Blaskapelle Thanhausen feiert 80-jähriges Bestehen
Jubiläum mit Grand Prix

Die Blaskapelle Thanhausen im Gründungsjahr 1937. Bild: Privat
Vermischtes
Bärnau
19.05.2017
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Ein Jubiläumsfest der Extraklasse hat die Blaskapelle Thanhausen auf die Beine gestellt. Standkonzert, Partynacht und vor allen der Vorentscheid zum "Grand Prix der Blasmusik" sollen zu Pfingsten an den Grenzkamm locken.

Thanhausen. Schmucke Festdamen und ein tolles Programm (eigener Bericht), zum 80. Geburtstag der Blaskapelle Thanhausen wird es an nichts fehlen. Vom 2. bis 5. Juni hofft der Musikverein auf viele Gäste zu seinem Jubiläum.

Dabei hatte alles mit einem Tirschenreuther begonnen. Georg Edtmüller, am 2. August 1902 in München geboren, kam mit drei Jahren zur Großmutter nach Tirschenreuth. Nach Lehre und Walz nahm Edtmüller bei der Kolonialwarenhandlung Gruber seine Arbeit auf. Der Plan Grubers einer Niederlassung in Thanhausen wurde verworfen. Doch Edtmüller übernahm 1932 die Idee mit der Filiale in der heutigen Angerstraße. Nach dem Krieg kehrte er über den Schwarzwald nach Thanhausen zurück, wo er bis 1973 lebte. Schon wenige Tage nach dem Umzug nach Thanhausen schloss sich Georg Edtmüller dem hier musizierenden Kreis an. Auf Anraten des aus Regensburg stammenden Oberstufenlehrers Albert Prechtl gründete er zunächst einen Spielmannszug mit 15 Mann. Der Wunsch, eine Blaskapelle zu formen scheiterte am Geld für die teuren Instrumente. Doch die Veteranen stifteten die Trommel und die Feuerwehr Thanhausen wollte für den Kauf des Basses 150 Reichsmark vorschießen. Zudem bot Edtmüller an, die Instrumente selbst zu kaufen und diese durch die Musiker nach und nach abzahlen zu lassen. Nachdem man sich mit der Finanzierung einig war, nahm man im September 1937 bei Edtmüller zu Hause die wöchentliche Probe auf. Übrigens, wer unpünktlich kam, musste eine Mark Strafe zahlen.

Auftritt im Sonntagsanzug


Der erste öffentliche Auftritt der Blaskapelle war bereits im Dezember desselben Jahres anlässlich einer Beerdigung. Insgesamt waren es mit dem Gründer zwölf Musiker, die die Kapelle ins Leben riefen. Nach dem Krieg erhielt man von der amerikanischen Militärregierung einen Ausweis, der zur Ausübung einer kulturellen Betätigung als Laienmusiker berechtigte. 1949 spielte man anfangs noch im Sonntagsanzug. Im selben Jahr trug man dann bereits ein weißes Hemd, dunkle Hose, Krawatte und eine Schirmmütze. Zum 90-jährigen Fest der Feuerwehr 1967 zeigte man sich in strammer, polizeiähnlicher, lichtgrauer Uniform. Diese wurde dann durch dunkle Hosen und dunkelrote Westen mit schwarzer Schleife ersetzt. 1980 entschloss man sich zur Einkleidung in Oberpfälzer Tracht. 1993 wurde die Oberpfälzer Tracht mit Lederhosen und neuen Schuhen ergänzt. Mittlerweile werden - bis heute - nur noch die Lederhosen und Dirndl getragen. 1955 übernahm Alois Ritter die Weiterführung der Blaskapelle. Gleichzeitig fungierte er als Vorstand der Kapelle. Nach 28 Jahren Dirigententätigkeit legte er 1983 sein Amt nieder. Auf ihn folgte Erich Seitz, der 1987 aus gesundheitlichen Gründen den Dirigentenstab an Peter Beer weitergab. In seiner Zeit wandelte sich auch die musikalische Bandbreite, so hatte man immer wieder auch Auftritte mit Bassgitarre und Keyboard.

1985 gründete man den Verein "Blaskapelle Thanhausen e. V.". Damit konnten auch passive Mitglieder die Kapelle unterstützen. Nach 27 Jahren legte Peter Beer 2015 den Dirigentenstab nieder. Alexander Franz ist seitdem der musikalische Leiter der Blaskapelle und Klaus Sladky, der über 19 Jahre 2. Vorsitzender war, übernahm das Amt des Vorsitzenden. Im Laufe der 80 Jahre kann man mit Stolz auf zahlreiche Engagements zurückblicken, darunter auch Auftritte bei Nordgautagen.

Patenkapelle Gissigheim


Am 21. Dezember 1985 wurde durch den aus Thanhausen stammenden und zwischenzeitlich verstorbenen August Fenzl, der Kontakt zum Gissigheimer Musikverein hergestellt. August Fenzl war in dem Städtchen nahe Tauberbischofsheim verheiratet und lebte bis zu seinem Tode dort. Seitdem ist eine 32-jährige Freundschaft gewachsen.

Festprogramm 80 Jahre Blaskapelle ThanhausenEin stattliches Programm wurde für das Fest zum 80-jährigen Bestehen der Blasmusik Thanhausen auf die Beine gestellt. Mit dabei werden auch neun Festdamen sein. Gefeiert wird am Pfingstwochenende. Höhepunkt ist dabei der Vorentscheid zum Grand Prix der Blasmusik am Montag, 5. Juni. Unter Beteiligung des Senders "BR Heimat" kämpfen hier drei semi-professionelle Kapellen um den Einzug ins Finale im Zirkus Krone.

Das Jubiläum beginnt am Freitag, 2. Juni, um 18 Uhr mit einem Standkonzert auf dem Dorfplatz. Danach wird zum Ehrenabend ins Festzelt marschiert. Der Samstag, 3. Juni, beginnt am Nachmittag mit einem Lebendkickerturnier, bei dem befreundete Vereine und Blaskapellen dabei sind. Ab 21 Uhr Partynacht mit den "Stoapfälzer Spitzbuam". Interessierte können den Fahrservice "Der mim Board" nutzen. Am Sonntag, 4. Juni , um 8.30 Uhr Festgottesdienst mit Kirchenzug. Auch ein Frühschoppen wird nicht fehlen. Um 13.30 Uhr Sternmarsch mit Gemeinschaftschor am Sportplatz, am Abend Verlosung des Maibaums durch den Waldverein. Am Montag Vorentscheiden zum Grand Prix der Blasmusik , Einlass 18 Uhr, Beginn 19 Uhr. Unter der Ehrenschirmherrschaft von Staatsministerin Ilse Aigner konkurrieren in Thanhausen die Gruppen Meeblech, Allgäu Böhmische und das Orchester Roger Halm um den Finaleinzug. Moderation durch Georg Ried (BR).

In der Jury - auch das Publikum gibt eine Stimme ab - sind der Chef der Egerländer Musikanten, Ernst Hutter, Bob Ross von der Gruppe Blechschaden und Roland Köhler von den Neuen Böhmischen Blasmusik.. Tickets im Vorverkauf für 12 Euro bei www.nt-ticket.de. (rdh)
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