Bergwerksweihnacht auf Maffei
Frostig, aber schön

Heidi Erlwein (links) und Anette Winter waren von Anfang an mit dabei auf Maffei. Ihr Stand mit Tee-Spezialitäten und Lebkuchen fand immer guten Zuspruch. Für Erlwein ist es die letzte Bergwerksweihnacht, sie schließt ihren Tee- und Früchteladen im Januar. "Auch wenn es oft stressig war, es wird mir fehlen", meinte sie.
 
Viele Lichter schufen auf Maffei die Stimmung, die die Bergwerksweihnacht so unvergleichlich macht.

Tausende Lichter erhellten das Maffei-Gelände am Wochenende zur 11. Bergwerksweihnacht. Die Besucher strömten auf das Gelände, um über den Weihnachtsmarkt unter den Fördertürmen zu schlendern.

Nitzlbuch/Auerbach. Viele Auswärtige kamen, aber auch die Auerbacher selbst genossen Bergmannsfeuer, Bratwürste und Süßes. Die kleinen urigen Hütten und Tuchstände waren dicht umlagert, Händler mit ihrem Sortiment aus Holz, Glas oder Metall erfuhren regen Zuspruch. Ein Ehepaar aus Erlangen hatte bereits zur Mittagszeit den langen Weg nach Nitzlbuch auf sich genommen. "Wir kommen gern hierher, das ist ein Markt fernab aller touristischen Attraktionen. Hier ist es so gemütlich."

Ochsengulasch im Kessel


Das Auerochsengulasch brodelte im Kessel, hier holten sich die Besucher ein verspätetes Mittagessen. "Wir sind aus Würzburg und sind hier schon zum dritten Mal", erzählte ein anderes Paar, das auch wegen des Gulaschs ins nordische Dorf gekommen ist. "Dieses Mal bleiben wir über Nacht", berichteten die beiden. Sie haben sich auf der hohen Tanne im gleichnamigen Gasthaus einquartiert, sind von dort zu Fuß bei strahlendem Sonnenschein und klirrender Kälte zur Bergwerksweihnacht gewandert. "Es ist einfach toll hier", schwärmten sie und wärmten sich nach der Mahlzeit mit einem süffigen Bergmannsfeuer auf. Allerortens brannten offene Feuerstellen, an denen das würzige Gebräu gewärmt wurde. Männer in Leuchtjacken schleppten Kessel um Kessel der hochprozentigen Flüssigkeit zu den Verkaufsstellen. Diese wird in der sogenannten "Giftküche" nach einem geheimen Rezept gebraut. Einen herkömmlichen Glühwein suchte man vergeblich. Dafür gabt es heißen Kakao oder weihnachtliche Tees. Heidi Erlwein und Anette Winter sind von Anfang an dabei. Winter bot ihre hausgemachten Lebkuchen und Stollen aus der eigenen Bäckerei an, Erlwein kredenzte zum letzten Mal Tee dazu. Sie schließt ihren Laden im Januar und denkt mit ein bisschen Wehmut an die Zeit danach. "Auch wenn es stressig ist, wird es mir doch fehlen."

Franz und Sissi Mühlbauer aus Lam kamen mit ihren Holzarbeiten ebenso zum wiederholten Male. Sie freuen sich über das "unvergleichliche Ambiente". Franz Mühlbauer fror es ein bisschen, er gab zu: "Es ist doch kälter als erwartet." Der benachbarte Standlbetreiber half ihm mit einem dicken Pullover aus.

Am Stand von Regens Wagner Michelfeld ging ein Probierschnapserl mit Kräutern über den Tresen, feine Holzarbeiten und bunte Gestecke aus der Werkstatt für behinderte Menschen wurden dort angeboten.

Und die Kleinen bekamen ein Holztaferl mit ihrem frisch eingebrannten Namen geschenkt. Liebevolle Geschenke, Kleinigkeiten und nicht zuletzt nette Worte wechselten den Besitzer. Alphornbläser, Posaunen, Kinderstimmen und weihnachtliche Weisen von der Knabenkapelle unterhielten musikalisch die Gäste, Nikolaus und Christkind mischten sich unter die Besucher und beschenkten die Kleinen.

200 Helfer im EinsatzRund 200 Helfer auf und vor dem Gelände sorgten für einen reibungslosen Ablauf. Fredi Weiß, Peter Deiml und Hans Sperber von der Feuerwehrführung des Landkreises überprüften vor der Öffnung des Marktes die Brandsicherheit. Außer Kleinigkeiten gab es kaum etwas zu bemängeln, so ihr Fazit. Viele Ortsfeuerwehren waren abgestellt, um Zufahrten zu überwachen und den Besuchern ein sicheres Geleit zu geben. Vereine standen an den Eingängen, kassierten und ordneten die Besucherströme. BRK und ASV patrouillierten im Nordischen Dorf, sollte es Notfälle geben. Auch die Polizei war vor Ort und sorgte für Sicherheit. Die Mitglieder des Fördervereins Maffeispiele, die dieses Event stemmen, hatten stressige Tage hinter sich. Und doch waren sie alle begeistert bei der Sache. "Es ist einfach unvergleichlich, was hier geleistet wird." Das bestätigte auch Bürgermeister Joachim Neuß bei der Eröffnung des Marktes, er weiß um die außergewöhnliche Wirkung der Bergwerksweihnacht, auch was den Tourismus in Auerbach angehe. Er dankte den vielen Helfern vor und hinter den Kulissen. Am Sonntagabend ging die 11. Bergwerksweihnacht im Schein der Fackeln der Bergmänner zu Ende, nachdem die Pfarrer beider Konfessionen Worte zum Advent gesprochen hatten. (swt)


Wir kommen gern hierher. Das ist ein Markt fernab aller touristischer Attraktionen. Hier ist es so gemütlich.Besucher-Ehepaar aus Erlangen
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