Vortrag über das soziale Werk von Regens Wagner
"Etwas verändern"

Schwester Michaela Speckner brachte beim Fastenessen in Michelfeld ihren zahlreichen Zuhörern die Leistung von zwei Pionieren der sozialen Veränderung im Bayern des 19. Jahrhunderts näher: Schwester Theresia Haselmayr und Regens Johann Evangelist Wagner. Bild: ll

Michelfeld. Auf sehr große Resonanz stieß der Vortrag von Schwester Michaela Speckner zum Fastenessen in Michelfeld. Die stellvertretende Provinzoberin der Dillinger Franziskanerinnen stammt aus Ortlesbrunn und beleuchtete im Pfarrsaal die Wurzeln des sozialen Werks von Regens Johann Evangelist Wagner.

Der 1807 geborene Bauernbub brachte es bis zum Professor für Dogmatik und Leiter des Priesterseminars in Dillingen. Schon früh hatte er Kontakt zu behinderten Menschen, für die er sich zusammen mit der Dillinger Franziskanerin Theresia Haselmayr einsetzte, etwa durch die Gründung von Taubstummenanstalten. "Beide haben gespürt, wir haben die Kraft, in unserer Umwelt etwas zu verändern", beschrieb Schwester Michaela die Gemeinsamkeit dieser zwei starken Persönlichkeiten.

Eine ihrer Erkenntnisse lautete: "Es ist notwendig, dass wir alle Menschen, ganz gleich wie sie sind, als Schwestern und Brüder anschauen." Früher sei es für Eltern oft schwer zu begreifen gewesen, warum sie ein behindertes Kind bekommen haben, sagte die Ordensschwester. Entsprechend sah der Umgang mit ihnen aus: "Kinder mit Behinderung waren oft die Elendsten auf dieser Erde." Sie habe selbst noch erlebt, "wie wir eine behinderte Frau aus einem Kuhstall rausgeholt haben, in dem sie lebte".

Die Wurzeln der Michelfelder Regens-Wagner-Einrichtung gehen zurück ins Jahr 1885. Johann Evangelist Wagner übernahm mit den Dillinger Franziskanerinnen das heruntergekommene Gebäude des ehemaligen Benediktinerklosters und richtete darin eine Pflegeanstalt für taubstumme Mädchen und Frauen ein.
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