Mehrheit im Stadtrat entscheidet sich für Gedenkstätte am neuen Friedhain
Großes Blatt mit Symbolkraft

Der Auerbacher Friedhain naht der Fertigstellung. Über die Frage, wie ein Gedenkstein aussehen soll, gab es im Stadtrat geteilte Meinungen. Bild: swt

Der Friedhain in Auerbach zur Bestattung von Urnen ist nahezu fertiggestellt. Es fehlen noch ein Gedenkstein und die Möglichkeit, Namen und Daten festzuhalten. Anhand der Entwürfe von Ursula Barth machte sich der Stadtrat am Mittwoch ein Bild, wie eine mögliche Gedenkstätte am Eingang des kleinen Areals aussehen könnte.

Drei Varianten hatte Barth vorgelegt. Eine davon zeigt einen flachen Stein, mit Elementen von Wasser belegt; ähnlich einer Grabplatte. Ihr zweiter Gedanke war ein Metallbaum, mit Blättern, auf denen Namen und Daten der Bestatteten stehen. Alternativ stellte sie sich ein großes Blatt aus Metall vor mit auswechselbaren kleinen Blättern, die ebenfalls Namen und Daten tragen könnten. Für diese Idee konnte sich die Verwaltung begeistern. Der Gedenkstein sollte am Eingang des Friedhains Platz finden, versehen auch mit einem Sinnspruch.

Dr. Edmund Goß (SPD) sprach von Geschmackssache, fand aber ebenfalls das große Blatt für geeignet. Die CSU-Fraktion um Herbert Appl dagegen konnte sich für keinen Entwurf so richtig begeistern. Auch die Sinnsprüche fand die CSU als "übergestülpt", wie Stadtrat Uwe Ditz erklärte. Er würde darauf gänzlich verzichten, da den Bestatteten damit nicht Genüge getan werden könne. Ditz plädierte für Plaketten mit Namen dort, wo die Urne bestattet ist.

Bürgermeister Joachim Neuß hielt das für nicht zielführend. Dafür gebe es Urnengräber und in naher Zukunft auch Gemeinschaftsgräber, wo der Tote nicht anonym bestattet werden müsse. Ein Friedhain dagegen sei eigentlich eher als anonyme Grabstätte gedacht.

Johann Kaiser (CUU) und Holger Eckert (FW) sowie Bernd Scheller (Grüne) fanden die Variante, die in der Verwaltung Anklang gefunden hatte, ebenso in Ordnung wie einen dazugehörigen Sinnspruch als tröstenden Gedanken. Das große Blatt wirke nicht so bombastisch, sondern als Symbol des Lebens und der Vergänglichkeit passend. Mit 14 gegen 4 Stimmen wurde der Vorschlag des großen Blattes angenommen.

Drei Steinmetze werden nun angefragt, sich über die Umsetzung Gedanken zu machen und einen Kostenvoranschlag zu erarbeiten. Dann wird sich der Stadtrat erneut mit der Sache befassen.
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