21.03.2017 - 17:28 Uhr
BärnauOberpfalz

Geschichtspark eröffnet am Wochenende Besucherzahlen stabilisieren

Am Sonntag startet der Geschichtspark Bärnau mit einem attraktiven Programm in die neue Saison. Vieles hat schon Tradition, anderes ist neu. Und es geht nicht nur um die Goldene Straße, sondern auch um die verbotene.

Der Geschichtspark soll noch attraktiver werden.
von Norbert Grüner Kontakt Profil

"Wir haben wieder ein tolles Programm ausgearbeitet und wollen uns in diesem Jahr ganz besonders nach Besucherzahlen strecken." So der wissenschaftliche Leiter Stefan Wolters. Mehr Bekanntheit erreichen ist das erklärte Ziel, das der Archäologe bei der Vorstellung der Aktivitäten formulierte. Ihm zur Seite standen dabei Ida Petioká, Projektkoordinatorin für die Landesausstellung Karl IV., und die Projektmanager Magdalena Becher und Vaclav Vrbik.

Der Start am Wochenende soll ein Großreinemachen sein, bei dem es darum geht, die Häuser nach dem Winter wieder herzurichten. Beim Osterfest am 17. April dreht sich dann alles um Frühjahrsbräuche, die es auch schon im Mittelalter gab. Bei diversen Bau- und Handwerkerwochenenden wird das eine oder andere neue Gebäude entstehen. Am Jahresende sollen es 32 sein, Gleich an vier Wochenenden bietet der Geschichtspark ein Schwertkampf-Seminar mit Roland Warzecha. Laut Wolters einer der besten historischen Fechter Europas. Dabei gehe es nicht um Schaukämpfe. Warzecha sei einer, der sich mit der mittelalterlichen Fechtkunst auf wissenschaftliche Art und Weise beschäftigte.

Auch auf das Kinder- und Familienfest im September, muss niemand verzichten. Den offiziellen Abschluss bildet wieder das große Herbstfest im Oktober. Am zweiten Adventswochenende findet ein deutsch-tschechischer Weihnachtsmarkt statt.

Stelen aus Sandstein

Die Landesausstellung Karl IV. sei zwar vorbei, das Begleitprogramm dazu aber noch nicht, erklärte Ida Petioká. So werde auch in diesem Jahr die Aktion "Meilensteine der Zeit", das größte Projekt dabei, weitergehen. In Tschechien existierten bereits 19 Stelen aus Sandstein entlang der Goldenen Straße, die auf besondere Ereignisse oder Personen hinweisen.

Die Aktion soll jetzt auf deutscher Seite von Mai bis September bis nach Weiden weitergeführt werden. An der sogenannten verbotenen Straße sollen darüber hinaus in Gemeinden entlang der deutsch-tschechischen Grenze Stelen aufgestellt werden. Die an der Goldenen Straße sind gelb, die anderen rot.

Auch das Kaisertheater geht weiter. Auf deutscher Seite stehen noch zwei Termine an. Am 1. Mai gastiert es in Neustadt /WN und am 18. Juni in Tirschenreuth. Am 23 . April und am 24. September gibt es wieder geführte zweisprachige Wanderungen auf der Goldenen Straße. Die Wanderausstellung mit Beiträgen von Schülern aus vier Ländern gastiert heuer in elf weiteren Orten. Neu sind die Bayerisch-Tschechischen Kulturfestivals, wo sich im Juni in Tachov und im September in Bärnau jeweils umgekehrt die Regionen vorstellen.

Vaclav Vrbik präsentiert ab 4. April im Senat in Prag eine Fotoausstellung über den Geschichtspark. Die Ausstellung dauert bis 18. April und wird anschließend in den Regionen Karlsbad und Pilsen und schließlich in Bärnau gezeigt.

Geplant sind auch Kulturfestivals mit Blaskapellen und modernen Bands auf bayerischer wie böhmischer Seite. Genauso wie ein Bayerisch-böhmisches Food-Festival oder Präsentationsveranstaltungen, bei denen sich touristische Organisationen und Institutionen vorstellen können. Wolters betonte: "Es ist das große Ziel, dass sich der Geschichtspark nach und nach als Plattform für die deutsch-tschechische Zusammenarbeit etabliert." Die Besucherzahlen seien zwar zufriedenstellend, aber doch sehr schwankend gewesen, sagte der wissenschaftliche Leiter. Das soll sich ändern. Stabile 20 000 Besucher pro Jahr wünscht sich Wolters. 2014 besuchten 22 000 Gäste die Einrichtung. 2015 interessierten sich hingegen nur 16 000 Besucher dafür.

"Brot und Zeit" in Eigenregie

Um das Ziel zu erreichen, arbeiten die Verantwortlichen an einer neuen Homepage, gehen mehr in soziale Medien und sind dabei, sich mit ähnlichen Freilichtmuseen zu vernetzen. Der Gastrobetrieb "Brot und Zeit" wird jetzt unter Eigenregie geführt. "Da können wir viel flexibler agieren", erklärt Wolters.

___

Weitere Informationen:

http://www.geschichtspark.de/

Es ist das große Ziel, dass sich der Geschichtspark nach und nach als Plattform für die deutsch-tschechische Zusammenarbeit etabliert.Stefan Wolters

Aktuell und Wissenswert

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.