10.02.2017 - 20:00 Uhr
BärnauOberpfalz

Stadtrat Bärnau diskutiert über Leerstände Junge Ideen für alte Häuser

Leerstände sind ein Problem in Bärnau. Dabei hat die Stadt interessante Ideen, was mit den alten Häusern passieren könnte. Was geht, soll eine Machbarkeitsstudie zeigen. Die zahlt die Stadt, doch die Häuser gehören ihr gar nicht.

Eine Studie soll zeigen, was im Geburtshaus von Bischof Senestrey "machbar" ist. Die Kosten für die Studie trägt die Stadt, obwohl es sich um ein Privatanwesen handelt. "Wir müssen Projektentwickler sein", begründet Bürgermeister Alfred Stier diesen ungewöhnlichen Schritt. Bild: Schirmer
von Werner Schirmer Kontakt Profil

An markanten Positionen im Ortskern stehen die beiden Objekte, für die eine Art "Grundlagenforschung" betrieben werden soll. Das Geburtshaus von Bischof Senestrey etwa und in der gleichnamigen Straße das Anwesen 2, deutlich näher am Marktplatz. Ideen für eine Nutzung gibt es, bestätigte Bürgermeister Alfred Stier und erinnerte, dass diese bei einer Klausurtagung eingehend diskutiert wurden. Mikrobrauerei oder Quartier für die künftigen Studenten sind dabei als Verwendung erdacht worden.

Doch nicht alle waren bei diesem zurückliegenden Termin dabei, und deshalb waren es bei der Stadtratssitzung am Donnerstag Gottfried Beer (SPD) und Hubert Häring (Christlich Freie Wählergemeinschaft), die das Thema nochmals aufgreifen wollten. Beide störte ein Hinweis, dass private Investoren, darunter auch Stadträte, in die Projekte einsteigen wollten. Häring bohrte nach, wer denn die Investoren seien, erhielt aber von Alfred Stier keine Auskunft.

Allerdings warb das Stadtoberhaupt für "Bürgerprojekte", um interessante Vorhaben zu ermöglichen und eben "Leben in die Stadt zu bringen". Er selbst werde auch in die Stadt investieren, kündigte Stier an und warb bei den Stadträten für ein entsprechendes Engagement.

Extreme Bauchschmerzen

Dennoch hatte der Sozialdemokrat Beer "extreme Bauchschmerzen", dass die Stadt für diese Privatanwesen eine Machbarkeitsstudie anstrebt. Alfred Wolf (Junge Wählergemeinschaft) verteidigte die Aufwendungen. "Wir wollen die Altstadt sanieren und dürfen nicht wieder Chancen verpassen", appellierte Wolf. Dabei zielte der JWG-Stadtrat auch auf die "Nordost-Bayern-Offensive" des Freistaats mit der die Revitalisierung von Leerständen unterstützt wird. Aus dem Programm ist ein höherer Fördersatz für Projekte der Stadtentwicklung zu erwarten, etwa für die Sanierung des "Schwarzen Bären". Aber auch die Machbarkeitsstudie will Bärnau in die "Nordost-Bayern-Offensive" bringen.

"Wir müssen Projektentwickler sein, wir müssen anschieben, sonst passiert in Bärnau nichts", begründete Alfred Stier den Schritt mit der Machbarkeitsstudie - auch für die Objekte in Privatbesitz. "Sonst wäre auch beim Schwarzen Bären nichts passiert", gab sich Stier realistisch. Ganz überzeugen konnte das die Kritiker nicht. Der Beschluss, dass der Bürgermeister Angebote für eine Machbarkeitsstudie für die beiden Häuser einholen und sich um eine bestmögliche Förderung bemühen soll, fand vier Nein-Stimmen.

Stimmen gegen "Bären"

Hubert Häring und Rudolf Schmid (CFWG) sowie Gottfried Beer und Michael Wegener (SPD) verwehrten allerdings auch dem Antrag für die erhöhte Förderung durch die "Nordost-Bayern-Offensive" die Zustimmung. "Damit stimmt ihr auch gegen das Projekt Schwarzer Bär", gab Alfred Stier zu bedenken (weiterer Bericht über die Stadtratssitzung folgt).

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