20.03.2018 - 17:52 Uhr
Bärnau

Handwerker der Mittelalter-Baustelle stehen in den Startlöchern Vom Steinbruch zur Bärnauer Burg

Der Steinmetzmeister steht vor einem Berg Flossenbürger Granits. Aus diesem Steinbruch haut Armin Troppmann die Quader, aus denen in den nächsten 20 Jahren eine kleine Burg in den Bärnauer Himmel wachsen soll.

Steinmetzmeister Armin Troppmann schlägt mit Geschick und mittelalterlichen Werkzeugen Mauersteine aus Flossenbürger Granit. Bild: Herda
von Jürgen Herda Kontakt Profil

Dreieinhalb Jahre war der Neustädter auf der Walz, hat 16 Länder bereist, einen barocken Grabstein nach alten Vorlagen erstellt, bei Restaurierungen Säulenbasen und Kapitelle filigran aus dem Stein gemeißelt. "Aber das hier ist schon ein besonderer Traum", schwärmt Armin Troppmann von seiner Mittelalter-Baustelle im Geschichtspark Bärnau.

Vier Handwerker, zwei Deutsche, zwei Tschechen, allesamt mit Erfahrungen bei der Anwendung mittelalterlicher Bautechniken, stehen in den Startlöchern, um zusammen mit Chef-Archäologe Stefan Wolters und Studenten in einem ersten Schritt einen Teil der Zinnen bewehrten Mauer, den Torturm und ein Fachwerk-Gesindehaus der Reisestation Kaiser Karls IV in drei Jahren hochzuziehen.

"Für uns Laien ist das schon so etwas wie der Bau einer Burg", sagt Alfred Wolf, Vorsitzender des Vereins Via Carolina, Träger des 3,3-Millionen-Euro-Projekts "ArchaeoCentrum Bayern-Böhmen". Bauzeit für die komplette Reisestation: "Für den Steinbau des 14. Jahrhunderts, der die historische Lücke im Park schließt, veranschlagen wir 20 Jahre", erklärt Stefan Wolters. Der Burgbau ist praktischer Teil einer Kooperation der Universitäten Prag, Pilsen und Bamberg, der kontinuierliches Lernen bei der Anwendung archäologischer Erkenntnisse ermöglicht.

Mittlerweile hockt Steinmetz Troppmann auf seinem eigens konstruierten Hocker und schlägt mit einem Spitzeisen im Abstand von ein paar Zentimetern Löcher in den Granit: Gewusst wie, der Stein bricht an der gewünschten Sollbruchstelle fast gerade. Eine Kunst die er in den kommenden Jahrzehnten bis zur Vollendung üben kann.

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Lesen Sie am kommenden Samstag im Wochenend-Magazin unsere Reportage zum Bärnauer Burgbau.

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