17.01.2018 - 17:58 Uhr
Oberpfalz

St. Johannes in Auerbach nimmt auch jüngere Patienten auf Klinik nicht nur für Senioren

Sie steht meist im Schatten des erfolgreichen St.-Anna-Krankenhauses, doch auch die St.-Johannes-Klinik in Auerbach hat ihre ganz persönlichen Bestleistungen: Mit 760 Patienten in der geriatrischen Rehabilitation verzeichnet sie ein Rekordjahr. Aber da ist noch ein Problem, das Chefarzt und Klinik-Vorstand drückt.

Die Innere Abteilung der St.-Johannes-Klinik steht der ganzen Bevölkerung offen. Bilder: Gebhardt (2)
von Joachim Gebhardt Kontakt Profil

Genau 17 262 Pflege-tage verzeichnete die Fachabteilung im Jahr 2017. "Das ist ein Vertrauensbeweis der Krankenkassen und der Rehabilitanden in die hohe medizinische Behandlungsqualität und persönliche Betreuung", freute sich Chefarzt Dr. Edmund Goß bei der Pressekonferenz zum Jahresergebnis und verwies auch auf die hohen Standards der Gütesiegel.

83 Betten teilen sich auf in 30 für die Innere und Akutgeriatrie, die Reha-Patienten belegen die 53 anderen Plätze. Sie kommen auch aus den Landkreisen Neustadt/Waldnaab, Tirschenreuth, Bayreuth, Nürnberger Land, Erlangen und aus Nürnberg, Amberg und Bayreuth selbst.

Drei Säulen

Der überregionale Bekanntheitsgrad der St.-Johannes-Klinik als Reha-Einrichtung habe aber auch eine Kehrseite, merkte Vorstand Klaus Emmerich an: "Die Öffentlichkeit fokussiert sich auf das Reha-Angebot. Der Bevölkerung und manchen niedergelassenen Ärzten ist der viel umfassendere geriatrische Behandlungsansatz der Klinik gar nicht bewusst: Internistische Fachabteilung, Akutgeriatrie und geriatrische Rehabilitation sind die drei Säulen, auf denen das medizinische Alterszentrum St.-Johannes-Klinik ruht."

Hinter diesen Wort-Ungetümen verbergen sich medizinische Top-Angebote: In der Akut-Geriatrie werden Senioren stationär behandelt und erhalten gleichzeitig Früh-Rehabilitation, was ihnen den Weg in eine zweite Klinik erspart. Auch eine parallel laufende geriatrische Fachexpertise ist dort möglich. Die geriatrische Rehabilitation hat ebenso ein überregionales Einzugsgebiet und wird in Nordbayern immer bekannter und beliebter. Das Alter der Patienten schwankt hier zwischen 54 und 100. Im Akut-Krankenhaus hat die Fachabteilung Innere Medizin ebenfalls ihren Patientenradius erweitert. Schon rund ein Drittel kommt aus den benachbarten Landkreisen.

Belegung rückläufig

Chefarzt Dr. Edmund Goß plagt aber eine große Sorge: "Der Bevölkerung von Auerbach und Umgebung gerät unsere Fachabteilung Innere Medizin mit ihrem unveränderten Leistungsangebot für normale Patienten offenbar zunehmend aus dem Blickfeld. Die Zuweisungen sind um 20 Prozent rückläufig." Goß führt den Rückgang auch auf die neue Bereitschaftspraxis an der benachbarten Sana-Klinik in Pegnitz zurück.

Die St.-Johannes-Klinik könne nicht alles anbieten, so fehle etwa eine chirurgische Fachabteilung. "Doch was wir machen, machen wir überdurchschnittlich gut", führt Klaus Emmerich an. Bei der Behandlung von Lungenentzündungen, Herzerkrankungen, Magen-Darm- und Stoffwechselkrankheiten, neurologisch-psychiatrischen Störungen usw. solle die Klinik für die Auerbacher Bevölkerung zentraler Ansprechpartner bleiben. Gemeinsam mit Goß schloss er: "Wegen unserer hohen Investitionen in Qualität, Medizintechnik und fachliche Qualifikation sind wir auf breite Unterstützung der Bevölkerung angewiesen."

Was wir machen, machen wir überdurchschnittlich gut.Klaus Emmerich

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