Ideenschmiede und Angebote zur Unterstützung für OWV
Silberstreif für Schutzhaus

Das Schutzhaus Silberhütte gilt als Symbol des Oberpfälzer Waldvereins und ist weit über die Region hinaus bekannt. Das Kleinod aus dem Jahr 1932 braucht dringend eine energetische Sanierung. Außerdem sucht der OWV ein Konzept, das Haus für Pächter, Wanderer, Skilangläufer und andere Ausflügler attraktiv zu betreiben. Bilder: ui
Freizeit
Bärnau
12.07.2017
209
0
 

Das Murren beim OWV ist unüberhörbar. Und dabei geht es nicht nur um die Zukunft des Schutzhaus Silberhütte.

Silberhütte. Ideen für die Zukunft der symbolträchtigen Hütte waren bei der Diskussionsrunde am Dienstagabend gefragt. Die kamen auch aus dem Kreis der 50 Besucher. Doch es blieben bei vielen Mitgliedern Zweifel, ob davon etwas umgesetzt wird, und so der Weg geebnet würde, aus der Silberhütte wieder eine Goldgrube zu machen, wie es Vorsitzender Armin Meßner zu Beginn als Ziel verkündet hatte.

Überrascht waren Vorstand und Anwesende von der Nachricht, dass die Nachbarn vom Skilanglaufzentrum einen Gastrobetrieb in ihren Gebäuden an der Loipe planen würden (siehe Kasten). Der Stadtrat Bärnau wird am heutigen Donnerstag darüber diskutieren.

Ein Brief an Staatssekretär Albert Füracker ins Heimatmuseum mit der Frage nach einer mögliche finanziellen Unterstützung. So lautete der Vorschlag der Weidenerin Petra Vorsatz, der als erster aus der Runde kam. Den Kontakt zur Tourismus- und Gastroschule in Wiesau oder den entsprechende Studiengängen in Heilbronn oder auch zu den Marketingexperten der OTH zu suchen, lautete eine weitere Idee.

Ins Stocken kam die Diskussion dann über die Frage nach dem Huhn oder Ei, sprich was man zuerst erledigen müsse: Finanzen ausloten, ein Betriebs- oder ein bauliches Konzept entwerfen.

"Wenn ein Konzept erarbeitet wird, darf das nicht auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschoben werden", forderte Bauunternehmer Hans Balk, der schon viel am Schutzhaus gerichtet hat. "Ich bin mir sicher, dass die Silberhütte in welcher Form auch immer als Markenzeichen erhalten bleibt." Er wünscht sich Mithilfe und glaubt an den entsprechenden Einsatz aus dem Kreis der Mitglieder.

Für eine Lösung mit dem Förderkreis Silberhütte, der das Skilanglaufzentrum betreibt, votierte Bärnaus Bürgermeister Alfred Stier. Er bewundere Leute, die sich wie Balk einsetzen. Aber allein werde es der OWV nicht stemmen. Eine große Lösung koste zwei bis drei Millionen Euro. "Wenn Sie es nicht einmal schaffen, dass die Vereinszeitschrift 'Arnika' kostendeckend rausgeht, wie wollen Sie es da schaffen, die Silberhütte auf Vordermann zu bringen."

Stier bot sich als Moderator für Gespräche mit den Langläufern an und sagte Unterstützung der Stadt bei der Sanierung des Schutzhauses zu. "Die Silberhütte hat weiterhin einen guten Ruf in ganz Bayern."

Oliver Mutterer plädierte als ersten Schritt für Gespräche mit den Langläufern, dann für die Suche nach einem Investor für das Schutzhaus. Sollte beides nicht erfolgreich sein, gelte es, die Ideen aufzugreifen, Experten zu suchen und dann einen Rückbau zumindest des Saalanbaus anzudenken. Man wisse, dass einige Pächter wegen der hohen Energiekosten wieder gegangen seien. "Wenn die 10 000 Mitglieder zehn Jahre lang vier Euro dazuzahlen, dann haben wir fast eine halbe Million Euro zusammen. Dann klappt auch das mit den Zuschüssen", rechnete der stellvertretende Flosser Bürgermeister vor. (Angemerkt)

Hoffnung auf Zweckehe

Von Uwe Ibl

Die Kritik aus den Reihen der Besucher war berechtigt. Nur Ideen zu sammeln, ist zu wenig, um der Silberhütte schnellstmöglich zu neuem Glanz zu verhelfen. Als Diskussionsgrundlage hätten die Verantwortlichen strukturiert Infos über Möglichkeiten, Defizite in der Bausubstanz und bisherige Aktivitäten präsentieren müssen. Klar, auf Nachfrage der überraschend vielen Gäste informierte OWV-Chef Armin Meßner über die Pachtzahlungen der letzten Wirte (zwischen 1600 und zuletzt 250 Euro), über die Zahl der Mitglieder (etwa 10 000) und über den Kontostand (rund 30 000 bis 40 000 Euro) des Hauptvereins.

Was also bleibt aus der fast dreistündigen Runde? In der nächsten Woche wollen sich OWV und der Langlauf-Förderkreis zusammensetzen. Schließlich ist das Schutzhaus für beide Vereine eine wichtige Einrichtung, die - wenn sie wieder funktioniert - auch beiden von Nutzen ist. Für die Freizeiteinrichtung am Entenbühl bleibt zu hoffen, dass Schwung und Ideenreichtum der Langläufer mit der Bodenständigkeit des Waldvereins und den Ideen vom Dienstag endlich eine partnerschaftliche Verbindung zum Wohle aller - auch der Sportler und Ausflügler eingehen. Vielleicht in der von Bärnaus Bürgermeister Alfred Stier angedachten Form einer Art Zweckgemeinschaft.

uwe.ibl@oberpfalzmedien.de



Wenn Sie es nicht einmal schaffen, dass die Vereinszeitschrift 'Arnika' kostendeckend rausgeht, wie wollen Sie es da schaffen, die Silberhütte auf Vordermann zu bringen.Alfred Stier plädiert für eine Zweckgemeinschaft "Silberhütte"


Langläufer bieten Hilfe an"Wir haben einen Kiosk und wollen zwischen den beiden Gebäuden einen Wetterschutz, eine Art Wintergarten". Von einem Gastronomiebetrieb an der Loipe könne keine Rede sein, sagte der neue Vorsitzende des Förderkreises Silberhütte, Frank Kiener, am Mittwoch. "Es bleibt beim Imbiss mit Würsteln und Getränken für Eltern und Zuschauer an der Loipe."

"Uns ist daran gelegen, dass es am Schutzhaus weitergeht." Die Silberhütte tue beiden Vereinen gut. "Wir wollen am Konzept mitwirken in welcher Form auch immer, damit es wieder funktioniert."

Das könne die Suche nach Zuschüssen und Gönnern sein oder das Einbringen von Beziehungen und Ideen. "Ob dass dann der OWV oder ein Investor verwirklicht, ist mir egal. Betreiben wollen wir das Schutzhaus nicht."

Am Telefon bekräftigte Kiener die Gesprächsbereitschaft des im Februar gewählten Vorstandes gegenüber dem OWV, um gemeinsam für die Silberhütte eine Lösung zu finden. Nächste Woche habe man einen Gesprächstermin vereinbart, an dem auch Bürgermeister Alfred Stier teilnehmen wolle. (ui)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.