - eventuell auch mit vorgezogenen Teilprojekten - aussehen könnte. Die Maßnahme steht nicht im Bundesverkehrswegeplan, erläuterte Alois Karl, "das muss sie aber auch nicht". Dank der sogenannten Pauschalmittel, die der Freistaat vom Bund bekomme und nach eigenem Ermessen einsetzen könne, dürfte die Finanzierung keine unüberwindliche Hürde darstellen. "Es kommt auf das Baurecht an", machte Karl deutlich, wo der Knackpunkt liegen könnte.
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