Stadt Auerbach schließt die letzten Lücken im Industriegebiet Saaß
Jetzt kann ein großer Betrieb kommen

Das Konzept Vitale Vorstadt steht für Bürgermeister Joachim Neuß auf der Agenda der nächsten Jahre.
 
Kurz vor Weihnachten brachte die Stadt zwei noch fehlende Grundstücke im Industriegebiet Saaß in ihren Besitz: "Erst jetzt haben wir endlich freie Hand und können Saaß entsprechenden Interessenten anbieten", sagte Bürgermeister Joachim Neuß der SRZ im Jahresgespräch. Bilder: swt (2)

Nach den Weihnachtsferien ist auch im Auerbacher Rathaus nun wieder der Arbeitsalltag eingekehrt. Für das neue Jahr hat sich die Stadt viel vorgenommen. Bürgermeister Joachim Neuß stand unserer Redaktion Rede und Antwort. Eine Neuigkeit hatte er dabei auch.

Nach seiner Wiederwahl trat Joachim Neuß 2014 die zweite Amtsperiode als Bürgermeister an. Unsere Redaktion fragte ihn sowohl nach seiner Bilanz als auch nach Perspektiven für die Zukunft.

Redaktion: Welches Resümee ziehen Sie nach nunmehr neun Jahren an der Spitze der Stadt?

Joachim Neuß: So kann's weitergehen. Gemeinsam mit dem Stadtrat und der Verwaltung lassen sich die Weichenstellungen für die Verbesserung der Lebensqualität in Auerbach kooperativ gestalten. Jahr für Jahr sind wir in der Lage, rund vier Millionen Euro zu investieren. Seit acht Jahren haben wir keinen Euro Schulden gemacht, sondern jährlich zwischen 600 000 und 900 000 Euro Schulden abgebaut. Wir haben zentrale Aufgaben wie zum Beispiel den Abwasseranschluss für das gesamte Gemeindegebiet komplett fertiggestellt und in keinem Bereich einen Investitionsstau.

Eines möchte ich dabei nicht unerwähnt lassen: Die Realisierung von Projekten dauert oft viele Jahre, und selbst ein Jahrzehnt ist dabei schnell verstrichen. Wir haben in den letzten Jahren so manches auch deshalb vorteilhaft umsetzen können, weil schon unter meinem Vorgänger Helmut Ott die Weichen entsprechend gestellt wurden. Zwei Beispiele: Die Innenstadt-Sanierung war grundlegend vorgeplant und konzeptionell entwickelt, und das Industriegebiet Saaß war im Flächennutzungsplan bereits entwickelt, erste Grundstücke im Besitz der Stadt Auerbach. Für derartige Projekte sind häufig selbst zwei Amtsperioden ein zu kurzer Zeitabschnitt, weshalb es für die Entwicklung einer Stadt wichtig ist, dass in der politischen Arbeit Kontinuität herrscht. Hier sind die Freien Wähler und die SPD mittlerweile seit mehr als 20 Jahren verlässliche Partner, und auch alle anderen Kollegen im Stadtrat arbeiten konstruktiv zum Wohle von Auerbach mit.

Welche Ziele für die laufende Wahlperiode sind erreicht?

2014 war geprägt von unserem Stadtjubiläum, natürlich auch für unser städtisches Team eine große Herausforderung, die aus meiner Sicht hervorragend bewältigt wurde. Darüber hinaus wurden mittlerweile wieder einige Bauprojekte abgeschlossen, andere initiiert. Zum Beispiel: Abschluss der Innenstadtsanierung mit der Kirchstraße, Architekten-Wettbewerb zu Oberer/Unterer Vorstadt, Ortskanalisation Ohrenbach, Dorferneuerung Gunzendorf, Radweg Nasnitz-Weidlwang und Weidlwang-Hainbronn, Neugestaltung Friedhofzugang, Gemeindeverbindungsstraße Gunzendorf-Penzenreuth, Ausbau AS 43 oder Sanierung Hauptstraße Michelfeld. Darüber hinaus haben wir mit der Drehleiter und dem HLF 20 unsere Feuerwehr in Auerbach bestens ausgestattet. Derzeit laufen die Generalsanierung unseres städtischen Kindergartens und der Breitbandausbau in vielen Ortsteilen.

