12.08.2014 - 00:00 Uhr
BärnauOberpfalz

Ausverkauftes Haus beim "Bauerngrant" - Hermann Fischer glänzt als Kabarettist Ein "Urviech" mit derbem Charme

Was die Jan Hus-Festspiele auf der Bärnauer Freilichtbühne nicht schafften, das gelang Hermann Fischer aus Gründlbach am Samstagabend im Alleingang: Ein ausverkauftes Haus mit einem mehr als gut aufgelegten Publikum auf der Freilichtbühne im Klostergarten. Dabei, so Hermann Fischer, "hom dei mie nur einer loua, weil nu so vü Brezn übrig bliem san vom Jan Hus". Es gehe halt nur ums Geschäft.

Groß ist die Fangemeinde von Hermann Fischer. Sein erster Soloauftritt sorgte für ein volles Haus auf der Bärnauer Freilichtbühne. Bild: kro
von Konrad RosnerProfil

Alfred Wolf hieß vor dem Auftritt von Hermann Fischer die vielen Besucher im Klostergarten willkommen, unter ihnen auch die beiden Bürgermeister Alfred Stier (Bärnau) und Josef Schmidkonz (Mähring). Wolf betonte, dass der Kultur- und Festspielverein Bärnau gerne dem Wunsch Hermann Fischers entsprochen habe, ein Soloprogramm auf dieser Bühne zu präsentieren. Hintergründig, schlitzohrig und grantelnd und dabei aber stets humorvoll präsentierte anschließend das "Urviech" aus Gründlbach seinen "Bauerngrant" auf der Bühne.

Im Mittelpunkt seines Programms stand dabei seine Vita, erst in "Googel" habe er nachgeschaut, was die Vita eigentlich sei. Fischer: "Ma Vita is oaganga, nemats wor daham, d'Mutter wor im Kreißsaal und da Vater is auf und o grent". Im tiefsten Stiftländerisch erzählte er seinen weiteren Werdegang, die Schuleinschreibung und die tägliche Schule, "weisua men mir an ganzen Vormittog verplempern, und dann daham nu die Hausaufgabn machen. I ho des Schulsystem niat verstandn". In der 5. und 6. Klasse habe er dann die Schule in Marchany besucht, "dort is da Stunenplan noum Wetter ganga", ehe er an die Knaben-Realschule nach Waldsassen wechselte, "dou wor i traurig, denn die Moila hom grod as Wachsen oagfanga", und ebenso schlim, "dei hom an Stundenplan hat, alle Stund is wos anders kumma, die homm se niat noun Wetter gricht".

Sprung in Brunnen

Er zitierte seinen Vater: "99 Lehrer und a Boder, des san 100 Narren". Doch irgendwie schaffte er die Probezeit, ein anderer nicht: "Der is heit aber Birgamoista und i bin blos a Bauer worn". Fischer erinnerte gut gelaunt an den Skiausflug nach Österreich, den Tanzkurs in der 9. Klasse, sowie an die Schreibmaschinen- und Stenokurse. "Steno kennt heint koina meina, i hob glei gsagt, des ist meisse". In Steno hatte er eine glatte 6,0, sein Freund einen Notenschnitt von 5,95. Weil sein Freund besser war, musste er in den Basilika-Brunnen springen, erzählt er sehr verschmitzt von einer Wette.

Job als Milchweega

Die mittlere Reife habe der dann aber doch irgendwie geschafft, ehe er eine bäuerliche Ausbildung anstrebte. "In da Berufsschule hob i mi leicht dou, i hob ja a mittlere Reife ghabt". Nach der Gesellenprüfung ging er zur Winterschule, ehe er den verantwortungsvollen Job als "Milchweega" übernahm - er habe die Kuhmilch gewogen.

Im zweiten Teil seines kurzweiligen und immer humorvollen Programms ging Fischer vor allem auf den Bauernstand und all seinen Kuriositäten ein, ganz nach dem Motto zwischen "Bulldog und Mistgang". Dieser gelungene Kabarettabend fordert geradezu nach einem weiteren Auftritt von Hermann Fischer, der seine Fans einmal mehr begeistern konnte. Viele fanden es schade, dass sie keine Karte mehr erhielten.

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