Feuerwehr Auerbach feiert Jubiläum 150 Jahre
Kaminkehrer als Geburtshelfer

 
Historische Gruppenaufnahme der Auerbacher Feuerwehr, damals noch in grauen Uniformen.
 

150 Jahre alt wird die Feuerwehr Auerbach in diesem Jahr, und das feiert sie an diesem Wochenende mit einem großen Jubiläumsfest. Doch wie waren die Anfänge?

(swt) Schon viele Jahre vor der offiziellen Gründung der Feuerwehr Auerbach am 29. Juni 1867 gab es Brände und andere Situationen, in denen Bürger Hilfe benötigten. Um diese den Leuten zukommen zu lassen, wurden 1835/36 zwei große fahrbare Löschmaschinen angeschafft. Drei weitere kleinere wurden 1838/39 gekauft. Bei Bränden wurden diese Gerätschaften von Bürgergruppen innerhalb der mittelalterlichen Zünfte, die fest zugewiesene Aufgaben hatten, bedient.

Die Idee

Joseph Merkl, Kaminkehrergeselle, hatte die Idee, eine Feuerwehr in der Stadt Auerbach zu gründen, da er diese Institution auf seinen Reisen kennengelernt hatte. Diese Idee gab er weiter an den königlichen Rentamtmann Huber, der dann letztendlich die Gründung vollzog. Anfangs entschlossen sich 100 Bürger, zu gleichen Teilen in die aktive und die passive Wehr einzutreten. Der erste Feuerwehrwagen für 800 Gulden wurde laut dem Auerbach-Chronisten Joseph Köstler aus dem Erlös von "höchst wertvollen kupfernen Wasserkesseln" finanziert.

Am Gedenktag von Peter und Paul, dem 29. Juni, im Jahr 1867 wurde die Freiwillige Feuerwehr Auerbach gegründet. Die offizielle Eintragung in München erfolgte am 15. August 1867. 1873 schaffte die Feuerwehr die erste Saugdruckspritze der Firma Mechaniker Braun in Bayreuth an. Eine neue Schubleiter folgte 1891. In diesem Jahr wurden die ersten Uniformen aus hellgrauem Leinen durch Uniformen aus dunkelgrauem Tuchjoppen mit roten Aufschlägen und einem schwarz-roten Gurt ersetzt. Jedes Haus in Auerbach war dank der Wasserleitung an die Trinkwasserversorgung angeschlossen. Weiterhin gab es ab 1896 Hydranten, die bei Bränden eine enorme Arbeitserleichterung schafften. Zuvor wurde das Löschwasser aus bestehenden Gewässern oder Brunnen der Stadt entnommen. 1899 trat die Feuerwehr dem Landesfeuerwehrverband bei. Die Feierlichkeiten zum 50. Geburtstag fielen dem Ersten Weltkrieg zum Opfer; sie wurden im Februar 1918 nachgeholt und die letzten drei Gründungsmitglieder für 50-jährige Treue ausgezeichnet: Michael Raum, Georg Bauer und Josef Ibscher.

In einer Niederschrift der Verwaltungsratssitzung vom 20. Januar 1930 wurde bekanntgegeben, dass es "wegen Mangel an Ausrüstung" keine Neuaufnahmen mehr geben werde, außer der Eintretende beschafft sich seine Uniform selbst. Zu dieser Zeit waren 113 aktive und 42 passive Bürger Mitglied der Feuerwehr Auerbach. 1945 erhielt die Wehr ihr erstes Löschgruppenfahrzeug aus dem Lager Bernreuth. Nach dem Zweiten Weltkrieg gelang es der Feuerwehr, sich neu aufzustellen. Dazu beigetragen hat die Sitzung am 31. Mai 1946, die den neuen Kommandanten Franz Gradl und den neuen Vorsitzenden Baptist Lauß hervorbrachte.

Der Kreisfeuerwehrtag

1952 fanden die Feierlichkeiten zur 85-Jahr-Feier statt. Am Festzug nahmen rund 40 Vereine teil, davon allein 27 Feuerwehren. Nach dem finanziell erfolgreichen Fest wurde das Kloster Michelfeld beauftragt, eine neue Fahne anzufertigen. Diese wurde zwei Jahre später mit der Feuerwehr Michelfeld als Paten feierlich gesegnet. 1955 entstand die erste Vereinssatzung.

