15.03.2018 - 20:10 Uhr

Josefifeier der Kolpingsfamilie Auerbach: Arbeitswelt im Mittelpunkt Zwischen Mensch und Maschine

Josefitag - das klingt nach einer traditionell geprägten Veranstaltung. Ist es auch, aber für die Kolpingsfamilie Auerbach nicht nur. Weil Josef der Schutzpatron der Arbeiter ist, bringt sie dieses Mal an seinem Gedenktag das moderne Berufsleben ins Spiel.

Herbert Appl. Bild: cs
von Redaktion OnetzProfil

Die Kolpingsfamilie Auerbach feiert den Josefitag am Montag, 19. März, in besonderem Rahmen. Der Festabend beginnt mit einem Gottesdienst um 18 Uhr in der Pfarrkirche und wird dann im Kolpinghaus fortgesetzt. Im Mittelpunkt stehen dabei Fragen wie: Wie kann man die Beschäftigten vor der totalen Überwachung des Betriebs schützen? Wie werden Arbeitsstunden im Homeoffice gerecht bezahlt? Herbert Appl, Dekanatsratsvorsitzender und Mitglied des Leitungsteams der Kolpingsfamilie Auerbach, erläutert das Besondere daran.

Woher stammt die Tradition, den Josefitag zu feiern?

Herbert Appl: Der Josefitag wird in den Kolpingsfamilien schon immer gefeiert. Die Tradition stammt vom Status des heiligen Josef ab. Er ist der Schutzpatron der Arbeiter. In den allermeisten Fällen wird er auf Gemälden in braunem Gewand dargestellt, was auf einen Arbeiter hindeutet.

Wieso wird der Josefitag dieses Jahr in besonderem Rahmen gefeiert?

Der Hauptgrund ist das 200. Jubiläum des Dekanats Auerbach. Üblicherweise wird er in Auerbach an dem Samstag, der auf den Josefitag folgt, gefeiert. Auf einer Besprechung vom Dekanatsrat ist uns aufgefallen, dass er dieses Jahr auf einen Montag fällt. Daraus wollten wir etwas Besonderes machen.

Was denn?

Auf dieser Besprechung entstand die Idee, einen Vortragsabend zu machen. Ursprünglich wollten wir Franz Prast, der bereits einen Festvortrag bei uns gehalten hat, für einen Vortrag gewinnen. Leider war er verhindert, leitete uns aber zu Klaus Beier weiter, der uns gleich zusagte.

Welchen Bezug hat Klaus Beier zu Kolping und der Josefifeier?

Klaus Beier hat keinen direkten Bezug zur Kolpingsfamilie. Er ist der ständige Vertreter des Vorsitzenden der Geschäftsführung der Regionaldirektion Bayern der Agentur für Arbeit. Aus diesem Grund greift er die Thematik des Josefitags wieder auf.

Worüber wird Herr Beier am Josefitag referieren?

Der Vortrag heißt "Veränderungen in der Arbeitswelt". Das greift zum einen den heiligen Josef als Schutzpatron der Arbeiter auf, zum anderen nimmt es Bezug zur aktuellen Zeit. Denn immer öfter fällt der Begriff der Arbeitswelt 4.0, in der es zu vielen Umwälzungen kommen wird.

Können Sie diese Entwicklung genauer erklären?

Zu Zeiten Kolpings bewegte sich die Arbeitswelt weg von der menschlichen Arbeitskraft, hin zur industriellen Herstellung. Jetzt haben wir eine ähnliche Veränderung vor uns: Der Mensch und die Maschine rücken immer näher zusammen.

Worin besteht das Problem?

Der Mensch wird dadurch immer mehr zum Einzelkämpfer. Es ist egal, wo er seine Arbeitsleistung erbringt. Das wirkt sich auf die Gefüge innerhalb der Betriebe aus und wirft neue Fragen auf: Wie wird der Arbeitnehmer vor einer totalen Überwachung vom Betrieb geschützt? Wie werden Arbeitsstunden im Homeoffice gerechtfertigt und gerecht bezahlt? Auf Fragen dieser Art wird Klaus Beier eingehen und mögliche Antworten liefern. Die Thematik des Vortrags betrifft also jeden.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.