13.09.2017 - 20:00 Uhr
Oberpfalz

Friedhofskirche St. Helena Kleinod aus dem 14. Jahrhundert

Etliche Zuhörer nützten den Tag des offenen Denkmals zum Besuch des ältesten Baudenkmals der Stadt, der Friedhofskirche St. Helena. In einem rund einstündigen Vortrag erwartete sie durch den Auerbacher Chronisten und Heimatforscher Rudolf Weber ein kurzweiliger Streifzug durch die bewegte Geschichte dieses spätgotisch sakralen Kleinods aus dem 14. Jahrhundert.

Das älteste Baudenkmal der Stadt, die Friedhofskirche St. Helena, stand im Mittelpunkt eines rund einstündigen Vortrags des Auerbacher Chronisten und Heimatforschers Rudolf Weber. Bild: cs
von Autor CSProfil

Mit der Verlegung des Friedhofs 1349 vor der Pfarrkirche, der zu klein geworden war, nicht zuletzt wegen der vielen Pestopfer, vor die Tore der Stadt, entstand hier kurz darauf auch eine erste Kapelle. Zwei Steinreliefs aus dieser Zeit sind heute noch im Vorraum zu bestaunen. Die Erweiterung und künstlerische Ausgestaltung fand zum Ende des 16. Jahrhunderts hin statt. "In der Zeit, in der in Auerbach der Kalvinismus dominierte". Von jeher gilt die Heilige Helena, im Kirchlein als Pilgerin dargestellt, als dessen Patronin.

Weber schlug mit dem bedeutenden Ereignis in diesem Jahr, dem Beginn der Reformation fast genau auf den Tag vor 500 Jahren, die Brücke zur Ökumene. Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Anzahl der evangelischen Christen in Auerbach angestiegen. Der damalige Stadtpfarrer Johann Ritter überließ der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde St. Helena von 1946 bis zur Einweihung ihrer Christuskirche 1954 für ihre Gottesdienste. Danach führte das Kirchlein lange Zeit ein Schattendasein und geriet langsam in einen bedenklichen Zustand, der auch Jagdgenossen anrührte. Sie erklärten sich bereit, einen Teil ihrer Jagdpacht zur Verfügung zu stellen, um den Verfall zu verhindern. Aber erst nach der Jahrtausendwende wurde mit den dringend notwendigen Sanierungsmaßnahmen begonnen.

2002 konnte sie - einschließlich neuer Glocken - wieder geweiht und der Öffentlichkeit übergeben werden. Der eigens gegründete Förderkreis, vorneweg mit Jeanette Walter, leistete dabei wertvolle finanzielle Hilfe. "Es ist schön, dass sich immer wieder Personen bereiterklären, sich für St. Helena zu engagieren", so Rudolf Weber, "da alleine nicht viel zu bewirken ist". Dies gelte auch für Pinzigberg-, Gottvaterberg- und Magdalenenkirche, die liebevoll von Mitbürgern erhalten werden.

Auch der berühmte Sohn der Stadt, Dr. Heinrich Stromer, damals bereits in Leipzig sesshaft, blieb nicht unerwähnt. Er galt als Anhänger der Reformation. Mehrmals mussten die Auerbacher die Religion wechseln, aus dem einst katholischen wurde ein kalvinistisches, später dann wieder ein katholisches Kirchlein, in dem die verschiedenen Epochen Renaissance, Gotik und Barock ihre Spuren hinterließen. Ausführlich befasste sich Weber mit der Schönheit und Einzigartigkeit der bemalten flachen, in sechs Felder geteilten Holzdecke, die immer wieder auch bei Experten Beachtung findet. Das Wappen der Stadt, dem Ur, sei Anzeichen für deren finanzielle Beteiligung am Ausbau der Kirche, die sich im Eigentum der Katholischen Kirchenstiftung befindet.

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