Starkbierfest der SPD Auerbach
Politik auf der Schippe

Norbert Gradl heizt mit seiner Jamaica-Band die Stimmung an. Bilder: pad (2)
 
Karl Maier zeigt sich als ein Meister des trockenen Humors.

Leidensfähig ist sie, die Auerbacher SPD. Das sagt sie selbst und nennt als Beweis den Fastenprediger, den sie alle Jahre wieder einlädt. Dieses Mal erklärt Christoph Kasseckert den Sozis, was sie von Eierlikör unterscheidet.

Zum Start ins 22. Starkbierfest im Foyer der Helmut-Ott-Halle freute sich Ortsvereinsvorsitzender Günter Sertl über einen vollen "SPD-Tempel". Er versprach den Gästen bayerische Brotzeiten, Blasmusik und ein begeisterndes Programm. Christoph Kasseckert als Bruder Barnabas, Norbert Gradl mit seinen Freunden und Karl Maier ließen sich einiges einfallen, um die Bundes- und Kommunalpolitik auf die Schippe zu nehmen.

Christoph Kasseckert schenkte in seiner Fastenpredigt den Vertretern aller politischen Couleur kräftig ein. An die Genossen richtete er die Frage: "Habt ihr denn nichts aus dem letzten Jahr gelernt? Inzwischen hat sogar Eierlikör mehr Prozente." So sei er unsicher, ob Martin Schulz nicht in Wahrheit eine Frau sei. Dies würde zumindest sein Verhalten erklären: "Ich sage erst mal Nein, Ja sagen kann ich immer noch!" Beim Lesen des Koalitionsvertrags stellte Bruder Barnabas verblüffende Parallelen zu den Papieren aus früheren Jahren fest und fühlte sich an das Guttenberg-Prinzip erinnert. Besonders lobte er die Absicht, dass die Regierung 8000 neue Pflegekräfte heranziehen möchte. So gebe es künftig bei 14 000 Pflegeheimen wenigstens eine helfende Hand.

Für die Schwarzen sei der Abschied Seehofers ein großer Tag. So würde es auch nicht mehr verwundern, wenn die angedachte Grenzpolizei in Wahrheit nicht die Flüchtlinge, sondern Seehofer im Auge behalten solle. Ob der Name Söder, den auch eine Lampe im Sortiment eines schwedischen Möbelhauses trägt, in Zukunft "einen Hauch von Nostalgie" verbreite, bleibe abzuwarten.

Norbert Gradl dankte Christoph Kasseckert für seine Fastenpredigt. Augenzwinkernd fügte er hinzu, dass die SPD "schon deshalb äußerst leidensfähig ist, weil sie ihn immer wieder einlädt". Beruhigend sei jedoch, dass Kasseckert Vorsitzender einer Partei sei, die an der Promillegrenze kratze.

"Vor sechs Monaten waren Wahlen. Die Älteren werden sich noch erinnern", kündigte Gradl anschließend sich selbst und seine musikalischen Freunde Christine Ott, Rudolf Bradl, Robert Schmid und Johannes Trenz auf der Bühne an. In Anlehnung an die gescheiterte Koalition spielten sie als Jamaica-Band umgeschriebene Lieder. In "Über sowas reggae mi net auf", "Über den Wolken" oder "Wer hat an der Uhr gedreht?" nahm Gradl politische Reizthemen auf. Besonders das Lied "Wir sind Oberpfälzer, darauf sind wir stolz, denn wir sind aus gutem Holz" riss die Gäste von den Sitzen. Auch Karl Maier ist mit seinem unnachahmlich trockenen Humor beim Starkbierfest am richtigen Fleck. Als er in der Manier von Fredl Fesl erzählte, wie Jochen Neuss seinen Bürgermeisterkollegen aus Pegnitz auf einer Fortbildungsreise das ökonomische Prinzip klar machte, blieb kein Auge trocken. Auch er kam nicht ohne Zugabe von der Bühne.

Ortsvorsitzender Günter Sertl dankte der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen für die Bewirtung der Gäste. Für zünftige Musik sorgten den ganzen Abend über die Boaznhocker.

Habt ihr denn nichts aus dem letzten Jahr gelernt? Inzwischen hat sogar Eierlikör mehr Prozente.Fastenprediger Christoph Kasseckert an die Adresse der SPD
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