22.06.2014 - 00:00 Uhr
BärnauOberpfalz

Nachbarschaftshilfe Bärnau macht auch ohne staatliche Förderung weiter - Mitstreiter gesucht "Ihr seid eine tolle Truppe"

Nachbarschaftshilfen können wesentlich dazu beitragen, dass ältere Menschen in den eigenen vier Wänden bleiben und Kontakt finden. Auch in Bärnau gibt es seit 18 Monaten eine solche Einrichtung, die unter der Trägerschaft des BRK-Kreisverbandes steht. Bürger helfen sich hier gegenseitig

Das Team der Nachbarschaftshilfe Bärnau mit Bürgermeister Alfred Stier, BRK-Kreisgeschäftsführer Holger Schedl und Bereitschaftsleiter BRK-Bärnau Richard Frank. Bild: bir
von Autor BIRProfil

Denn das ist das Grundprinzip der Nachbarschaftshilfe, die vor dem Hintergrund der demografischen Veränderungen gerade für ältere Menschen immer mehr an Bedeutung gewinnt.

Seit ihrer Gründung im Januar 2013 hat sich die Nachbarschaftshilfe (NBH) Bärnau zu einer Einrichtung entwickelt, die aus der Großgemeinde nicht mehr wegzudenken ist. Sie ist neutral und unabhängig und nicht mit der Politik oder anderen Interessensgruppen verknüpft.

Jetzt läuft die Anschubförderung durch das Bayerische Staatsministerium für Arbeit, Sozialordnung, Familie und Frauen aus. Deshalb trafen sich die ehrenamtlichen Mitarbeiter im Rathaus. Uwe Schwarz, Sprecher der NBH, verkündete eingangs gleich eine gute Nachricht. Auch wenn nun die Förderung wegfällt: "Wir machen weiter!" In seinem Rückblick zeigte er anschließend noch einmal die vielfältigen Arbeiten auf. So wurden unter anderem viele Besuche und Gespräche mit älteren Menschen geführt und bei häuslichen Problemen geholfen. Auch beim Einkaufen oder bei Besuchen von Angehörigen im Heim oder im Krankenhaus, bei Behördengängen oder der Begleitung zum Arzt oder Besuchen bei verschiedenen Organisationen, standen die Helfer zur Verfügung.

Kinderbetreuung, Vermittlung von Hausnotrufen und ambulanten Diensten, Besuche in Altenheimen, Ausfüllen von Formularen und andere Schreibarbeiten und noch vieles mehr gehörten ebenso zu den vielfältigen Dienstleistungen. Ein Schwerpunkt ist dabei Essen auf Rädern. Waren es 2013 noch 1250 Essen, werden es heuer schon 3000 sein. Hier lobte er neben allen ehrenamtlichen Helfern namentlich vor allem Maria Gleißner und Gerlinde Lode. "Euer Einsatz trägt das ganze Projekt."

Ausflüge ein Renner

Sehr gut angenommen würden auch die Ausflüge. Anfangs nur mit zehn Teilnehmern, wollen jetzt bis zu 50 Senioren dabei sein. Deshalb müsse nun künftig ein großer Bus zum Einsatz kommen, wobei sich die Stadt Bärnau bei den Unkosten mit einem großzügigen Zuschuss beteilige. Denn die Nachbarschaftshilfe hat keine Einnahmen. Dass alles so gut läuft, verdanke die Bärnauer Nachbarschaftshilfe vor allem den zurzeit etwa 20 ehrenamtlichen Helfern. "Sie sind alle mit großem Engagement bei der Sache." Dennoch benötige man künftig noch mehr Mitstreiter, vor allem in der Demenzbetreuung.

Holger Schedl berichtete von einem Kontakt zur Alzheimergesellschaft, über die ab September eine entsprechende Schulung möglich sei. Damit der Kurs zustande komme, benötige man eine Mindestteilnehmerzahl. Auch Schedl erinnerte an die Gründung des Arbeitskreises Nachbarschaftshilfe. Jetzt gelte es, sie für die Zukunft zu erhalten. "Es ist genial, was hier geschaffen wurde!" Ohne die engagierte Arbeit aller Helfer schmälern zu wollen, bedankte er sich besonders bei Maria Gleißner und Gerlinde Lode, die mit viel Herzblut dabei sind. Dank galt auch der Stadt Bärnau, dem Seniorenbeauftragten Josef Zant, den "Vereinshäuptlingen" Uwe Schwarz und Michaela Heldwein-Keim und all den vielen ehrenamtlichen Mitstreitern. "Ihr seid eine tolle Truppe." Bürgermeister Alfred Stier betonte, dass ohne die damalige Initiative von Kreisgeschäftsführer Holger Schedl dieses Projekt nicht zustande gekommen wäre. "Es ist ein Team entstanden, das alle Gemeindeteile beinhaltet und bei dem auch die Altersstruktur passt." Die Stadt werde die Nachbarschaftshilfe soweit es gehe, aus dem Seniorenfonds fördern. "Denn es werden sicherlich in den nächsten Jahren noch zusätzliche Aufgaben zu bewältigen sein."

Leute finden Kontakt

Maria Gleißner kam abschließend noch einmal auf die Ausflüge zu sprechen. Viele ältere Leute hätten überhaupt zum ersten Mal an solchen Fahrten teilgenommen. "Denn hier kommen die Leute unter die Leute und finden wieder Anschluss und kommen ins Gespräch, finden soziale Kontakte." Und sie beteiligen sich deshalb auch wieder gerne an anderen Angeboten. Der Bedarf sei da. Die Leute bräuchten auf jeden Fall Hilfe. "Und deshalb brauchen wir dieses Team."

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.