26.11.2017 - 20:00 Uhr
Oberpfalz

Lokalschau in Auerbach: Liebe zu Tieren und zur Zucht

Müller erklärte diesen bei der Preisverleihung am Sonntagnachmittag. Man kam damit dem Mitgliederbeschluss nach, mit dieser Geste den im vergangenen Dezember nach schwerer Krankheit verstorbenen Züchter Johann (Hans) Kraus zu ehren. Mit ihm verlor der Verein einen professionellen Züchter der Rasse Havanna.

Die erfolgreichen Züchter (von links): Franz Müller, Harald Reber, Jan Jaworek, die Nachwuchszüchter Christian Mazza und Emilia Neubig. Mit im Bild 2. Bürgermeister Herbert Lehner. Bild: cs
von Autor CSProfil

Schon als 13-Jähriger beschäftigte sich der gebürtige Auerbacher als Mitglied der Jugendgruppe mit der Rassekaninchenzucht nach dem Vorbild des Vaters Kaspar, mit dem er gemeinsam die Rasse Weiße Neuseeländer erfolgreich aufzog. Auch nach seinem Wohnortwechsel nach Boden bei Edelsfeld blieb er dem Kaninchenzuchtverein Auerbach treu und stellte bis 2015 seine Havanna-Kaninchen mit Erfolg aus.

Bei den lokalen Ausstellungen war er stets auf den vordersten Plätzen zu finden und ab 1985 mit seinen Tieren auf allen überregionalen Schauen mit erstaunlichen Ergebnissen vertreten. Im gleichen Jahr brachte ihm seine geliebte Rasse den Titel eines Bezirksmeisters auf Havanna ein.

Unzählige Male konnte er den Titel des Kreismeisters einheimsen und 1998 sogar den Bayerischen Landesmeister. Hans Kraus war der Verein eine Herzensangelegenheit und er versäumte keine Versammlung, um sich mit einzubringen, seit 2004 auch als 2. Vorsitzender. Nach der silbernen und goldenen Verbandsnadel für 25- und 40-jährige Zugehörigkeit war ihm die Ehrung für 50 Jahre nicht mehr gegönnt. "Sein Hobby hat er bis zum Lebensende nicht aufgegeben", zollte Müller dem Verstorbenen als Idealisten Respekt. Die Lücke in diesem Jahr zu schließen, die Hans Kraus hinterlassen hat, sei nicht möglich gewesen. Aber die Aussichten stehen gut, sofern es mit der Zucht klappt, im kommenden Jahr ein neues aktives Mitglied vorstellen zu können.

Nicht von ungefähr kam das Fazit des Vorsitzenden über die Qualität der Tiere, wie die erreichten Punktzahlen belegten. "Die kann sich überall sehen lassen", insbesondere die Rasse Lohschwarz, Kleinchinchilla, Kleinsilber schwarz und Russen schwarz-weiß. Einmal mehr gute Arbeit bescheinigte Müller Ausstellungsleiter Helmut Bader, der an die Erfolgreichsten unter den neun an der Schau beteiligten erwachsenen Züchtern aus fünf Rassen Preise und Urkunden überreichte.

Stellvertretender Bürgermeister Herbert Lehner freute sich mit den Züchtern über die sehr guten Ergebnisse. "Ein kleiner Verein, aber doch wichtig", könnten hier doch Jung und Alt einem Hobby nachgehen und zugleich die Rassezucht lernen. Hier werde Fachwissen vermittelt und weitergegeben. Vielleicht könnten ja auch Schulen gewonnen werden, um für Nachwuchs zu werben oder mit einem Tag der offenen Tür das Interesse geweckt werden. Inzwischen bemüht sich laut Müller die Vereinsführung, junge Eltern und Kinder für den Umgang mit den Tieren zu gewinnen.

Vereinsmeister

Vereinsmeister 2017 wurde Franz Müller mit Kleinchinchilla (386,5 Punkte), der sich mit Kleinsilber-schwarz (385,5) auch den 2. Platz sichern konnte. Mit der Rasse Loh-schwarz konnten Sascha Unden (384,5), Helmut Bader (384,0) und Harald Reber (382,5) die Plätze 3 bis 5 belegen. Die beste Z1 der Altzüchter (ein Alttier und drei Jungtiere vom Jahrgang) kam mit Kleinsilber-schwarz aus dem Stall von Jan Jaworek. Jeweils einen Landesverbandsehrenpreis hatten sich Franz Müller mit Kleinchinchilla und Sascha Unden mit Loh-schwarz verdient, den Kreisverbandsehrenpreis Jan Jaworek mit Russen schwarz. Mit Emilia Neubig und Christian Mazza kann der Verein wieder auf Nachwuchszüchter hoffen. Beide wurden für ihre ersten züchterischen Ergebnisse mit einem kleinen Pokal belohnt. Für die Erwachsenen gab es anstelle von Pokalen jeweils festgelegte Mengen an Kaninchenfutter. (cs)

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