Wohnhausbrand in Auerbach
Elfjähriger schlägt Alarm

(Foto: Markus Müller)

Ein paar Tage nur nach dem Brand in Degelsdorf heulten in Auerbach am Donnerstag erneut die Sirenen. Aus den Fenstern eines Hauses im Ortsteil Hohe Tanne quoll dichter Rauch. Das Feuer war im Kinderzimmer ausgebrochen.

Verletzt wurde bei dem Brand am Donnerstag gegen 20 Uhr niemand. Dass es so gekommen ist, ist glücklichen Umständen und dem geistesgegenwärtigen Eingreifen eines 56-jährigen Mannes zu verdanken. Er brachte die drei Kinder, die sich in dem Gebäude befanden, in Sicherheit und alarmierte die Feuerwehr.

Brandursache noch offen

Zur Brandursache wollten sich Polizei und Feuerwehr am Freitag nicht äußern. Nur so viel steht fest: Das Feuer brach in einem Kinderzimmer aus. Wie das Polizeipräsidium Oberpfalz mitteilte, bemerkte ein elfjähriger Bub den Brand, als er aus dem Zimmer Spielzeug holen wollte. Der Junge habe laut um Hilfe geschrieen und dadurch einen 56 Jahre alten Bekannten der Familie auf das Feuer aufmerksam gemacht. Dieser war kurz vorher an dem Haus eingetroffen, um seinen acht Jahre alten Sohn, der zum Spielen bei den Bekannten war, abzuholen.

Glutnester unterm Dach

"Der 56-Jährige brachte geistesgegenwärtig alle Kinder aus dem Gebäude", teilte Erster Polizeihauptkommissar Helmut Träg mit. Auch ein 14 Jahre altes Mädchen, die Schwester des Elfjährigen, gelangte dadurch in Sicherheit. Obwohl der Mann sofort die Feuerwehr alarmierte und die Brandbekämpfer schnell vor Ort waren, brannte das Kinderzimmer komplett aus. Die Flammen griffen auch auf den Dachstuhl über und fraßen sich laut Kreisbrandinspektor Peter Deiml durch das Dämmmaterial. Wegen der starken Rauchentwicklung ging die Feuerwehr mit schwerem Atemschutz vor. Die Photovoltaik-Anlage auf dem Dach erschwerte den Einsatz ebenso wie Glutnester unter den Dachziegeln. Die Feuerwehrleute mussten das halbe Dach abdecken, um dem Brand den Garaus machen zu können. Keine Probleme bereitete die Wasserzufuhr. Die Löschtrupps errichteten binnen kürzester Zeit eine etwa 600 Meter lange Schlauchstrecke zum Eschenbacher Weiher.

Die Brandermittler beziffern den Schaden auf rund 60 000 Euro. "Das Haus ist vorerst nicht bewohnbar", erklärte Deiml. Nachbarn und Bekannte hätten der Familie über die kommenden Tage Unterschlupf angeboten. Im Einsatz waren vier Feuerwehren mit rund 120 Aktiven, sie stammten aus Auerbach, Zogenreuth, Nitzlbuch und Königstein. Das Rote Kreuz hielt Bereitschaft und baute eine Verpflegungsstation für die Löschmannschaften auf.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.