11.04.2018 - 17:28 Uhr
BärnauOberpfalz

Geschichtspark Bärnau-Tachov begrüßte beim Frühlingsempfang zahlreiche Ehrengäste Großer Bahnhof für die Burg von Bärnau

Eine Baustelle interessiert die etwa 30 Ehrengäste beim Frühlingsempfang im Geschichtspark Bärnau-Tachov diesmal am meisten. Kein Wunder, bekommt Bärnau damit doch nun eine mittelalterliche Burg.

Nach dem offiziellen Teil wandern die Ehrengäste gemeinsam zur neuen Baustelle. Rechts vorne die tschechische Konsulin Lydie Holinkova.
von Ulla Britta BaumerProfil

Alfred Wolf, Vorsitzender des Vereins Via Carolina/Goldene Straße, freute sich riesig, dass beim Frühlingsempfang im Geschichtspark Bärnau-Tachov endlich auch einmal das Wetter mitspielte. Bei strahlendem Sonnenschein begrüßte er die zahlreichen Gäste.

Ein Ereignis

Der Empfang im Geschichtspark gehört mittlerweile zu den gesellschaftlichen Ereignissen im Stiftland sowie in der Nachbarregion in Tschechien. Die stellvertretende Kultusministerin von Tschechien, Anna Matouskova, sagte zwar ab, dafür begrüßte Wolf aber die Konsulin für Politik und Handel am Generalkonsulat Tschechien in München, Lydie Holinkova. Auch Regierungsvizepräsident Christoph Reichert, Bezirkstagsvizepräsident Lothar Höher, Milan Metlicka vom Westböhmischen Museum Pilsen und stellvertretender Landrat Alfred Scheidler waren unter den Gästen.

Wolf sprach davon, dass im Geschichtspark eine neue Ära begonnen habe mit dem Bau des neuen bayerisch-böhmischen Archäozentrums. In vier Wochen würden hier die ersten Studenten einziehen. Dies sei ein Meilenstein in der Geschichte des vor 17 Jahren gegründeten Parks, der nun zum Universitätsstandort geworden sei. Konsulin Lydie Holinkova stellte heraus, dass die gute Zusammenarbeit von Tschechien und Deutschland nicht den Bemühungen von München und Prag zuzuschreiben sei. "Dank der kleinen Projekte, wie hier in Bärnau, wurde entlang der Grenze wieder ein lebendiges Europa geschaffen", so Holinkova. Der Geschichtspark Bärnau-Tachov sei in den Akten des Konsulats als eines der Highlight-Projekte gekennzeichnet und sei auch bei einem Gespräch mit dem bayerischen Ministerpräsident Markus Söder angesprochen worden.

Grenzen abgebrochen

Im wahrsten Sinne des Wortes seien hier Grenzen abgebrochen worden, meinte Regierungsvizepräsident Christoph Reichert. "Schauen wir lieber 1000 Jahre zurück", meinte Lothar Höher. Mit diesem Gedankensprung zurück ins Mittelalter erinnerte der Bezirkstagsvizepräsident daran, dass die Slawen auf beiden Seiten der Grenzen einst friedlich zusammengelebt hätten. "Ich habe es nicht geglaubt, dass eure Vision derart realistisch wird", lobte Höher die Initiatoren. Die Entwicklung sei "sensationell". Bürgermeister Alfred Stier zitierte den Ministerpräsident Markus Söder, der gesagt habe, das Lob für Bärnau sei angemessen im Hinblick auf den Geschichtspark.

Stolz berichtete Wolf, dass der Verein inzwischen 650 Mitglieder zählt. Sie kommen nicht nur aus Tschechien und Deutschland, sondern auch aus Österreich, der Schweiz und sogar aus den USA. Wichtig sei hier auch das Ehrenamt. Die ehrenamtlichen Darsteller hätten seit der Gründung des Parks bereits 60 000 Stunden hier abgeleistet.

Große Aufgabe

Den Burgbau und das Archäozentrum nannte Wolf eine große Aufgabe, der sich Bärnau stelle. Der Vereinsvorsitzende wies dabei auch auf das nächste Projekt "Bayern und Böhmen entlang der Goldenen Straße" in Kooperation mit dem Landkreis Neustadt und der kreisfreien Stadt Weiden hin.

Natürlich brannten die Gäste darauf, die Neuerungen des Parks selbst in Augenschein nehmen zu dürfen. An der wohl derzeit spektakulärsten Baustelle erklärte Wolf mit viel Begeisterung, dass hier die Reisestation von Kaiser Karl IV. in einem Langzeitbauprojekt entstehen solle. Gebaut werde wie einst im Mittelalter. Sowohl Material als auch Bauweise und die sehr lange Bauphase wolle man authentisch den damaligen Verhältnissen anpassen, sagte Wolf.

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