11.06.2017 - 17:24 Uhr
BärnauOberpfalz

Premiere des Theaterstück "Hollywood in Hollerbach" Hollywood ganz nah

Bärnau ist ein bisschen Hollywood und ganz viel Lauerer-Land. Zum sechsten Mal spielt ein Stück des Heimatautors auf der Freilichtbühne - und garantiert wieder beste Unterhaltung.

von Julia BenkhardtProfil

"Hollywood ist nicht weit entfernt", mit diesen Worten leitete der Vorsitzende des Kultur und Festspielvereins - Wir im Bärnauer Land, Alfred Wolf, am Freitagabend die Premiere des Volkstheaterstücks "Hollywood in Hollerbach" ein. Erst im Winter des vergangenen Jahres wurde das Stück uraufgeführt.

Ins beschauliche Dorf Hollerbach, das lediglich aus gut 30 Häusern und 15 Misthaufen besteht, kehrt Unruhe ein, als der Sohn Sepp (gespielt von Oswald Hamann) des Bauern Dimpfl (Sigmund Mages) aus der ländlichen Idylle ausbricht und beschließt, auf die Filmhochschule in München zu gehen. Von da an wird im Dorf hinter dem Rücken der Familie Dimpfl über den Sohn gelästert. Doch seine Mutter (Maria Freundl) ist einfach nur stolz auf ihren Sprößling, der von nun an auch nur noch Josef von Hollerbach genannt werden soll, da Sepp Dimpfl ja kein richtiger Name für einen bald berühmten Regisseur sei.

Eine "bierseelige Nacht"

Als die Nachbarin Lisa (Anna Weiß) dem Sepp dann davon berichtet, was die Dorfbewohner über sein Studium denken, fasst dieser in einer "bierseeligen Nacht" mit seinem Studienkollegen Franz (Christian Ott) aus der Steiermark, der durch seinen "Sissi-Dialekt" die Lacher auf seiner Seite hatte, den Plan, es den Hollerbachern heimzuzahlen. Im KS (Kreativen Suff) überlegen sich die beiden vorzugaukeln, einen Kurzfilm mit Laiendarstellern als Semesterarbeit drehen zu müssen. Und dieser Film soll in Hollerbach spielen. Als Franz und Sepp dann ein Casting durchführen, ist die Aufregung groß und das ganze Dorf, möchte die Chance nutzen, durch den Film berühmt zu werden. Dabei ist es egal, ob es dabei um den Postboten Kare (Franz Langner), die Nachbarn Rudi und Rosi (Gabi Härtl und Herrmann Fischer), Kumpel "Kraut" (Rainer Schmidkonz) oder die Dorfratschen Moni und Vroni (Jasmin Knott und Petra Konrad) geht.

Erotischer Faktor

Doch schon beim Casting geht es rund, als plötzlich alle dem Sepp versichern, dass sie schon immer an ihn und sein Studium geglaubt haben, um eine Hauptrolle zu ergattern. Egal, ob sie die bekannteste Titanic-Szene mit "Leonardo di Cappucino" nachspielen, einen Mord mit einem Inbus-Schlüssel inszenieren oder sich als "erotischer Faktor" für das Stück anbieten, selbst vor der Totengräberszene aus Hamlet machen die Dorfbewohner keinen Halt.

Auch nachdem die Rollen von Dorfratschn, über Postbote, bis hin zur geheimnisvollen Fremden vergeben sind, kennt das Chaos noch kein Ende. Sogar Sepps Vater erhält schließlich eine Rolle als Beleuchter, wobei er zwecks Mangel an Requisiten gezwungen ist, die Szenerie mit einem "Nachttischlamperl" auszuleuchten. Es herrscht also bis zum Ende des Stückes "Saudumm und Gomorrha" in Hollerbach, wie eine der Dorfratschen so schön bemerkt. Vor allem die beiden Dorfratschen sorgten im Verlauf des Abends für viele Lacher, egal ob durch ihre Sprüche oder ihre gute schauspielerische Leistung, die einen fast vergessen ließ, dass die beiden nur eine Rolle spielen. Jedoch ist auch bei den restlichen Darstellern zu bemerken, dass es wirkte, als wären ihnen ihre Rollen auf den Leib geschneidert. Wunderbar amüsant wurde das Volksstück von Regisseurin Michelle Völkl in Szene gesetzt, wobei auch das schlichte, aber mit viel Liebe zum Detail ausgestattete Bühnenbild sehr positiv zu bemerken ist. Auch wenn es anfangs nieselte, wurde Bärnau vom angekündigten Tief aus Würzburg zumindest während des Theaters verschont und so konnte das Ensemble das Publikum mit seiner wunderbaren Darbietung begeistern und für kurzweilige zweieinhalb Stunden nach Hollerbach entführen. In typischer Toni-Lauerer-Manier steigerte sich das Theaterstück vom ersten bis zum dritten Akt unaufhaltsam, so dass den Zuschauern nie langweilig wurde und sicher niemand den Zuschauerraum verließ, herzhaft gelacht zu haben.

Noch vier Vorstellungen

So waren auch die Zuschauerränge der Freilichttribüne mit rund 250 Personen gut gefüllt, wobei das Stück nicht vollständig ausverkauft war. Jedoch stehen noch vier weitere Vorstellungen an, bevor "Hollywood in Hollerbach" den roten Teppich in Bärnau wieder einrollt. Wer also Interesse hat, kann die Chance nutzen und noch eine Karte zum Preis von 10 Euro (ermäßigt 8) im Vorverkauf über das Rathaus der Stadt Bärnau oder das Geschichtspark-Touristbüro für Freitag, 16. oder 23. Juni, oder für Samstag, 17. oder 24. Juni, Beginn jeweils um 20 Uhr, erwerben. Natürlich gibt es auch die Möglichkeit, eine Karte an der Abendkasse zu kaufen.

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