Umland-Wählergruppe verfolgt nicht mehr Interessen der Christsozialen
CSU und CUU lösen Pakt auf

Die Treue zur Partei honoriert der CSU-Ortsverband mit der Ehrung seiner Jubilare. Von links Hans Kormann, Richard Lehner, Landrat Richard Reisinger, Erich Höllerer, Helmut Kormann, Martin Höller, Claus Riede, Anni Kormann, Vorsitzender Bernhard Hinteregger und Eugen Eckert. Bild: cs

Die Wege der Christlichen Umland-Union und der Auerbacher CSU trennen sich. Daran lässt bei der Jahreshauptversammlung der Christsozialen niemand einen Zweifel. Einer Frage soll allerdings noch nachgegangen werden.

Fakt sei, dass die Christliche Umland-Union (CUU) nicht mehr zur CSU gehöre, stellte der CSU-Ortsvorsitzende Bernhard Hinteregger fest. Ein Gespräch mit der Wählergruppe habe gezeigt, dass sie nicht mehr die Interessen der CSU Auerbach vertrete. Helmut Kormann hakte nach, dass der Michelfelder CSU-Vorsitzende Hans Kaiser zugleich ein Stadtratsmandat für die CUU bekleidet. Hinteregger dazu: "Wir gehen dieser Frage nach."

Vier Parteiaustritte

Verlassen hätten die CSU auch vier Mitglieder, die zur Begründung anführten, sie seien nicht mehr einverstanden mit der Politik der Schwarzen in Bund und Land. Ein Wohnortwechsel kam hinzu. Dem stehe ein Neueintritt gegenüber, so dass sich ein aktueller Stand von 85 ergebe.

"Mit Begeisterung aufgenommen wurde das Angebot der Kirchturmbesteigung mit Anton Lord im Rahmen des Ferienprogramms", rief der Vorsitzende im Rückblick auf die Aktionen des Vorjahres in Erinnerung. Dem zweiten Oktoberfest soll heuer ein weiteres folgen. Das Verteilen von Sonnencreme an Mütter am Freibad und Bälle an den Nachwuchs gehörte ebenso zum Wahlkampf wie Infostände. "Die Menschen haben uns zugetragen, was nicht passt", fasste der Vorsitzende die erste Bürgerversammlung der CSU zusammen.

Landrat Richard Reisinger schrieb es dem ausgeschiedenen Ministerpräsidenten Horst Seehofer zu, dass die Generalsanierung der Klosteranlage in Michelfeld auf den Weg gebracht werden könne. Zwar tue sich noch eine Finanzierungslücke auf, aber sie werde schon kleiner.

Den Vermögens- und Verwaltungshaushalt bezifferte er auf 122 Millionen, wenn ihn der Kreisausschuss billige. Viel Geld müsse in die Hand genommen werden, um die Schulen auf Vordermann zu bringen. Als CSU müsse man auch das notwendige Augenmaß vor einer Akademisierung anwenden und dafür sorgen, dass das Handwerk geschätzt werde.

150 000 Euro seien noch offen aus der Sanierung der Straße zwischen Ohrenbach und Gunzendorf. Seiner traditionellen Verpflichtung gegenüber der Realschule Auerbach komme der Landkreis heuer mit 980 000 Euro nach. Trotz eines schwierigen Umfelds sollten die beiden Krankenhäuser in Sulzbach-Rosenberg und Auerbach erhalten bleiben.

Zuversichtlich gab sich Reisinger für die Integration von Flüchtlingen dank vieler ehrenamtlicher Kräfte, auch in Auerbach. Um die 1000 Flüchtlinge finden derzeit Aufnahme im Landkreis, antwortete der Landrat auf die Frage von Heribert Sier. Diese "Duldungssituation" sei möglich, so lange keine weiteren Asylbewerber im Freistaat ankommen.

Appl-Grußwort bei CUU

Die Neuverschuldung der Stadt im Haushalt 2018, in den letzten Jahren kein Thema, führte CSU-Fraktionsvorsitzender Herbert Appl mit Blick auf die Arbeit im Stadtrat auf die Erschließung des Gewerbegebietes Saaß zurück. "Unsere Wege haben sich getrennt", sagte er im Blick auf die CUU. Deren Einladung zum 40-jährigen Jubiläum werde er aber folgen und ein Grußwort sprechen. "Breitband muss die Nummer eins sein", forderte Appl. Das Umland höre seit Jahren Versprechen, dass es eine Lösung gebe und werde dann von Jahr zu Jahr vertröstet. "Grenzwertig" umschrieb er es, wie die Verwaltung die Digitalisierung der Grundschule angehe.

Der Frage von Eugen Eckert nach der Abschaffung der Straßenausbaubeitragssatzung hielt der Landrat entgegen: "Für die Bürger wird es komfortabel. Sie werden auch bald kapieren, dass sie laut trommeln müssen, sonst wird es nie neue Straßen geben." Der Stadtrat werde vielen Forderungen ausgesetzt sein.

Josef Lederer liegt eine Zulassungsstelle in Auerbach am Herzen: "Wie lange müssen wir noch nach Amberg fahren?" Da machte ihm der Landrat keine Hoffnungen. Im Normalfall suche der Autobesitzer im Durchschnitt alle sechs Jahre die Zulassungsstelle auf: "Das ist zumutbar."

Ehrungen45 Jahre Mitgliedschaft: Richard Lehner, Claus Riede

40 Jahre: Hans Kormann

35 Jahre: Eugen Eckert, Anni Kormann, Helmut Kormann, Martin Höller

Nachgereicht werden die Urkunden für langjährige Zugehörigkeit an Siegfried Bierl (45 Jahre), Dieter Jasper, Richard Rupprecht (40 Jahre), Wolfgang Wiesneth (35 Jahre), Karin Hofmann (25 Jahre), Helmut Haberberger (20 Jahre), Anni Senft (15 Jahre) und Franziska Sier (10 Jahre). (cs)


Für die Bürger wird es komfortabel. Sie werden auch bald kapieren, dass sie laut trommeln müssen, sonst wird es nie neue Straßen geben.Landrat Richard Reisinger in Sachen Straßenausbaubeiträge
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.