Da das Feuerwehrauto und die Gerätschaften notdürftig in der Stadt verteilt eingelagert waren und es deshalb zu erheblichen Problemen bei Einsätzen kam, erhielt die Truppe 1964 ihr neues Feuerwehrhaus in der Degelsdorfer Straße. 1965 erwarb man ein neues Tanklöschfahrzeug, in dem auch die ersten Atemschutzgeräte zu finden waren. 1967 wurde das 100-jährige Bestehen und das Zehnjährige des Schützenvereins Alpenrose zusammen gefeiert. Aus dem Erlös dieses Festes schaffte die Feuerwehr einen VW-Kombi an. Ein Jahr später gab es die 22-Meter-Drehleiter. Und nur sieben Jahre danach durfte eine von Xaver Gnan gestiftete 30-Meter-Drehleiter in Betrieb genommen werden. Die Kosten: 350 000 Mark.

(swt) 80 Vereine und Feuerwehren gratulieren am kommenden Wochenende der Feuerwehr Auerbach zu ihrem 150. Geburtstag.

Seit gut eineinhalb Jahren befasst sich der Festausschuss mit der Planung dieses großen Ereignisses. Rund 80 Vereine und Feuerwehren haben sich am Sonntagnachmittag, 21. Mai, zum großen Umzug in der Auerbacher Innenstadt angesagt. Bereits am Sonntagvormittag findet ein Festgottesdienst mit Florianstag in der Pfarrkirche St. Johannes der Täufer statt. Zum gemeinsamen Mittagessen geht es dann ins Festzelt hinter der Helmut-Ott-Halle. Dort gastiert am Samstagabend, 20. Mai, Martina Schwarzmann mit ihrem Programm. Die 1200 Plätze sind seit Wochen ausverkauft. Und am Freitag, 19. Mai, heizt die Band Grögötz Weißbir mit fetziger Musik den Feierlustigen ein.

Fahrzeuge und GerätehausEin Löschgruppenfahrzeug LF 16 mit dem ersten Rettungsspreizer wurde offiziell am 30. Mai 1976 der Wehr übergeben - mit einer Segnung von Pfarrer Johann Ritter und einem Tag der offenen Tür für alle Mitbürger. In der Jahreshauptversammlung 1978 wurde eine neue Vereinssatzung beschlossen und somit der Name in "Freiwillige Feuerwehr Auerbach" geändert. Weiterhin wurde festgelegt, dass nur noch Bürger, die im Stadtgebiet Auerbach wohnen, Mitglied werden durften. Ab dem 29. Januar 1980 gab es in der Bergstadt 18 Funkwecker, die die stille Alarmierung ermöglichten. Zum ersten Einsatz kamen diese am Florianstag 1980 bei einem Brand.

Die Feuerwehren Auerbach, Michelfeld, Nitzlbuch, Nasnitz, Gunzendorf, Zogenreuth, Ranna und Ranzenthal bekamen 1984 eine neue, vom Stadtrat beschlossene Satzung, in der festgeschrieben wurde, dass diese acht Feuerwehren eine öffentliche Einrichtung der Gemeinde sind.

1989 konnte sich die Feuerwehr noch einmal über ein neues Mehrzweckfahrzeug und eine neue Drehleiter mit Rettungskorb freuen, gespendet von Xaver Gnan anlässlich des 675-jährigen Stadtjubiläums. Ein großer Traum erfüllte sich 1992 mit dem neuen Feuerwehrgerätehaus, das inzwischen eine ganze Flotte an Fahrzeugen inklusive Einsatzmotorrad und Einsatzwagen beinhaltet. Prachtstück ist die neue Drehleiter, die 2014 von der Stadt Auerbach angeschafft wurde. Wie die Entwicklung in den vergangenen 150 Jahren zeigt, hat sich die Feuerwehr Auerbach zu einer modernen, gut ausgerüsteten und schlagkräftigen Einheit entwickelt.

Dazu beigetragen haben die Anschaffungen der letzten Jahre. Die Ausbildung gliedert sich breitgefächert. Das beginnt mit der Schulung der Jugend, bei der auf standardisierte Module gesetzt wird. In der aktiven Wehr bilden Gruppenausbildungen und Zugübungen die Grundlage neben Atemschutz- und Maschinistenübungen. (swt)
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