Rainer Nicklas betätigt sich an Wochenenden und in Ferien als Rettungsassistent
Realschullehrer mit Zweitberuf

Mit Außerirdischen bekommt es Rainer Nicklas (rechts) im Sanitätsdienst für gewöhnlich nicht zu tun. Eine seltene Ausnahme erlebte er während eines Einsatzes beim Karneval in Köln. Bild: exb
 
Rainer Nicklas in Zivil zu Hause im Garten. Bild: sck

Beruflich ist Rainer Nicklas Lehrer an der Realschule in Ebermannstadt. Daheim in Auerbach arbeitet er an den Wochenenden ehrenamtlich im Sanitätsdienst beim ASB. Manchmal verknüpft der 42-Jährige auch die beiden Welten, in denen er lebt.

Das neue Schuljahr beschert dem Realschullehrer Rainer Nicklas eine Umstellung. Bereitete er vor einigen Wochen noch einen Abschlussjahrgang auf die Prüfungen zur mittleren Reife vor, begleitet er ab nächster Woche bisherige Grundschüler bei ihren ersten Schritten in einer neuen Umgebung. "Kein Problem", sagt er: "Im vergangenen Schuljahr habe ich auch schon in einer 5. Klasse Deutsch und Religion gegeben."

Üblicherweise leistet Nicklas am Wochenende in Auerbach als Rettungsassistent beim Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) komplette Schichten in der Rettungswache. Jetzt in den Ferien sind es meist zwei Bereitschaftsschichten in der Woche zu je zwölf Stunden, manchmal mehr.

Seit 2012 Rettungsassistent

Das Leben von Rainer Nicklas ist geprägt von seiner religiösen Überzeugung und von seiner Bereitschaft, zu helfen. Als "Zivi" in einer Sozialstation lieferte er das Essen auf Rädern aus und arbeitete in der persönlichen Betreuung. Durch Kurse bildete er sich 1999 zum Rettungssanitäter weiter. Seit 2012 kann er als Rettungsassistent eine zusätzliche, vollwertige Berufsausbildung vorweisen.

In dieser Funktion steht er an der Seite des Notarztes, versorgt Kranke und Verletzte nach den ärztlichen Vorgaben und hat im Ernstfall die Aufgabe, die Vitalfunktionen wiederherzustellen. An der Schule in Haßfurt baute er mit motivierten Schülern einen Schulsanitätsdienst auf.

Eine solche Gruppe gründete er dann auch in Ebermannstadt und nahm mit ihr erfolgreich an Wettbewerben in Erster Hilfe teil. 2013 erreichten seinen Schulsanis den dritten Platz, und im April 2016 wurde sein Team sogar Sieger.

Für Krisenfälle geschult

Nach einer Ausbildung in Coburg gehört er zum Team der Psychosozialen Notfallversorgung (PSNV), also zur Notfallseelsorge in der Krisenintervention im Landkreis Amberg-Sulzbach. Als Fachmitarbeiter beim Ministerialbeauftragten für die Realschulen in Oberfranken kümmert er sich um alle Schulsanitätsdienste. Er ist Erste-Hilfe-Ausbilder der Lehrer und der Schulsekretärinnen. Durch kontinuierliche Weiter- und Fortbildung hat er sich qualifiziert für den Kriseninterventionsdienst (KID) des Bayerischen Roten Kreuzes auf Landkreisebene und für die Krisenseelsorge im Schulbereich (KIS) des Erzbistums Bamberg.

Die KIS ist eine Unterabteilung der Abteilung Schulpastoral der jeweiligen Bistümer. "Im Erzbistum Bamberg halte ich die Fortbildungen von Lehrkräften zum Thema Tod und Trauer für alle Schulen", erklärt Rainer Nicklas. Doch auch die Praxis liegt in seinem Aufgabenbereich: "Das Einsatzspektrum umfasst die Akut-Unterstützung von Schulen bei plötzlichen Todesfällen von Schülern, Lehrern, Sekretärinnen oder ihren Angehörigen durch Krankheit, Unfall oder Suizid."

Zur PersonRainer Nicklas ist Auerbacher; geboren 1975 im Amberger Krankenhaus, wohnhaft in der Josef-Siedlung. Er wuchs in der Bergstadt auf und machte sein Abitur am Gymnasium in Pegnitz.

Nach dem Zivildienst beim Arbeiter-Samariterbund (ASB) 1995/1996 studierte er an der Universität Bayreuth für das Lehramt an Mittelschulen, wechselte dann aber auf Katholische Religionslehre und Deutsch für die Realschule. Nach dem ersten Staatsexamen absolvierte er sein Referendariat in Hauzenberg, wenige Kilometer nördlich von Passau im bayerischen Wald. Nach dem zweiten Staatsexamen ging es für ihn zunächst nach Haßfurt. Seit dem Schuljahr 2008/2009 unterrichtet er an der Realschule in Ebermannstadt.

Seiner religiösen Überzeugung folgend, engagiert er sich in der Pfarrei Pretzfeld, wo er während der Woche wohnt. Er betätigt sich als Lektor, Kommunionhelfer und bereitet Jugendlichen auf den Empfang der Firmung vor. (sck)
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