Was waren hier Ihre persönlichen Höhepunkte?

Auf Dauer wird mir sicher der Erwerb des Hotels Goldner Löwe in Erinnerung bleiben, da dies natürlich eher eine ungewöhnliche Aufgabe darstellt und monatelange Planung, Konzeption und Verhandlungen mit sich gebracht hat. Ich stehe hinter dieser Lösung und danke dem Stadtrat, dass er dies einmütig mitgetragen hat. Damit haben wir genau zum passenden Zeitpunkt eine optimale Interimslösung für unser Rathaus gefunden, wenn dieses in den nächsten zwei Jahren saniert wird.

Eine der wichtigsten Weichenstellungen für die Stadt Auerbach ist uns vor wenigen Wochen am 21. Dezember gelungen, und trotz der immensen Bedeutung für die künftige Entwicklung von Auerbach ist dies der Öffentlichkeit fast gänzlich verborgen geblieben: Nach stetigem Bemühen - man könnte auch langem Kampf sagen - über mehr als sieben Jahre hinweg konnten wir kurz vor Weihnachten die letzten beiden zentralen Grundstücke im Industriegebiet Saaß ersteigern. Wohl den wenigsten Bürgern war klar, dass wir bislang keine großflächige Ansiedlung auf Saaß hätten verwirklichen können, weil uns diese Grundstücke immer behindert hätten. Erst jetzt haben wir endlich freie Hand und können Saaß entsprechenden Interessenten anbieten.

An welche Momente aus dieser Zeit denken Sie gerne zurück?

Selbstverständlich gibt es diese, und ich sehe es sogar umgekehrt: Es gibt wenig Momente, an die ich mit Schaudern zurückdenke. Nachhaltige Eindrücke habe ich von vielen Veranstaltungen in unserem Jubiläumsjahr, aber auch von zahlreichen Kooperativen in der Zusammenarbeit mit Bürgern auch im ehrenamtlichen Bereich.

Blick nach vorne: Was steht 2017 oben auf der Liste?

Ab 2017 werden wir ganz erheblich die Bautätigkeiten forcieren und einige Großprojekte umsetzen. Während wir die Generalsanierung unseres Kindergartens beenden, wird der Wohnmobil-Stellplatz errichtet, der Franz-Josef-Strauß-Platz zum Baugebiet erschlossen, der Umbau des Bürgerspitals beginnt, die Michelfelder Straße wird saniert, und natürlich steht die Sanierung des Rathauses ganz oben auf der Prioritätenliste.

Gibt es für die nächsten drei Jahre besondere Vorhaben?

Neben den schon genannten Beispielen planen wir die Generalsanierung unserer Grundschule, die Sanierung von Oberer und Unterer Vorstadt, die Sanierung von Stadtpark und Stadtweiher, die Erschließung weiterer Wohnbauflächen sowie erste Umsetzungen unseres Konzeptes Vitale Vorstadt. Des Weiteren liegt meine Hoffnung darin, dass wir unser Industriegebiet Saaß erschließen werden, um für ein bedeutendes örtliches Unternehmen eine Ansiedlung zu ermöglichen. Mehr kann und will ich dazu derzeit nicht sagen.

Was sind Ihre persönlichen Wünsche als Bürgermeister für 2017 und für die nächsten drei Jahre?

Dass wir unsere Pläne und Vorhaben weiterhin kooperativ und zielgerichtet entwickeln und umsetzen können und im Stadtrat wie in unserem städtischen Team weiterhin jeder Freude am gemeinsamen Entwickeln hat. Es macht einfach Spaß, mit dieser Unterstützung gemeinsam etwas für unsere Stadt zu erreichen.
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