09.02.2018 - 19:06 Uhr

Hilfwelle war überwältigend Nach Brand: Wie geht es der Familie aus Auerbach?

Gut zwei Monate ist es her: In der Silvesternacht brennt das Haus der Familie Zirh in Auerbach. Damals erleiden das Ehepaar, die drei Kinder, eine Freundin und ein Polizeibeamter Rauchvergiftungen. Einige der Betroffenen müssen sogar ins Krankenhaus. Wie geht es den Zirhs heute?

Die Brandschäden an Garage, Carport und Haus der Familie Zirh sind deutlich zu erkennen. Inzwischen steht fest: Das Gebäude muss abgerissen werden. Die Auerbacher Familie hofft trotzdem, Weihnachten wieder in einem eigenen Zuhause feiern zu können. Bild: Steinbacher
von Anne Sophie Vogl Kontakt Profil

"Den Umständen entsprechend gut" - so formuliert es Mutter Andrea: "Körperlich sind wir wohlauf, aber gerade die Kinder haben an der Situation noch zu knabbern." Vor allem für sie wollen die Eltern den Alltag so normal wie möglich gestalten. "Wir sind bei einer sehr netten Familie untergebracht. Den Hausrat haben wir soweit auch zusammen."

Trotz des großen Schicksalsschlags durfte die Familie in den vergangenen Wochen auch viel Gutes erfahren. "Wir waren überwältigt von der Hilfswelle", sagt die 46-Jährige. "Wir haben nicht mit so viel gerechnet. Es war der Wahnsinn." Damit meint sie die zahlreichen Sachspenden und auch die finanzielle Unterstützung, die sie von Nachbarn, Bekannten oder auch von völlig Unbeteiligten bekommen haben.

"Uns hätte schon gereicht, dass die Leute an uns denken und hinter uns stehen. Aber das war wirklich unglaublich." Auch wenn sie die Spendensumme nicht preisgeben will, verrät sie, dass ihnen diese "auf jeden Fall sehr hilft". Dafür ist die fünfköpfige Familie allen, die in irgendeiner Form geholfen haben, zutiefst dankbar. "Viele haben uns einfach auch nur mit netten Worten sehr gut getan. Wir wissen das alles sehr zu schätzen."

Nachbarin Caroline Kiefhaber hat die Spendenaktion organisiert. Gleich am Tag nach dem Brand animierte sie mehrere Bekannte aus der Nachbarschaft, gemeinsam Geld zu sammeln. Daraus ist eine große Aktion geworden - getragen von einer Welle der Solidarität. "Ganz besonders wollen wir uns bei Caroline bedanken", sagt Andrea Zirh: "Ohne sie wäre es nie so gekommen. Sie unterstützt uns nicht nur mit der Hilfsaktion, sondern auch emotional." So eine Freundschaft sei gerade in schweren Zeiten unbezahlbar.

Mittlerweile steht fest: Das Haus ist nicht mehr zu retten. Es muss ebenso wie die Garage, von der das Feuer ausging, abgerissen werden. Andrea Zirhs Wunsch: Weihnachten 2018 im neuen-alten Zuhause zu verbringen.

Ursache: Feuerwerk

Das verheerende Feuer in Auerbach in der Silvesternacht hätte verhindert werden können. Das ist mittlerweile Fakt. Ausgelöst wurde der Brand nämlich durch einen verirrten Feuerwerkskörper. Dieser ließ zuerst das Carport in Flammen aufgehen. Das setzte dann das Wohnhaus in Brand - und dieser griff sogar noch auf das Nachbargrundstück über. "Mir ist es wichtig, die Leute zu sensibilisieren", betont Andrea Zirh: "Es wäre mein Wunsch, dass nur noch in abgegrenzten Bereichen Feuerwerks-Raketen gezündet werden dürfen. Man hört doch jedes Jahr von Bränden, die dadurch verursacht werden." (anv)

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