11.05.2018 - 16:48 Uhr
BärnauOberpfalz

Bärnauer Knopfmuseum präsentiert Puppenstubensammlung von Inge Aures Einkaufwelten in Miniaturausgabe

Bis heute sind sie nicht aus der Mode gekommen, die Kaufläden und Puppenstuben. Dabei geht bei manchen die Liebe zu diesem Spielzeug so weit, dass sie Sammelobjekt wurden. Inge Aures zum Beispiel ist eine eifrige Sammlerin historischer Kaufläden.

So klein, zeigt Sammlerin Inge Aures einen original nachempfundenen "Kaffee Haag", sind die Waren in ihren Kaufläden. 40 ihrer Puppenstuben und Kaufläden präsentiert die Vizepräsidentin des Bayerischen Landtags ab Montag im Bärnauer Knopfmuseum. Hier bestückt sie ihr ältestes Exponat, einen Kaufladen von 1895.
von Ulla Britta BaumerProfil

Von Ulla Britta Baumer

Museumsleiterin Andrea Bäuml ist am Mittwochvormittag ein wenig aufgeregt. Sie erwartet einen besonderen Gast. Inge Aures, die Vizepräsidentin des Bayerischen Landtags, wird gleich im Knopfmuseum eintreffen. Die Kulmbacherin kommt aber nicht etwa zu einem öffentlichen Auftritt als Politikerin. Inge Aures hat sich mit ihrer Schwester Liane Weber nach Bärnau aufgemacht, um dort ihre Kauflädensammlung für eine Ausstellung aufzubauen.

"Brigitte Rieß und Birgit Fischer hatten die Idee, Inge Aures zu fragen, ob sie bei uns ausstellt", erzählt Andrea Bäuml. Ihre beiden Mitarbeiterinnen haben die Puppenstuben und Kaufläden in Wunsiedel bei einer Ausstellung im Fichtelgebirgsmuseum gesehen. Dort ist dann auch die Idee entstanden, Aures nach Bärnau einzuladen.

Schon als Kind gesammelt

"Ich habe dann in ihrem Abgeordnetenbüro angerufen und sie hat gleich zugesagt", freut sich Andrea Bäuml, dass sich die Landtagsvizepräsidentin die Zeit nimmt, in der Knopfstadt auszustellen. Denn wenn ein Hobby zeitaufwendig ist, dann das Aufstellen von Kaufläden und Puppenstuben. Aures lacht auf die Frage, wie viele der winzigen Details sie für die Bestückung der kleinen Läden und Stuben mitgebracht hat. "Die habe ich noch nie gezählt", schmunzelt sie und verrät, dass sie 40 Exponate dabei habe. Aber sie habe natürlich noch mehr. Kein Wunder.

Aures, die zehn Jahre als Oberbürgermeisterin von Kulmbach tätig war, sammelt seit ihrer Kindheit Antiquitäten. "Ich habe damals schon begonnen, alles zusammenzutragen," sagt sie. Ihre Exponate stammten von Trödelmärkten ebenso wie von Wohnungsauflösungen oder von Privatpersonen, die ihre Erbstücke hergeben wollen.

Sie und ihre Schwester ließen keine Gelegenheit aus, um neue "Waren" oder Einrichtungsgegenstände zusammenzutragen "Aber jetzt habe ich derart viele, ich kann nichts mehr annehmen", bedauert Aures, dass sie ihre Sammlerleidenschaft aus Platzmangel bremsen müsse. Unter ihren Schätzen befinden sich auch wertvolle und sehr alte Stücke. Eine Puppenstube ist über 100 Jahre alt, die jüngsten Exponate stammen aus den 1960er Jahren.

"Aber neuere Stuben oder Kaufläden habe ich nicht. Das Plastikzeug ist nichts", findet Aures wenig Gefallen am Neuzeitspielzeug. Viel schöner ist es, die Details in ihren Exponaten zu betrachten. Die Sammlerin hat die unterschiedlichsten Läden und Stuben zusammengetragen. Zu ihrem Bestand gehören Apotheken, ein Gewürzladen, ein Stoffgeschäft, eine Metzgerei, eine Bäckerei und mehr.

Andrea Bäuml und ihr Team sind beim Aufbau behilflich. Um die Miniaturen aus den Schachteln in die Exponate zu räumen, sind Geduld und Zeit gefragt. Bis in den Nachmittag hinein bestücken die Frauen die Exponate. Nach und nach ist alles niedlich eingerichtet. Die Liebe zum Detail ist unübersehbar. Die Stübchen bekommen sogar Bewohner: Winzige Püppchen leben dort oder fungieren als Verkäufer.

Vernissage am Montag

Am Spätnachmittag sind die Schachteln leer. Die Bärnauer Museumsfrauen dürfen die nette Ausstellung als erstes bewundern. Andrea Bäuml freut sich bereits auf die Vernissage am Montag, 14. Mai um 18.3o Uhr.

Bis 28. Oktober dürfen die Puppenstuben und Kaufläden von Aures im Knopfmuseum bleiben und können jederzeit besichtigt werden. Geöffnet ist Donnerstag bis Freitag sowie an den Feiertagen von 13 bis 17 Uhr. Auf Anfrage können Gruppen bis 15 Personen außerhalb der Öffnungszeiten vorbeischauen. Infos gibt es bei der Touristinfo Bärnau.

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