22.09.2017 - 20:00 Uhr
Oberpfalz

Diakon Reck sieht Chance für Laiengremien, neue Seelsorgeverbünde mitzugestalten Kirche soll am Dorf bleiben

Veränderungsprozess "Erzbistum mitgestalten"

Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick hat mit einem Hirtenwort den Startschuss für den Prozess "Erzbistum mitgestalten" gegeben. Damit sollen in der Erzdiözese bis 2022 der Einsatz des pastoralen Personals und die territorialen Strukturen neu geordnet werden.

Schicks Vorgabe lautet, dass - auf der Basis des Personalstands ab 2022 - aus den aktuell 94 Seelsorgebereichen circa 45 zu bilden sind. Darin soll jeweils möglichst ein fünfköpfiges hauptamtliches Team zusammenarbeiten. Diese Teamgröße biete die besten Voraussetzungen dafür, dass Hauptamtliche und Ehrenamtliche sich "mit ihren Charismen und Kompetenzen bestmöglich ergänzen und für die Menschen fruchtbar wirken können". Der Erzbischof verspricht: "In den neuen größeren Seelsorgebereichen können die jetzigen Pfarreien ... weiter bestehen bleiben, werden aber intensiver als bisher zusammenarbeiten müssen. ... Welches Modell der Zusammenarbeit gewählt wird, sollen die Verantwortlichen vor Ort ... entscheiden." Um die Priester von Verwaltungsaufgaben weitestmöglich befreien zu können, sollen laut dem Hirtenwort mehr hauptamtliche Verwaltungskräfte angestellt werden.

Schick verhehlt nicht, dass der Wandlungsprozess Veränderungen bringen werde, "die auch schmerzlich sein können, vor allem was die Gottesdienste angeht". Er hält aber zugleich fest: "Wenn niemand auf seine Gewohnheiten und vermeintlichen Rechte besteht, jeder sich bewegt und kompromissbereit ist, werden alle am Sonntag und den Feiertagen eine Eucharistiefeier, oder wenn das wegen Priestermangels nicht möglich ist, eine Wort-Gottes-Feier in erreichbarer Nähe mitfeiern können." Denn man dürfe die pastoralen Mitarbeiter nicht überfordern. "Ein Priester darf an Sonn- und Feiertagen drei heilige Messen feiern und am Werktag eine; was darüber hinausgeht, überfordert!"

Es werde weiterhin das Prinzip gelten: "Die Kirche soll im Dorf bleiben!" Aber zugleich "muss jeder über den eigenen Kirchturm hinausschauen; nicht alles, was bisher war, muss zukünftig weiterhin an allen Orten sein; wo es aber stattfindet, soll es gut, gehaltvoll und bereichernd getan werden." Die Entscheidungen im Veränderungsprozess sollen im Herbst 2019 in Kraft gesetzt werden. "Bis 2022 sollen sie sich bewähren und festigen."

Als Hauptgrund für die Umorganisation gilt der Personalmangel, vor allem bei den Priestern. Da ein Seelsorgebereich in ländlichen Regionen künftig mindestens 12 000 Katholiken umfassen soll, zeichnen sich auch für den Seelsorgebereich Auerbach Veränderungen ab. Er zählt knapp 10 000 Gläubige. (ll)

Franz-Josef Reck arbeitet in seinem neuen Büro im Michelfelder Pfarrhaus. Er freue sich auf die "große, aber schöne Aufgabe", sagt der 54-Jährige.

Franz-Josef Reck. Bild: eb
von Markus Müller Kontakt Profil

Michelfeld. Der neue Diakon im Seelsorgebereich Auerbach stellte sich bei einer Sitzung des Michelfelder Pfarrgemeinderates vor. Vorsitzender Johannes Lindner wünschte ihm viel Freude bei der Arbeit und ein gutes Miteinander.

Pfarrer Markus Flasinski sprach den anstehenden Umbau der Seelsorge- und Pfarreienverbünde im Erzbistum an. Die schrumpfende Zahl der Priester verlange wohl größere Einheiten. Die genaue Ausgestaltung solle sich in einem bis 2019 laufenden Findungsprozess ergeben. Diakon Reck sah darin auch für die Laiengremien die große Möglichkeit, etwas mitzugestalten, das den zukünftigen Erfordernissen standhalte. Natürlich hätten alle sechs Kirchorte im Seelsorgebereich Auerbach ihre eigene Tradition, aber nach dem Willen des Erzbischofs solle ja gerade gewährleistet sein, "dass die Kirche im Dorf bleibt".

Die Feierlichkeiten zum 200-jährigen Bestehen des Dekanats Auerbach starten am Dienstag, 3. Oktober, mit einem Festival der Schöpfung, zu dem sich die Kindergärten bei Regens Wagner in Michelfeld treffen. Die Pfarrei hat fünf Beiträge zum Jahresprogramm anlässlich dieses Jubiläums gemeldet: das Auszeit-Konzert der Jungen Christen am 9. November, einen Kreuzweg von Horlach nach Nasnitz in der Fastenzeit, zwei Wanderungen auf Schleifen des Michelfelder Kapellenwegs, ab dem 5. November regelmäßige Kirchenführungen mit Luitpold Dietl und am 31. Mai das Pfarrfest, das als "Fest der Begegnung" auch mit Flüchtlingen gefeiert werden soll.

Sehr zufrieden zeigte sich Luitpold Dietl mit der Resonanz der Kirchenführungen zum Tag des offenen Denkmals. Etwa 100 Besucher seien in die Pfarrkirche gekommen, rund 50 in die Friedhofskirche St. Leonhard. Etliche seien aus Franken angereist, einige sogar aus der Gegend um Nabburg.

Rosenkranzandachten werden am 5., 12. und 26. Oktober abgehalten. Sie beginnen jeweils um 18 Uhr. Am 19. Oktober ist in der Pfarrei die Ewige Anbetung. Den Erntedankgottesdienst am Sonntag, 1. Oktober, um 10.30 Uhr gestalten der Kindergarten sowie der Kinder- und Jugendchor mit. Beim Kirchweihgottesdienst am Sonntag, 8. Oktober, um 10.30 Uhr singt der Kirchenchor.

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