ZF richtet sich an den Standorten in Auerbach und Bayreuth neu aus
Abbau und Job-Garantie bei ZF

Das Ergebnis der Verhandlungen zur Zukunft der Standorte Auerbach und Bayreuth haben ZF-Geschäftsführung und Betriebsrat bei der letzten Betriebsversammlung des Jahres 2016 in dieser Woche vorgestellt. Bild: hfz

Keiner fliegt raus. Die Wochenarbeitszeit wird von 38 auf 37 Stunden reduziert - bei vollem Lohnausgleich. Und mittelfristig speckt der Automobilzulieferer ZF an seinen Standorten Auerbach und Bayreuth um 150 Beschäftigte ab.

ZF (Zahnradfabrik Friedrichshafen) hat sich, so eine Mitteilung des Unternehmens vom Freitag, mit den Betriebsräten seiner Standorte Auerbach und Bayreuth auf eine Vereinbarung zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit dieser Niederlassungen geeinigt. Auf einer Betriebsversammlung zur Wochenmitte hätten Geschäftsleitung, Betriebsrat und IG Metall Amberg die Ergebnisse der Verhandlungen vorgestellt.

Ausgangspunkte der Gespräche waren sogenannte Ergänzungstarifverträge, die mit Ende des Jahres 2016 für Auerbach und Bayreuth ohnehin ausgelaufen wären. Einher damit geht eine Konzerninitiative zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit, insbesondere der deutschen Standorte, "um den Marktveränderungen in der Branche zu begegnen". Der nun abgeschlossene Vertrag der Sozialpartner legt ab 1. Januar die künftigen Rahmenbedingungen der Beschäftigung in den zwei Betrieben in der Region fest.

"Motivierte und gut ausgebildete Mitarbeiter und die besten Technologien helfen nichts, wenn den Kunden die Produkte schlicht zu teuer sind. ZF schaut daher an allen Standorten auf sämtliche Kostenstrukturen in Verwaltung, Produktion, Materialeinkauf, Transport und Personal, um auch in Zukunft wettbewerbsfähig zu bleiben", fasst Harald Deiss, Leiter des Geschäftsfelds Elektrische Systeme mit Hauptstandort Auerbach, die Ausgangssituation der Verhandlungen zusammen.

Fortan 37 Stunden

Weiter beschrieb Michael Lautenschlager, Leiter der ZF-Unternehmenskommunikation, in seiner Pressemitteilung die Kernelemente des neuen Kontraktes. Demnach gilt ab 1. Januar 2017 eine regelmäßige tarifliche wöchentliche Arbeitszeit von 37 Stunden bei vollem Lohnausgleich. Bisher betrug die Regelarbeitszeit 38 Stunden pro Woche. In den nächsten Jahren solle die Wochenarbeitszeit schrittweise an die flächentarifliche Regelung angepasst werden.

Allen Stamm-Mitarbeitern werde eine Beschäftigungssicherung bis Ende 2022 eingeräumt. Gleichzeitig greife die Nutzung von erweiterten Altersteilzeitregelungen und die natürliche Fluktuation. Auf diese Weise werde die Zahl der Beschäftigten in Auerbach in den kommenden drei Jahren um rund 150 sinken, "um die Personalkapazität an den tatsächlichen Bedarf anzupassen", wie es Lautenschlager formulierte.

Der unmittelbare finanzielle Beitrag der Beschäftigten am Standort Auerbach zur Wettbewerbssicherung basiere im Wesentlichen auf zwei Säulen: Zum einen würden zum Beispiel Schichtmodelle angepasst oder Gehaltserhöhungen außertariflicher Mitarbeiter verschoben.

"Zum anderen wird die im letzten Tarifabschluss für die Metall- und Elektroindustrie vereinbarte Einmalzahlung in Höhe von 150 Euro pro Arbeitnehmer nicht ausbezahlt", heißt es. Eine solche Option sehe der Tarifvertrag vor, wenn sich die Betriebsparteien darauf verständigten. ZF konzentriere sich in Auerbach langfristig auf Elektronik-Lösungen für die Automobilindustrie. Die dazu notwendigen Anforderungen an Mitarbeiter würden über eine Qualifizierungsinitiative sichergestellt.

Wichtige Weichenstellung

Geschäftsleitung und Betriebsrat begrüßten das Verhandlungsergebnis, versicherte Lautenschlager: "Mit diesem Gesamtpaket tarifvertraglicher und betrieblicher Regelungen ist eine wichtige Weichenstellung für die Standorte Auerbach und Bayreuth getroffen worden", betonte demnach Michael Detert, Personalleiter und der Verhandlungsführer auf Arbeitgeberseite.

Auch Sonja Hahn, die Vorsitzende des ZF-Betriebsrats in Auerbach, werte die getroffenen Vereinbarungen positiv: "Mit diesem Abschluss, insbesondere der darin enthaltenen Beschäftigungssicherung, sowie den betrieblichen Vereinbarungen ist der Standort für die kommenden Herausforderungen in der Automobilbranche gerade auch im Hinblick auf Elektromobilität gut aufgestellt", wird die Gewerkschafterin zitiert.

Motivierte und gut ausgebildete Mitarbeiter und die besten Technologien helfen nichts, wenn den Kunden die Produkte schlicht zu teuer sind.Harald Deiss, Leiter des Geschäftsfelds Elektrische Systeme bei ZF Auerbach
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