12.01.2018 - 17:12 Uhr
BärnauOberpfalz

Stadtrat Bärnau verabschiedet Resolution "Sauerei und Frechheit"

Seit 23. Dezember ist rund um die Ortschaft Wendern und in anderen Bereichen Bärnaus das komplette Mobilfunknetz der Telekom ausgefallen. Der Stadtrat will sich das nicht länger gefallen lassen.

Zweiter Bürgermeister Michael Schedl ist stinksauer. Bild: kro
von Konrad RosnerProfil

Dieser Zustand, so heißt es in einer von der Verwaltung formulierten Resolution, dauert bis heute an. Weiter steht darin, dass die Bürger darüber weder informiert oder gar entschädigt werden. Die Resolution wird auch an Staatsminister Markus Söder sowie an die Landtagsabgeordneten Tobias Reiß und Annette Karl verschickt. Die Rede ist von einem arroganten und skandalösen Verhalten der Telekom. Noch nie habe es eine so schlechte Netzversorgung in diesem Bereich gegeben.

Dabei seien die Bürger auf ein funktionierendes Netz sowohl beruflich als auch privat angewiesen, und hätten sich dementsprechend eingerichtet. Erschwerend komme hinzu, dass öffentliche Fernsprecheinrichtungen weiter abgebaut werden sollen. Die Bürger würden durch den aktuellen Missstand massiv benachteiligt. Weiter heißt es in der Resolution, es könne in der heutigen Zeit nicht sein, dass es solche schwerwiegenden Probleme gebe. Betroffen sei wieder einmal der ländliche Raum. Wörtlich heißt es in der Resolution, "handytechnisch befinden wir uns in der Steinzeit!".

Der Bärnauer Stadtrat fordert schnellstmöglich eine flächendeckende, funktionierende Funknetzversorgung im gesamten Gemeindegebiet von Bärnau. Zweiter Bürgermeister Michael Schedl, der den verhinderten Bürgermeister Alfred Stier vertrat, sagte über den aktuellen Missstand: "Das ist eine Schweinerei, eine Frechheit." Auch Gottfried Beer (SPD) sprach von einem skandalösen Verhalten, von einem Unding, "die Leute haben doch dafür bezahlt".

Einstimmig

Seit die Telekom privatisiert worden sei, sei es eine Katastrophe. Beer weiter: "Der ländliche Raum wird einfach abgeschoben, es passiert nix." Hubert Härning sagte, "in München wäre dies undenkbar. Dass der ländliche Raum abgehängt wird, ist nichts Neues. Schuld daran ist der Privatisierungswahn vieler Politiker." Beer: "Alle Privatisierungen sind gegen die Interessen der Bürger." Der Stadtrat verabschiedete die Resolution einstimmig.

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