06.09.2017 - 20:00 Uhr
Oberpfalz

Modellbauer aus Schleswig-Holstein begeistert sich für Motiv aus Auerbach Bahnhofsuhr zurückgedreht

Während seines Berufslebens im Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg hatte Berthold Rolapp (69) mit Zügen wenig zu tun. Als Modellbauer frönt er jetzt im Ruhestand seiner Leidenschaft für Bahnhöfe. Und hier kommt Auerbach ins Spiel.

Bilder aus den 1950er-Jahren liegen dem Modellbau zugrunde. Deshalb stehen Fahrzeuge auf dem Parkplatz, die damals aktuell waren.
von Autor SCKProfil

Ein originalgetreues Modell des Auerbacher Bahnhofs steht seit Sonntag im Büro von Marion Ringl, der Leiterin des Museums 34. Es ist eine Leihgabe des Hobby-Modellbauers Berthold Rolapp, der im norddeutschen Husby bei Flensburg zu Hause ist.

Auf einer Urlaubsreise mit Ehefrau Sylvia in den Bayerischen Wald legte er in Auerbach eine Pause ein. Bürgermeister Joachim Neuß erwartete die Gäste im Bürgerhaus, gespannt auf den ersten Teil eines Modells des Auerbacher Bahnhofsgeländes. Daran hat Rolapp in den vergangenen zwei Jahren gearbeitet.

Lieblingsmotiv Bahnhof

Der pensionierte frühere Mitarbeiter des Kraftfahrt-Bundesamts spielt in seiner Freizeit Tennis und fotografiert gerne. Viele Jahre schon frönt er leidenschaftlich dem Modellbau als Hobby. Seine Lieblingsmotive sind Bahnhöfe - zum Beispiel der im fränkischen Burgebrach. Ihn hat er schon im Kleinformat nachgebaut.

Die Vorbilder für seine Miniaturausgaben findet er auf Reisen oder zum Teil auch im Internet. Bei seinem Besuch in Auerbach erzählte er, wie er in den 1980er-Jahren ein Fan der Landschaft und der Küche Bayerns wurde. Im Lauf der Jahre sammelten er viele Fotos von Bahnhöfen im Freistaat. Im neuen Jahrtausend begann er dann mit der gezielten Suche nach historischen bayerischen Gebäuden.

Interessante Baustile sieht er als eine besondere Herausforderung an. Soweit es möglich ist, beschafft er Baupläne und ältere Bilder der Objekte. Weil die Informationsbeschaffung langwierig ist, legt Berthold Rolapp immer wieder mal Pausen bei einem Projekt ein und baut derweil in seinem Hobbykeller auch an einem zweiten oder dritten Modell.

Besonders angetan hat es ihm das 1902 im Stil der Neurenaissance erbaute Auerbacher Bahnhofsgebäude. Die Internetseite von Rudolf Weber, einem Kenner der Historie der Bergstadt, diente als Informationsquelle; Stadtarchivar Hans-Jürgen Kugler besorgte Kopien der Baupläne. Grundlage für das jetzt erstellte Modell sind Bilder des Bahnhofs und seiner Umgebung vom Ende der 1950er Jahre.

Erwartungsvoll empfingen Bürgermeister Joachim Neuß, seine Ehefrau Christina und Museumsleiterin Marion Ringl am Sonntag die Rolapps und das Bahnhofsmodell. Es stellt einen weiten Ausschnitt des Bahnhofsgeländes dar, bietet einen Blick über die Gleise auf das Hauptgebäude mit dem Fahrkartenschalter und Wartesaal. Links davon steht das Nebengebäude mit den Toiletten und der Holzlege.

Knutschkugel und Bully

Viel Liebe zum Detail verraten die Bahnhofsuhr, Figuren von Reisenden, Zaun und Baum, der Fahnenmast mit der bayerischen Flagge, der Fahrradständer mit Fahrrad, Autos der damaligen Zeit vom "Schneewittchensarg" mit Glasdach über die etwas größere "Knutschkugel" bis zum Kleinbus, neckisch "Bully" genannt.

Beim Anblick dieser Leihgabe begannen die Augen des Bürgermeisters zu glänzen. Berthold Rolapp darf sicher sein, dass ihn die Stadt Auerbach und das Museum 34 mit dem Versprechen, auch den Lokschuppen nachzubauen, beim Wort nehmen. Museumsleiterin Ringl plant, voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2018, eine Ausstellung zum Thema Eisenbahn. Dabei wird das Bahnhofsmodell wohl unbestritten die Hauptattraktion sein.

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