08.03.2018 - 20:00 Uhr

Heim & Haus will neue Produktionshalle im Gewerbegebiet Lohe-Süd bauen Millionen-Projekt in Auerbach

Für den Bau einer neuen Halle am Standort Auerbach nimmt der Fenster-, Türen- und Markisenhersteller Heim & Haus viel Geld in die Hand. Die Rede ist von einem Investitionsvolumen zwischen 3,2 und 3,5 Millionen Euro. Der Stadtrat hört das gerne.

von Autor CSProfil

Bereits im Dezember 2017 reichte das Unternehmen die Unterlagen für das Projekt bei der Stadt ein. Am 10. Januar gingen sie weiter ans Landratsamt zur Genehmigung. "Mit dem stattlichen Vorhaben wird eine Lücke geschlossen, nicht nur baulich", begrüßte Bürgermeister Joachim Neuß in der Stadtratssitzung am Mittwochabend das Projekt. Neuß sprach auch von einer schmerzlichen Lücke, die nach der Insolvenz des Nachfolgebetriebs der früheren und inzwischen von Heim & Haus erworbenen Parkettfabrik Bego entstanden sei. "Es war kein einfacher Weg, aus einer Insolvenz heraus das Ganze zu erwerben", rief das Stadtoberhaupt in Erinnerung und dankte in diesem Zusammenhang Insolvenzverwalter Harald Schwartz.

Die eingeschossige Produktionshalle mit einer Länge von 90,82 Metern und einer Breite von 33,64 Metern wird parallel zur Alpo-Straße zwischen dem Anwesen Nittmann und der bereits bestehenden Produktionshalle errichtet. Nordwestlich dieser Halle soll der zweigeschossige Sozialbereich angebaut werden, in dem unter anderem Büros, Umkleideräume sowie die Arbeitsvorbereitung untergebracht werden.

In ihrer Stellungnahme erklärte die Verwaltung alle Festsetzungen des rechtskräftigen Bebauungsplanes Lohe-Süd für erfüllt. Die erforderlichen Stellplätze würden auf dem Baugrundstück nachgewiesen.

Bei der Vorstellung des Bauvorhabens im Stadtrat hob Heim & Haus-Geschäftsführer Torsten Grundmann das gute Einvernehmen zwischen Stadt und Unternehmen heraus. Diese langjährige Tradition werde mit dieser Investition weiter gefestigt und der Standort Auerbach in der Region zunehmend verwurzelt.

Der Geschäftsführer berichtete über eine sehr gute Entwicklung. In den vergangenen fünf Jahren sei der Umsatz kontinuierlich gewachsen, im Durchschnitt zwischen fünf und acht Prozent. 2017 habe das Unternehmen eine neue Markisengeneration eingeführt und sei für die Zukunft gerüstet. Im Bereich Sonnenschutz zähle sich Heim & Haus zu den Marktführern in Deutschland: "Wir können in der oberen Liga mitspielen." Die Erweiterung der Flächen für Sonnenschutzprodukte sei ein Muss, um das Wachstum der Vergangenheit für die Zukunft sicherzustellen.

Im gleichen Zuge werde die Dachfensterfertigung neu aufgebaut und in die Alpo-Straße umziehen. Die beiden dadurch frei werdenden Hallen sollen in die Markisenproduktion integriert werden. Zusätzliche Arbeitsplätze bringe der Neubau zwar nicht unmittelbar, gab Grundmann auf Nachfrage von Herbert Appl zu verstehen.

Allerdings werde als Folge des Ausbaus auf rund 3000 Quadratmeter Fertigungsfläche die neu zu organisierende Sonnenschutzproduktion zu einer erhöhten Flexibilität führen. Neue Produkte steigerten die Wertschöpfung am Standort, und diesen Platz gelte es dann auszufüllen. Er hoffe, antwortete der Heim & Haus-Geschäftsführer auf Josef Lehner, dass es noch vor Ostern zur Vergabe des Bauvorhabens komme.

Auftragsvergaben hinter verschlossenen Türen

Obere und Untere Vorstadt

Anfang 2016 kürte die Stadt Auerbach nach einem Architektenwettbewerb für die Obere und Untere Vorstadt zwei Preisträger. Die Realgrün-Landschaftsarchitekten aus München überzeugten letztlich die Verantwortlichen, und so empfahl der Bauausschuss seinerzeit dem Stadtrat, den Auftrag an sie zu vergeben. Zugleich beauftragte er jedoch die Verwaltung, über das Honorarangebot nachzuverhandeln. Eine Einigung kam jedoch nicht zustande.

Der zur Klärung eingeschaltete Kommunale Prüfungsverband habe sich der Position der Stadt angeschlossen. Nachdem Realgrün den Einigungsvorschlag akzeptiert hat, stimmte der Stadtrat der Auftragsvergabe zu. Die konkrete Summe errechnet sich aus den tatsächlichen Baukosten. Schätzungen erwarten sie für die Obere Vorstadt bei 1,8 Millionen und für die Untere Vorstadt bei 2 Millionen Euro.

Rathaus

Für die Generalsanierung des Rathauses schrieb die Stadt Auerbach Fliesen- und Plattenarbeiten, Bodenbeläge sowie Innen- und Außenputzarbeiten beschränkt aus. Dabei gaben jeweils drei oder vier Firmen wertbare Angebote ab. Der Stadtrat vergab die Aufträge am Mittwoch jeweils an den Mindestbietenden, und zwar wie folgt:

Fliesen- und Plattenarbeiten: Münch, Vilseck, 60 665,61 Euro

Bodenbeläge: Paulus, Amberg, 45 690,05 Euro

Putzarbeiten: Mühlbauer, Regensburg, 210 046,90 Euro

Unter dem Strich stehen somit 316 402,56 Euro. In der Kostenberechnung waren für diese Maßnahmen ursprünglich 406 980 Euro angesetzt. Derzeit sind rund 85 Prozent der Aufträge für die Sanierung des Rathauses erteilt. "Trotz erheblicher Unwägbarkeiten und verschiedener unvorhergesehener Maßnahmen werden die Kosten zum aktuellen Zeitplan lediglich um drei Prozent überschritten. Die Arbeiten gehen sogar zügiger voran, als im ursprünglichen Zeitraster geplant", teilt die Stadt in einer Presseinformation mit.

Kanalkataster

Um die wasserrechtliche Erlaubnis zur Einleitung von Mischwasser aus dem Hauptsammler verlängert zu bekommen, braucht die Stadt einen Kanalkataster, der das gesamte Abwassersystem in Auerbach digital erfasst und darstellt. Auf dieser Grundlage bauen Schmutzfrachtberechnungen, eine hydraulische Überrechnung des Kanalnetzes, die Schadensaufnahme mittels Kamerabefahrung und die Sanierungsplanung des Abwassersystems auf. Diesen Kataster lässt der Stadtrat von der Seuß Ingenieure GmbH in Amberg zum Brutto-Angebotspreis von 116 370,10 Euro erstellen. (gw)

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