09.12.2017 - 16:12 Uhr
BärnauOberpfalz

Feuer im Geschichtspark Bärnau-Tachov Funkenflug setzt Hütte in Brand

Großer Löscheinsatz im Geschichtspark Bärnau-Tachov: Am Freitag gegen 19.30 Uhr brach in einer der mittelalterlichen Hütten ein Feuer aus. Versuche der Beschäftigten, den Flammen selbst mit einem Handlöscher den Garaus zu machen, scheiterten. Feuerwehren löschten das Feuer. Der Weihnachtsmarkt auf dem Gelände hat trotzdem geöffnet.

Die Höhe des Schadens lässt sich noch nicht abschätzen.
von Wolfgang Benkhardt Kontakt Profil

Die Feuerwehren aus Bärnau, Plößberg, Naab und Tirschenreuth rückten aus und brachten das Feuer unter Kontrolle. Nach etwa drei Stunden konnten die Aktiven wieder abrücken. Im Rahmen der experimentellen Archäologie beleuchtete das Team des Geschichtsparks an diesem Abend wieder verschiedene Aspekte des mittelalterlichen Lebens. Eine der Fragestellungen lautete dabei: Wie gut speichern die mittelalterlichen Häuser bei niedrigen Temperaturen die Wärme?

Die Helfer beheizten dazu verschiedene Haustypen mit den damaligen Mitteln. Dabei entzündete ein kleiner Funke das Strohdach einer der Hütten. Die zuständige Brandwache des Vereins reagierte sofort. Ein Helfer begann, mit einem modernen Feuerlöscher die Flammen zu bekämpfen. Er schaffte es aber nicht, damit das Feuer zu löschen. Das mit Schilfrohr gedeckte Dach war trotz des Schneefalls so trocken, dass sich das Feuer im Mittelalterhaus im Nu ausbreitete.

Immerhin konnte der Mitarbeiter die Flammen so in Schach halten, dass sich alle Personen in Sicherheit bringen konnten, auch das Inventar konnte aus dem Gebäude geschafft werden. Den Rest erledigte dann die Feuerwehr.

"Es war beängstigend zu sehen, wie immer wieder Feuerzungen aus dem scheinbar unversehrten Dach herausbrachen", so Augenzeugen des Einsatzes. Die Feuerwehrleute stellten schnell fest, dass das Dach nicht mehr zu retten war. Bei den Löscharbeiten zogen sie den Reetbelag, der das Dach abdichtete, so schnell wie möglich vom Haus.

Dabei hatten die Betreiber des Geschichtsparks noch Glück im Unglück. Der Wind stand günstig, so dass kein weiteres Gebäude gefährdet war. Die Schäden lassen sich noch nicht abschätzen. Im Haus steht das Wasser knöchelhoch, die Lehmwände sind durchnässt, und große Teile der Wiesen von den Feuerwehrautos in Mitleidenschaft gezogen. Das ganze Ausmaß werde man wohl erst im Frühjahr feststellen können, so der wissenschaftliche Leiter Stefan Wolters. Das Balkengerüst und die Lehmwände stehen zwar noch, aber aufgrund der Wasserschäden bei gleichzeitig sinkenden Temperaturen sind Frostschäden als Folge zu befürchten.

Die Mitarbeiter im Geschichtspark gewinnen der Sache aber auch etwas Gutes ab. "Es war gut zu sehen, dass unser Notfallkonzept aufging, obwohl es das hinterste Haus im Dorf war, konnte die Feuerwehr es erreichen, und auch der Zugang zum Löschwasser funktionierte reibungslos", so ein Sprecher des Parks. Als kleines Dankeschön lud die Leitung alle beteiligten Einsatzkräfte der Feuerwehr spontan demnächst zu einer Führung durch den Geschichtspark ein.

Weihnachtsmarkt trotzdem geöffnet

Auf dem Vorplatz des Geschichtsparks findet am Samstag und Sonntag, 9. und 10. Dezember  ein Weihnachtsmarktstatt. Neben Kunsthandwerk aus Bayern und Böhmen gibt es mittelalterliche, aber auch moderne Speisen und Getränke. Die Öffnungszeiten: Samstag 15 – 22 Uhr, Sonntag 11 – 17 Uhr.

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