Versammlung der Auerbacher Bienenzüchter
Imkerjahr mit Überraschungen

Ganz schön gefordert waren die Imker im vergangenen Bienenjahr, das eine gute Ernte beim Sommerhonig bescherte, aber bedingt durch ein wechselhaftes Frühjahr auch Rückschläge und schwache Völker mit sich brachte. Und noch etwas passierte.

Konfrontiert wurden die Bienenzüchter im Zeitraum Mitte August bis Mitte September mit Unmengen von Melezitose-Honig, so war dem Bericht des Vorsitzenden Rudi Schatz bei der Herbstversammlung zu entnehmen, die kürzlich im Kolpinghaus über die Bühne ging.

Wechselhaftes Frühjahr

Schon am 2. Weihnachtsfeiertag des vergangenen Winters waren höselnde Bienen zu beobachten. Ein wechselhaftes Frühjahr verursachte Rückschläge und schwache Völker. Die Folge explodierender Völker im Mai waren viele Schwärme. Zum Ende des Monats hin konnte nur relativ wenig Blütenhonig geerntet werden, umso mehr dann Sommerhonig, aber auch Melezitose-Honig. Imker mussten etliche Völkerverluste beklagen, eine schwierige Situation war im August entstanden: die Ameisensäure verdunstete nicht gut, der starke Zufluss des Melezitosehonigs drängte die Völker aus der Brut. Ohne jeglichen Befund verliefen die Wachsuntersuchung sowie eine Untersuchung zur frühzeitigen Erkennung der Amerikanischen Faulbrut, an der sich einige Imker beteiligten. Sie will man auch im nächsten Jahr wieder machen. Schatz warb um eine verstärkte Beteiligung: "Diese Arbeit ist einfach und es gibt Sicherheit."

Die Informationspraxis auf andere Beine zu stellen, damit will man auf die Erfahrung aus dem Tag der offenen Gartentür in Gunzendorf reagieren. Der Imkerstand fand zwar erfreulich guten Zuspruch seitens der Bevölkerung, aber nur wenige Teilnehmer aus den Reihen der Mitglieder hatten sich eingefunden. Nach Verhandlungen über ein Vereins-Bienenhaus steht nun künftig das von Hans Heidenreich zur Verfügung. Es soll für Versammlungen und Schulungen für Neuimker genutzt werden. Josef Böhm rief zu Ideen auf, wie das Bienenhaus stärker zu nutzen sei. In Umlauf gebrachte verfälschte Mittelwände sind zumindest in unserer Region noch nicht aufgetaucht, informierte und warnte Schatz die Mitglieder. Christian Roppelt erklärte sich bereit, den Wachsaustausch vorzunehmen.

Aus der Kreisversammlung berichtete der Vorsitzende über das auf Ameisensäure basierende und nahezu temperaturunabhängige neue kanadische Mittel "MAX". Er gab auch den Hinweis für einen Zuschuss bei Sammelbestellungen für Ameisensäure-Verdunster durch das Veterinäramt. Interessenten sollten sich beim Vorsitzenden melden.

Gut funktionierte die Königinnenzucht von Josef Haberberger. Er würde sich aber eine Rückmeldung der Mitglieder wünschen, die ohne Kostenaufwand zu einer Königin kommen, nachdem sie vom Verein finanziert wird. Auch einen besseren Informationsfluss zu und von den Mitgliedern regte er an, dazu ein oder mehrere eigene Zuchtvölker für den Verein oder einen entsprechenden Zuschuss für seine Reinzuchtvölker. Ehrenvorsitzenden Martin Nägele zufolge werden mindestens drei Reinzuchtvölker benötigt, um eine Auswahl treffen zu können. Die Diskussion soll in einer Vorstandssitzung fortgeführt werden, an der Josef Haberberger teilnehmen soll.

Möglicher Honigverkauf

Hinweise an die Mitglieder gab es auch über einen möglichen Honigverkauf an das Honighaus Breitsamer oder die Erzeugergemeinschaft in Bamberg. Bei Interesse werden die Imker in die Broschüre des Landkreises über Honigkauf aufgenommen. Auch der Verein will eine Liste erstellen und auslegen. Außerdem trägt man sich mit dem Gedanken mit Adressen der Imker im Stadtanzeiger zu inserieren. Die anwesenden Mitglieder stimmten zu, diese Maßnahmen weiter zu verfolgen.

Hilfe bei TotalverlustNeu-Imker Peter Danninger berichtete kurz über das Vorgehen bei der Schulung im Nachbarverein Sulzbach-Rosenberg. Jeder Neu-Imker braucht hier einen Paten. Er stieß als Schulleiter über die Aktion Bienen an Schulen zur Imkerei. Inzwischen ist der Nitzlbucher Besitzer eines Schwarms. Hilfestellung leistet der bereits Praxis erfahrene Imker Christian Trenz.

Heribert Sier als Geschädigter aufgrund vieler Verluste im letzten Jahr regte in der Aussprache an, dass sich die Vereinsmitglieder zu günstigen Konditionen gegenseitig helfen. Der Vorschlag soll bei der Frühjahrsversammlung 2017 in die Tagesordnung aufgenommen werden. Martin Nägele machte sich stark dafür, als Imkergemeinschaft bei Totalverlust den betroffenen Imkern ein Volk zu schenken.

Im Gegenzug könnte ein Ausgleich in Form von Rähmchen und Mittelwänden erfolgen. Hans Heidenreich sprach das hochgiftige Jakobskreuzkraut an, das dezimiert werden sollte, allerdings nur mit Handschuhen. Oder es sollte gemeldet und dem Kraut durch den Bauhof der Garaus gemacht werden.

Als nächstes Imkertreffen folgt als Traditionsveranstaltung an Dreikönig, 6. Januar, das Imker-Neujahrstreffen um 10 Uhr im Waldgasthaus Hohe Tanne. (cs)
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