20.08.2017 - 18:11 Uhr
BärnauOberpfalz

Grandiose Show beim mittelalterlichen Kriegsmanöver in Bärnau Filmreife Schlacht am Wehrturm

Eine "blutige" Schlacht lieferten sich mittelalterliche Krieger an der Brücke zum Wehrturm. Aber keine Sorge: Es war alles nur Show. Authentisch erlebten die Zuschauer im Geschichtspark den Krieg der Vorfahren. Das war viel Applaus wert.

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Von Ulla Britta Baumer

Klare Sache, es war eindeutig eine Männersache. Zwar brachten die Mamis ihre Töchter mit, aber gewiss war der Großteil der Eltern am Wochenende deshalb im Geschichtspark, um ihren Jungs mal richtige Ritter zu zeigen. Und besagte "Jungs" im Alter von drei bis 83 waren dann auch durchwegs vor Begeisterung hin und weg. Denn geliefert wurde ein Ritterspektakel von Feinsten.

Teure "Dienstkleidung"

Für das "historische Mittelaltermanöver" hatten sich etwa 60 Darsteller mächtig ins Zeug gelegt. Da ließ sich auch der Geschichtspark-Archäologe Stefan Wolters nicht lumpen. Bekleidet als edler Slawe des 9. Jahrhunderts machte er in Harnisch, goldenem Helm und vornehmen Hosen eine derart gute Figur. Wolters verriet, dass seine von Kopf bis Fuß authentische "Dienstkleidung" gut 3000 Euro wert sei. Was Marc Jankowitsch aus Speyer lachend toppte. Das Schwert des Waffenmeisters, der den Gästen richtig scharfe Mittelalterwaffen und deren verheerende Wirkung demonstrierte, ist allein die 3000 Euro wert. Den hohen finanziellen Einsatz für ihre Passion begründeten die Männer damit, dass auch Motorradfahren nicht eben billig sei. "Und irgendwann möchte man die Sachen eben authentisch haben", so Wolters.

Der Einsatz der wertvollen Requisiten lohnte sich. Die Zuschauer staunten unterm strahlend weißblauen Geschichtspark-Himmel nicht schlecht, als Marc Jankowitsch und Christian Vasold anhand einer Zielscheibe nahezu realistisch zeigten, welch schreckliche Wunden ein Wurfspeer, ein Schwert, eine Axt oder anderes Kriegsgerät verursachen. Dabei gab es auch erschrockene Gesichter, als Jankowitsch das Kettenhemd von Ritter Vasold mit Schwert und Axt "bearbeitete", um zu demonstrieren, was der Vorfahre der modernen Schussweste alles ausgehalten hat. Natürlich ging's harmlos über die Bühne und niemand kam zu Schaden. Dennoch: Aufgrund der vielen kleinen Ritter unter den Zuschauern betonte Jankowitsch ausdrücklich, dass dies hier keinesfalls nachgemacht werden dürfe und die Waffen kein Spielzeug seien.

Monströse Unterkleider

Ausgesprochen interessant: Wie zieht sich ein Ritter sein Kettenhemd über? Über 22 Kilogramm eiserne Rüstung schleppte man mit sich herum, erklärten die Darsteller, während ihre Frauen und Freunde an den eisernen Hemden zerrten und zogen, um diese monströsen Unterkleider überhaupt über die Köpfe ihrer Ritter zu bekommen. Da wundert es, dass die Männer bei solch gewichtigem Outfit überhaupt kämpfen konnten. Wenig später erlebten die Gäste beim äußerst spanenden Manöver, dass dies tatsächlich möglich war.

Nicht zimperlich

Geboten wurde eine umfassende Darstellung von Rüstungen, Kriegsgeräten, Pferden und mutigen Rittersleuten, die nicht zimperlich waren bei ihrer nahezu filmreifen Schlacht auf der Brücke zum Wehrturm. Einzigartig dabei: Es hat natürlich niemals eine Schlacht zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert geben können. Die Zuschauer verziehen den Darstellern diese "Zeitsprünge" gerne, ein bisschen Science Fiction gehört eben dazu.

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