26.01.2018 - 20:10 Uhr
Oberpfalz

Rotes Kreuz Auerbach Vorreiter einer neuen Idee für den Notfall Rettende Dose im Kühlschrank

Ein Notfallpatient vergisst in der Aufregung manchmal eine wichtige Information für den Rettungsdienst. Gut, wenn die Helfer in so einem Fall im Kühlschrank nachschauen können.

Für die Notfalldose werben (von links) Sabine Supp (Inhaberin Marien-Apotheke), Barbara Lord, BRK-Bereichsleiter Markus Popp, Luzia Roppelt und der stellvertretende Bereichsleiter Daniel Sertl. Bild: cs
von Autor CSProfil

Ein Datenblatt mit den eigenen medizinischen Aufzeichnungen rettet vielleicht das Leben. Mit der Vorstellung und Abgabe der Notfalldose durch Bereichsleiter Markus Popp im Bürgerhaus übernimmt das Bayerische Rote Kreuz im Raum Auerbach eine Vorreiterrolle.

Den Anstoß dafür gaben Luzia Roppelt und Barbara Lord. Ihre Idee fand beim BRK-Bereichsvorsitzenden Markus Popp ein offenes Ohr. "Man muss nicht alt sein, um diese Dose nutzen zu können", sagte er gleich vorweg.

Jeder kann unerwartet zum Notfallpatienten werden und auf fremde Hilfe angewiesen sein. Dann sind medizinische Informationen über Medikamente, Allergien, Diabetes oder Angaben über den Hausarzt wichtig. Im Idealfall finden sie die Helfer in der Notfalldose, die im Kühlschrank an der Innentür bereitstehen soll. Trotz des ernsten Themas fand Popp auch humorvolle Worte: "Keine Angst, wir entnehmen außer der Dose sonst nichts aus dem Kühlschrank."

Gerade bei Erkrankungen oder Verletzungen kann in der Aufregung schnell einmal ein wichtiger Hinweis für den Rettungsdienst vergessen werden. Mit den in aller Ruhe und mit Sorgfalt aufgeschriebenen Daten könne das nicht mehr passieren. Aufkleber an der Eingangs-Innentür und an der Außentür des Kühlschranks weisen darauf hin.

Erhältlich sind die Notfalldosen zum Selbstkostenpreis von zwei Euro beim BRK jeden Freitagvormittag im Bürgerhaus. Außerdem hat sich die Marien-Apotheke bereit erklärt, den Vertrieb mit zu übernehmen.

Überzeugt von der guten Idee, fand es der Vorsitzende der Arbeiterwohlfahrt, Alfred Melchner, für unverzichtbar, diese in die Öffentlichkeit zu tragen. Vor allem wenn Ärzte von auswärts im Einsatz sind, könne wertvolle Zeit gewonnen werden. Melchner plädierte dafür, mit den Hausärzten Kontakt aufzunehmen und in den Praxen Hinweise anzubringen.

Stefan Brunner, stellvertretender Leiter der Integrierten Leitstelle (ILS) Amberg, gab einen umfassenden Einblick in den Alarmierungsablauf. Zuständig ist seine Stelle für die Landkreise Amberg-Sulzbach und Schwandorf sowie für die Stadt Amberg. Dabei sind 277 Feuerwehren und zehn Rettungswachen zu betreuen. Ausgestattet ist die ILS mit acht Notarztstandorten, neun Krankentransportwagen und neun Unterstützungsgruppen im Rettungsdienst, die mit ehrenamtlichen Kräften besetzt sind.

Pro Tag wählen im Schnitt 200 Anrufer die Nummer 112 für Rettungsdienste, medizinische Notfälle, Krankentransporte, und Brände. Wer Verkehrsunfälle ohne Personenschaden und Situationen, die primär in den Einsatzbereich der Polizei fallen, melden will, ist bei der 110 richtig.

Keine Angst, wir entnehmen außer der Dose sonst nichts aus dem Kühlschrank.BRK-Bereichsvorsitzender Markus Popp
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