23.07.2013 - 00:00 Uhr
BärnauOberpfalz

"Rapunzel"-Premiere löst bei großem und kleinem Publikum Begeisterungsstürme aus Beeindruckende Theaterstimmung im Schatten des Grenzlandturms

von Autor LYProfil

Kein Kulissenbauer hätte ein schöneres Umfeld für das Märchen Rapunzel schaffen können. Der Grenzlandturm mitten im Wald bot die richtige Stimmung für den Turm an dem das gefangene Mädchen ihre Haare herablassen musst. Am Sonntag feierte das Stück Premiere und die Stadt damit den 100. Geburtstag des imposanten Turms.

Regisseurin Christina Baumer glückte mit ihrer Inszenierung der Spagat, dass Kinder und Erwachsenen begeistert waren. Schon die Anreise mit der Pferdekutsche stimmte die Besucher auf das Grimm'sche Märchen ein.

Schaurige Musik

Weil Rapunzels Mutter (Simone Zettl) sich nach dem Feld- oder Rapunzelsalat aus Nachbars Garten verzehrt, muss der Vater (Stefan Malzer) mit der bösen Hexe (Eva Gleißner) eine Vereinbarung treffen. Mit schauriger Musik untermalt, verfehlt der Auftritt der Hexe seine Wirkung nicht. Dazu kommt noch die große schauspielerische Leistung aller Nachwuchsmimen. Die Hexe nimmt den Eltern ihr neugeborenes Kind weg und sperrt später die junge aber widerspenstige Rapunzel (Kathrin Wolf) in den Turm. Wer sonst als der Prinz von Böhmen (Oswald Hamann) kommt beim Grenzlandturm vorbei, wird durch den lieblichen Gesang auf Rapunzel (Karina Ertl) aufmerksam und verliebt sich in sie. Regelmäßig erscheint nun der Adelige und wird eines Tages von den "Wilden Kerlen" gefangen genommen. Märchenhaft schön haben die jungen Schauspieler die Charaktereigenschaften der unterschiedlichen Tiere herausgearbeitet. Der resolute Anführer ist ein Wolf (Kathrin Wolf), der sein Team im Griff hat und das immer wieder demonstriert. Der schlaue Fuchs (Julian Herrmann) liegt im Dauerclinch mit dem Angsthasen (Selina Reger), was beide in wilde Verfolgungsjagden austragen.
Diese lösen natürlich bei den Kindern Begeisterungsstürme aus. Die grunzende wilde Wildsau (Tobias Riedl) wird erst als es Rapunzel trifft ganz zahm. Das Mädchen wird von der Hexe aus den Turm geworfen, als diese hinter den Fluchtwunsch kommt. Daran ist die fiese Schlange (Laura Stier) beteiligt, die die Pläne an die Hexe ausplaudert. Den Prinzen belegt die Hexe daraufhin mit einem Fluch, der ihn erblinden lässt und jagt ihn in den Wald.

Schlafende Nachteule

Zum Glück sind die ewig schlafende Nachteule (Madelene Wegener), die doofe Ziege (Lisa Hutzler), die lahme Schnecke (Jana Götz) und die lieben Mäuse (Sina-Marie Janka, Sabrina Rahn und Andreas Ulrich) auf der Seite der Liebenden. Dank der neuen tierischen Freunde kommt es zum Wiedersehen. Durch die Tränen von Rapunzel kann der Prinz wieder sehen und alles wird gut. Die Erzählerinnen Yvonne und Sophie Fischer treiben den Handlungsstrang immer wieder weiter, dass Platz für zauberhafte kleine Szenen mit den Tieren herausgearbeitet werden können, was die Regisseurin offenbar mit Akribie tut. Baumer hat auch die Bühnenfassung des Märchens geschrieben.

Traumprinz auf dem Pferd

Den (optischen) Schwerpunkt des Stücks bildet der Grenzlandturm, der bestens in Szene gesetzt wurde. Die Räume im Inneren des Turms wirken wie aus einem Märchen, so dass die Vorstellung von einem Rapunzel in einem Turm in Bärnau zur Realität wird.

Inklusive des Traumprinzen, der auf einem Pferd vorbeigeritten kommt und alle Anstrengungen und eine böse Hexe für die große Liebe in Kauf nimmt. Und die künftige Königin zeichnet sich durch Mildtätigkeit und Gnade aus, die sie der fiesen Schlage zu Teil werden lässt. Schöner kann der Traum eines Märchens nicht sein.

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.christina-baumer.de

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