13.12.2017 - 20:00 Uhr
BärnauOberpfalz

Bei Bärnau soll ein grenzüberschreitender Rundwanderweg entstehen Touristisches Alleinstellungsmerkmal

Paulusbrunn ist schon wenige Jahre nach dem Kriegsende aus der Landschaft verschwunden. Ein Themenweg könnte den Ort wieder lebendig werden lassen.

Eisige Kälte empfängt die Besucher im tief verschneiten Friedhof von Paulusbrunn. Bild: cr
von Rainer ChristophProfil

Im Herbst reifte nach der Renovierung der Böttgersäule und einer Wanderung auf den Spuren von Böttger die Idee eines Rundwanderweges. Nach den Vorstellungen allen Beteiligten sollte es ein professionell gestalteter Themenweg werden. Aus diesem Grund wurde Dr. Clemens Lukas von der Einrichtung "Kulturpartner" aus Bayreuth mit einem Kollegen eingeladen."

Beim Treffen am Parkplatz an der ehemaligen Grenzstation Bärnau nach Böhmen herrschte eisige Kälte und tiefster Winter. Unter diesen Bedingungen machte sich Norbert Steinhauser mit seinem Allradauto auf Spurensuche durch den zum Teil unberührten Schnee. Vorbei an der Tillyschanze, etwas unterhalb stand bei den Schanzhäusern das Haus seiner Vorfahren, führte der Weg zum Grenzlandturm. Weit geht hier der Blick über die Schneelandschaft. Steinhauser kennt jede Ecke. Er weiß, wo die Häuser der Streusiedlung standen. Mit diesem Sachwissen kann er große Hilfe anbieten und was er nicht weiß, ergänzt Ferdinand Zwerenz, der noch in Hinterpaulusbrunn das Licht der Welt erblickt hat.

Das ist Grenzerfahrung verbunden mit Erleben, Erahnen und Erfahren der verschwundenen Ortschaft Paulusbrunn. Weiter ging es durch den einstigen Eisernen Vorhang, vorbei am Paulusbrunnen nach Hinterpaulusbrunn. Nur sechs Kilometer zur Silberhütte, da kam Staunen auf. Das Auto machte eine Kehrtwende auf dem Originalböttgerweg ging es zurück bis zur Böttgersäule und zum Friedhof. Still und mahnend stehen die Grabdenkmäler zwischen vereisten Bäumen und Sträuchern. Nicht nur die Gäste aus Bayreuth sind beeindruckt. Richtung Hermannsreuth ist der Weg gesperrt, von dort aus soll es zurück zum Parkplatz an der Grenze gehen. Alle waren sich einig, dieser Rundwanderweg kann etwas Besonderes werden. Rudolf Ehstand aus Tirschenreuth ist sich sicher: "Nirgendwo an der bayerisch-böhmischen Grenze gibt es bislang einen grenzüberschreitenden Weg, der einen verschwundenen Ort wieder lebendig werden lässt. Für Bärnau und Tachov ein touristisches Alleinstellungsmerkmal.

Im Seminarraum des Geschichtsparks folgten weitere konstruktive Gespräche und Diskussionen zum Thema Gestaltung und Finanzierung. Ende Januar soll eine erste Zwischenbilanz gezogen werden

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