26.05.2017 - 20:00 Uhr
Oberpfalz

Hitzige Diskussion um die Richtigkeit der Geschwindigkeitsmessung Ranna bekommt die Linksabbiegespur

"Wir sollten dankbar sein, dass Herr Noll noch einmal gekommen ist, und dass wir die Linksabbiegespur bekommen." Ortssprecher Wolfgang Meiller beendete am Dienstagabend mit diesen Worten eine teils hitzige Diskussion der Rannicher Bürger. Sie trafen sich zum zweiten Mal, um über die Gefahrenstelle an der Ortseinfahrt zu diskutieren.

Ranna bekommt eine Linksabbiegespur. Bild: swt
von Autor SWTProfil

Bereits im Herbst hatte Stefan Noll vom staatlichen Bauamt Amberg-Sulzbach einen Vorschlag im Gepäck, wie die dreifache Einfahrt entschärft werden könne. Diesen hatte er erneut zur Diskussion vorgelegt, nachdem eine von den Bürgern gewünschte Geschwindigkeitsmessung gemacht worden war. Bauamtsleiterin Margit Ebner stellte nun die Ergebnisse vor. Zwischen Mitte Oktober und 8. November wurden 31 000 Messpunkte erfasst. Die Durchschnittsgeschwindigkeit lag bei 57,7 km/h, die meisten Fahrzeuge fuhren nicht schneller als 72 km/h. Der schnellste aus Richtung Neuhaus kommend war mit 120 km/h unterwegs, aus Auerbach kommend mit 144 km/h. Knackpunkt ist, dass hier die Ortsbeschilderung greift, als ein Tempolimit von 50 km/h gilt. Die Ortsschilder Ranna stehen aber eigentlich falsch, da die Straße nicht beidseitig bebaut ist. Christian Dilling forderte, dass gegen das zu schnelle Fahren etwas unternommen werden müsse. Er meinte, ebenso wie weitere Bürger, dass das Messgerät an der falschen Stelle gestanden habe und zweifelte die Ergebnisse an. Stadtrat Hans Kaiser erklärte, dass er die Strecke berufsbedingt seit 40 Jahren fahre und meist mit 60 km/h in diesem Bereich unterwegs sei, man lasse das Auto auslaufen, sobald man die Schilder sehe.

Auch das Blitzen durch die Polizei wurde erneut gefordert. Stefan Egerer meinte: "Dies ist eine unfallträchtige Straße, da muss man etwas tun!" Kritik wurde laut, dass die Einschätzung zur Gefahrenstelle nicht vor Ort gestellt worden sei. Die Diskussion um die Linksabbiegespur geriet angesichts der Debatte über die Messung fast in den Hintergrund. Bürgermeister Joachim Neuß bat die Anwesenden, realistisch zu bleiben. Es entstehe scheinbar bei den Bürgern der Eindruck, das Landratsamt tue nichts, vom Schreibtisch aus würden Entscheidungen getroffen. Dem sei nicht so, widersprach der Rathauschef und erinnerte an die Begehung vor Ort, die ein Gutachten nach sich zog, dieses läge dem Ortssprecher Meiler vor. Die Linksabbiegespur sei ein Kompromiss. Die immer wieder geforderte Verlegung der Ortsschilder sei gefährlich, da diese dann womöglich ganz weg kämen. Dann sei der Raserei noch mehr Vorschub geleistet. Neuß verbat sich weitere Agitation. Um die Gemüter zu beruhigen, sagte der Bürgermeister zu, einen erneuten Messtermin zu vereinbaren. Dann sollen die Bürger bestimmen, wo das Gerät aufgestellt wird.

Stefan Noll erläuterte die Pläne, die Staatsstraße auf zwei Einfahrten aufzuweiten. Er gab zu bedenken, dass diese technische Lösung nicht zwangsläufig zu einer Geschwindigkeitsreduktion führt. Laut Statistik der letzten zehn Jahre haben sich an diesem Knotenpunkt drei Unfälle ereignet. Die erste und die dritte Einfahrt werden mit einer Linksabbiegespur versehen, die mittlere Einfahrt wird optisch eingeschränkt, so dass nur der Bus Zufahrt erhält. Das dort angesiedelte Bushäuschen wurde bereits erneuert. Anwohner baten, bei der optischen Einschränkung auf Pflaster zu verzichten, da dies bei Befahrung die Nachtruhe stören würde.

Noll erklärte weiter, dass der Freistaat die Finanzierung übernimmt. Wolfgang Meiler sprach von einer Verkehrsberuhigung auch Richtung Feuerwehrhaus und Spielplatz und befürwortete die Planungen. Norbert Winter regte eine Querungshilfe von der ersten Einfahrt aus Richtung Rauhensteiner Straße an, damit der gegenüberliegende Wanderweg gefahrlos erreicht werden könne. Er und Richard Maul stimmten dem Vorschlag zu. Stefan Noll erklärte, dass nun die Planung in Auftrag gegeben werde. Dies könne sich ein halbes bis dreiviertel Jahr hinziehen. Für das erste Quartal 2018 sei ein neuer Ortstermin anzusetzen.

Wir machen das Möglichste, damit es dem Autofahrer keinen Spaß mehr macht, wir uns aber im rechtlich sicheren Bereich bewegen.Bürgermeister Joachim Neuß
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