13.03.2018 - 20:00 Uhr

Zuschusszum Abriss wird im Stadtrat kontrovers diskutiert Uneins in Sachen Tennishalle

Drei Anträge von Vereinen, die auf Zuschüsse hoffen, bringen in der jüngsten Sitzung des Auerbacher Stadtrats zwei Erkenntnisse. Schriftlich festgehaltene Förderrichtlinien schützen nicht vor unterschiedlichen Ansichten. Und es ist eine Frist übersehen worden.

von Autor CSProfil

Der Schützenverein Eichenlaub Degelsdorf will für seine Sportler fünf Jacken und fünf Handschuhe zum Preis von 864,50 Euro kaufen. Fünf Prozent der nachgewiesenen Kosten schießt die Stadt dazu; in diesem Fall 43,23 Euro. Zur Feier seines 40-jährigen Bestehens beschenkt sich der Motorsportclub mit zwei neuen Jugendkarts, die ihre acht Jahre alten Vorgänger ablösen sollen. Zu den Gesamtkosten von 8322 Euro genehmigte der Stadtrat 416,10 Euro als Fördermittel. Nicht mehr einer Meinung war der Stadtrat über das Schreiben des Tennisclubs Rot-Weiß vom 21. Januar.

Der Verein hat sich entschlossen, seine von einem Sturm geschädigte Tennishalle abzureißen und wegen der enormen Kosten nicht mehr aufzubauen. Dann wird allerdings Ersatz für den in die Halle integrierten Lagerraum gebraucht. Die Gesamtkosten von 22 925, 35 Euro schließen die Beseitigung von mehreren Büschen ein. Hinzu kommen 4922 Euro für den Ankauf von zwei gebrauchten Lagercontainern mit Frachtkosten.

Aus der Sicht des Kämmerers Michael Bierl decken die Vereinsförderrichtlinien den Abriss bestehender Hallen nicht ab. Dieser Auslegung wollte sich Bürgermeister Joachim Neuß nicht anschließen. Er verwies auf die geplante Errichtung eines neuen Platzes als Allwetterplatz. SPD-Sprecher Edmund Goß sprach sich für eine Kostenbeteiligung bei Abbruch und Containerankauf aus.

Bedenken meldete Bernd Scheller (Grüne) an: "Wenn wir für die Entsorgung von Bäumen und Büschen da noch eine Förderung geben wollen?" Er plädierte dafür, im "Paket" den Abbruch der Halle und den an gleicher Stelle geplanten Allwetterplatz finanziell zu stützen. Die Bereitschaft der CUU, dem Verein unmittelbar unter die Arme zugreifen, galt nur für den Ankauf der beiden Container.

Für die Anwendung des üblichen Fördersatzes setzte sich Aufschwung-Sprecher Holger Eckert angesichts der Sondersituation ein. Bei drei Gegenstimmen - Josef Lehner und Maria Regn (CUU) sowie Bernd Scheller (Grüne) wurde der Zuschusssumme von 1397,37 Euro stattgegeben. Von allen Beteiligten unbemerkt, ist am 31. Dezember 2017 die Gültigkeitsdauer der Vereinsförderrichtlinie abgelaufen.

CSU-Sprecher Herbert Appl machte sich dafür stark, sie in einer kommenden Sitzung zu verlängern und eine Klausel für Fälle wie den des TC Rot-Weiß einzubauen. Bei der Verlängerung stimmte Bürgermeister Joachim Neuß zu. Dass eine vom Stadtrat gesetzte Frist unbemerkt verstreiche, sollte natürlich nicht sein, räumte er ein. Im Grunde sei aber nichts passiert, da jeder Antrag einzeln behandelt werde.

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Nachrichten per WhatsApp