Erinnerungszeichen und starke Geste der Versöhnung im Herzen Europas
Spendenübergabe für Noatstoa

Rund 25 Besucher begrüßte Bürgermeisterin Dana Lesak-Müller (Mitte mit Sonnenbrille) anlässlich der Spendenübergabe am Montag der Woche. Zweiter von rechts Restaurator Jan Brabec.
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Bärnau
11.05.2017
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3700,00 Euro an Bürgermeisterin Dana Lesak Müller übergeben

Mit der Sanierung der Böttgersäule wird ein historisches Erbe gerettet. Der Förderverein Goldene Straße unterstützt das Vorhaben mit 3700 Euro.

Bärnau/Obroa. (cr) Am Dienstag fiel der Startschuss zur Renovierung der Böttgersäule auch "Noatstoa" genannt, im ehemaligen Ortsteilsteil von Paulsusbrunn-Wittichstal. Damit wird ein historisches Erbe gerettet. Als "Schutzengel" erwies sich die Bürgermeisterin von Obara, Dana Lesak-Mueller.

Übergeben wurde die Spende im Beisein von rund 25 Besuchern aus Bärnau, Tachau und Obora durch die Vorstandschaft des Vereins mit den Vorsitzenden Reinhold Zapf, Rainer Christoph und Alfons Barth. Unter die Anwesenden auch der Restaurator Jan Brabec mit seiner Familie aus Prag Bubenec. Finanzielle Unterstützung kam von Einwohnern aus dem verschwundenen Ort, insgesamt hatten sich 58 Spender aus drei Bundesländern beteiligt. Unterstützend wird auch der Deutsch-tschechische Fonds in Prag mit dabei sein.

Paulusbrunner Plärrer

Damit sind die Sorgen genommen, dass die Steinsäule im Empirestil neben dem wieder erstellten Friedhof auf der gegenüberliegenden Seite die als einzige Erinnerung an die ehemalige Streusiedlung verschwindet. Sie stand an der Grenze der beiden Ortsteile, errichtet 1893 nach dem Bau der 15 Kilometer langen Straße zwischen Vorderpaulusbrunn und Waldheim. Initiator und großer Befürworter des Straßenbaus war der Tachauer Kreishauptmann Dr. Josef Böttger. Hans Wettinger als ehemaliger Bewohner erinnert sich schmunzelnd: "Hier war unser Plärrer, ein Treffpunkt benannt nach dem Plärrer in Nürnberg." Dana Lesak-Mueller stellte eingangs das Renovierungsprojekt vor. In Übereinkunft mit dem Gemeinderat von Obora bei Tachov, früher Tiergarten genannt, wurde der Platz um die Säule mit rund 200 Quadratmeter gekauft. Felder der Umgebung sind heute in Privatbesitz. Der Restaurator Brabec ist in Tschechien ein anerkannter Fachmann. Die dreiteilige Säule wird abgebaut, das Mittelteil mit der Schrift in die Werkstatt nach Prag befördert und saniert, die anderen Teil kommen nach Obora und können vor Ort behandelt werden. Fachmännisch werden auch die Einschüsse aus Gewehrkugeln ausgebessert. Niemand weiß es, stammten sie aus den Kriegsjahren oder diente der Stein in der Zeit des Kalten Krieges als Zielscheibe für Soldaten? Die Fertigstellung soll im September 2017 erfolgen. Interessant ist der Standort der Säule. Auf einer Höhe von 756 Meter ist er der höchste Punkt an der 300 Kilometer langen Strecke der Goldenen Straße zwischen Nürnberg und Prag - und liegt genau in der Mitte der beiden Städte.

Die Säule wird nach ihrem Wiederaufbau ein Zeichen setzen für die über 1300 Orte in Tschechien, die ganz oder teilweise verschwunden sind. Zweisprachige Infotafeln sollen Dr.Böttger und seinen Sohn, den Maler Professor Rudolf Böttger würdigen. Für Vorsitzenden Rainer Christoph ist die Sanierung optimal gewählt, schließlich feiert die Goldene Straße in diesem Jahr ihr 650. Jubiläum. Unterstützt wird die Sanierung durch eine Spende von 1000 Euro durch Marianne Moos aus Ottensoos. Der Kontakt kam über Hildegard und Ingrid Leser aus Bärnau zustande. Der bereits verstorbene Karl Moos hatte den Noatstoa aus seiner Kindheit gekannt und wollte stets die Instandsetzung unterstützen.
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