12.10.2017 - 20:00 Uhr
BärnauOberpfalz

Bilder von Josef und Rudolf Böttger im Stadtmuseum Weit gereiste Porträts

Josef und Rudolf Böttger waren bedeutende Männer. Der Vater als Förderer der frühen Verkehrswege am Grenzkamm, der Sohn als anerkannter Künstler. Dank mehrerer Ölgemälde kann man sich jetzt auch ein Bild von den beiden machen.

Im Besitz der Urenkelinnen von Dr. Josef Böttger befanden sich drei Porträts des Bezirksobmannes und seines Sohnes Rudolf. Angefertigt hat die Bilder Rudolf Böttger. Auf Wunsch der Schwestern werden die Bilder künftig in der Tachauer Abteilung des Stadtmuseums Weiden zu sehen sein. Dr. Othmar Dill (links) und seine Frau Monika (rechts) haben die Gemälde aus Worms mitgebracht und an Rainer Christoph und Ingrid Leser übergeben. Bild: ws
von Werner Schirmer Kontakt Profil

Die Erinnerung an den Bezirksobmann wird seit Ende des 19. Jahrhunderts durch die Böttgersäule an der "Goldenen Straße" aufrecht erhalten. Nicht genau geklärt ist, wer Auftraggeber und Finanziers waren. Wohl aber der Anlass. Und der erklärt auch den Namen "Noatstoa". Denn gerade die notleidende Bevölkerung war zur damaligen Zeit nicht in der Lage, eine Verbesserung der Verkehrswege zu ermöglichen. Die wiederum waren Voraussetzung, dass die Holzbeförderung aus den Wäldern des Fürsten Windischgrätz erleichtert wurden.

Dr. Josef Böttger als Bezirksobmann in Tachau setzte sich für Subventionen ein und engagierte sich auch für den Bau der Bahnlinie von Tachau nach Plan. 1887 wurde Böttgers Sohn Rudolf geboren. 1898 nahm der Fürst den "tüchtigen Juristen" als Vermögensverwalter mit nach Wien. Der akademische Maler Rudolf Böttger war ab 1912 als freischaffender Künstler in der Steiermark ansässig und während des Ersten Weltkriegs 1918 als Kriegsmaler in der Ukraine und auf der Krim tätig. 1919 fand seine erste Kollektivausstellung im Wiener Künstlerhaus statt. Danach unternahm er Studienreisen nach Italien und in andere Länder. Böttger erhielt viele Preise und 1936 den Titel Professor. Seinen Lebensabend verbrachte der Künstler in Regensburg. Zu den zahlreichen Arbeiten des Künstlers gehörten auch eine Reihe von Familienporträts, die mit den Nachfahren mitunter eine weite Reise antraten.

Mit den Urenkelinnen von Dr. Böttger, den Schwestern Lore Winterholler und Dr. Martina Erb, gelangten drei Ölgemälde nach Worms/Eich nach Rheinland-Pfalz. Die Bilder zeigen zwei Porträts von Dr. Josef Böttger. Auf einem Bild hat sich der Künstler selbst dargestellt. In diesen Tagen kehrten die Bilder wieder nach Nordbayern zurück. Dr. Othmar Dill, dessen Vater aus Paulusbrunn stammt, und seine Frau Monika durften dabei als Boten fungieren. Dill lebt in Worms und verbringt immer wieder Aufenthalte in seiner alten Heimat. Mit dabei hatte er diesmal die drei Ölgemälde aus dem Besitz der Böttger-Urenkelinnen. Rainer Christoph, der sich für die Sanierung der Böttgersäule eingesetzt hat, durfte die Bilder entgegennehmen.

Entsprechend dem Wunsch der Schwestern wurden die Bilder an das Stadtmuseum Weiden weitergeleitet. Sie erhalten einen Platz in der Tachauer Abteilung des Stadtmuseums.

Einweihung der Böttgersäule

Nach 122 Jahren steht die Böttgersäule an der Goldenen Straße in der verschwundenen Gemeinde Paulusbrunn im Mittelpunkt. 20 Monate nach der Idee und Anregung zur Wiedererstellung der Straßensäule wird sie am Sonntag, 22. Oktober, um 14 Uhr enthüllt und eingeweiht. Eingeladen sind alle Sponsoren, besonders jedoch die damaligen Sudetendeutschen und deren Nachkommen aus Paulusbrunn/Wittichsthal. Die Weihe der Säule wird durch den ehemaligen Bärnauer Pfarrer, Siegfried Wölfl, und den Tachauer Pfarrer, Pater Mgr.Vaclav Vojtísek, vorgenommen. Als Überraschungsgast hat sich Reinhard Stenzel aus Berlin, ein Urenkel von Dr. Böttger, angesagt. (cr)

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