Interview mit dem Auerbacher Sternekoch Michael Laus über seinen Weg in den „Guide Michelin“
An Weihnachten gibt es Surknöchel und Bratwürste

Bei Michael Laus machen manchmal kleinste Mengen den großen Unterschied. Bild: Gert Krautbauer

Über Auerbach ging der (vor-)weihnachtliche Stern heuer schon früher auf: Anfang Dezember erfuhren Christine Heß und Michael Laus, dass sie mit ihrem Restaurant "SoulFood" ihren 2015 errungenen Stern im Feinschmecker-Führer "Guide Michelin" 2016 verteidigt haben.

Im Gespräch mit der Amberger Zeitung verrät der Sternekoch, wie man zu einer solchen Auszeichnung kommt, und empfiehlt ein Weihnachtsmenü, das Sternen-Flair auch in die heimische Küche zaubert.

Herr Laus, welcher Weg führt denn zu einem Michelin-Stern? Muss man sich da selbst anmelden oder bewerben?

Michael Laus: Nein, in der Regel empfehlen einen Gäste. Die schicken eine Nachricht an den Michelinführer, und dann kommt mal ein Tester unerkannt vorbei. Die reservieren auch nicht vorher.

Haben Sie hinterher überlegt, wer denn bei Ihnen der Testesser war?

Wir wussten es, weil die sich nach dem Essen vorstellen dürfen. Bei uns haben sie das in den letzten beiden Jahren auch gemacht. Die haben uns ihren Ausweis gezeigt, dann haben sie sich die Küche angeschaut und wir haben ein bisschen Smalltalk gemacht.

Wussten Sie da schon, dass Sie den Stern bekommen?

Nein, man bekommt dann von denen ein Papier zugeschickt, in dem man Angaben zum Restaurant machen muss, aber damit ist noch nicht gesagt, dass man tatsächlich im Guide Michelin drin ist. Das sieht man erst, wenn er erscheint.

Haben Sie mit dem Stern auch ein anderes Publikum bekommen?

Das Publikum hat sich eigentlich nicht geändert, es kommen weiterhin Familien genauso wie Gourmets, aber der Kreis ist schon größer geworden.

Sprechen Ihre Gäste Sie oft auf den Stern an?

Da haben wir viel gutes Feedback, ja. Und es ist schön zu sehen, dass die Leute sich mit uns freuen. Weil der Guide Michelin letztes Jahr schon im November rauskam und heuer erst im Dezember haben viele schon nachgefragt, was jetzt mit unserem Stern ist.

Und wie reagieren die Kollegen?

Im ersten Jahr haben wir sogar Briefe mit Glückwünschen von Sterneköchen aus Frankreich bekommen. Die zehn bayerischen Drei-Sterne-Köche haben uns gratuliert. Auf einer Karte hatte sogar das ganze Team mit unterschrieben. Über so etwas freut man sich schon.

Was essen Sie denn jetzt an Weihnachten? Kochen Sie selbst?

Wir kochen daheim mit der Familie. Da gibt es traditionell Lachs als Vorspeise und danach Surknöchel mit Sauerkraut und Bratwürste.

Eigentlich ganz was Einfaches.

Manchmal sind die einfachen Sachen die besten.
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