Gunzendorf begeht am Wochenende seine Kirchweih
Eigene Pfarrei dank Adalbert und Egilbert

Markus Flasinski, der heutige Dekan in Auerbach, machte schon vor längerer Zeit Bekanntschaft mit Gunzendorf. Anfang der 1990er-Jahre, als dieses Bild entstand, war er als Kaplan für die Pfarrgemeinde zuständig. Bild: eb

Gunzendorf. An diesem Sonntag feiert die Pfarrei Gunzendorf ihre Kirchweih. Ihr Gotteshaus mit seiner herrlichen Ausschmückung genießt auch bei Kunstkennern hohes Ansehen. Die Instandsetzung ihres Umfelds im vergangenen Jahr durch die Stadt Auerbach und dem Landkreis Amberg-Sulzbach unterstreicht das.

Der Chronik nach existiert die eigenständige Pfarrei Gunzendorf seit 1145. Ins Leben riefen sie Abt Adalbert von Michelfeld und Bischof Egilbert von Bamberg. Der Ort selbst taucht zum ersten Mal in einer Urkunde vom 6. Mai 1119 auf, in der es um den Stiftungsbereich des Klosters Michelfeld geht. Ein Marquard von Gunzendorf unterschrieb als Zeuge diese Dokument.

Der Kirchensprengel Gunzendorf gehörte vor dieser Zeit zur Pfarrei Velden und zum Bistum Eichstätt. Später kam er zu Bamberg. Die Pfarrei war damals mit Gunzendorf, Ranzenthal und Espamühle sehr klein, denn Steinamwasser, Ortlesbrunn und Ohrenbach gehörten zur Pfarrei Michelfeld; Penzenreuth, Pertenhof und Reisach zu Pegnitz. Sie kamen erst im Zuge der Gegenreformation zur Pfarrei Gunzendorf. Von 1527 bis Ende 1628 herrschte in Gunzendorf das Luthertum. Wegen der Adelspfarrei - die Patronatsherren waren die Künsberg - konnte der Kalvinismus nicht Fuß fassen.

Bei der Gründung der Pfarrgemeinde 1145 dürfte Gunzendorf keine Kapelle, sondern eine romanische Kirche besessen haben. Damals verschwand die benachbarte Burg. Die Längsmauern der gegenwärtigen Kirche sind zum Teil uralt und stammen noch aus der Entstehungszeit des ersten Gotteshauses. Jüngeren Datums dagegen ist das Presbyterium (Altarraum). Es ist gotisch, hat ein Kreuzrippengewölbe und stammt aus dem Jahr 1384. Eine Verlängerung der Kirche nach Westen geschah zwischen 1680 und 1690. Nochmals erweitert wurde das Gotteshaus 1855. Die Erstellung der Sakristei erfolgte gleichzeitig mit dem Kirchenbau.

Der Kirchturm mit Spitze und Kreuz ist von weitem zu sehen, und drei Glocken rufen die Kirchgänger zu den Gottesdiensten. Gewidmet sind diese dem Kirchenpatron Ägidius, der Muttergottes und den Gefallenen der Weltkriege. Die Uhr auf dem Kirchturm wurde 1902 angebracht. Sie ist ein Geschenk des damaligen Ortspfarrers Johann Nepomuk Kirchmayer. Das Kircheninstrument ist einmanualig und hat sechs Register.

Auf dem Weg zum Gotteshaus steht eine Lourdesgrotte, die bereits 1914 aufgestellt wurde. Das Kriegerdenkmal mit der schmerzhaften Mutter Gottes weist auf die Gefallenen der beiden Weltkriege hin. Es wurde 1958 erbaut. Im Mahnmal befindet sich auch eine Priestergruft, in der die Gunzendorfer Seelsorger Georg Reichel, Peter Schmitt und Johann Nepomuk Kirchmayer bestattet sind.

In der Nähe von Gunzendorf, auf dem hochgelegenen Breiten Anger, wurde im Jahre 1793 ein Gewitterkreuz aufgestellt, um Blitze vom hohen Kirchturm abzuhalten. Die Einweihung erfolgte noch im gleichen Jahr durch Benediktinerabt Maximilian Prechtl aus Michelfeld. Der Vater von Pfarrer Georg Martin (Priester in Gunzendorf in den Jahren 1933 bis 1943) pflanzte drei Linden um das ebenfalls erneuerte Gewitterkreuz, die heute stattliche Bäume sind.
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