15.05.2018 - 20:10 Uhr
BärnauOberpfalz

Rotmilan-Fund: Bürgerwindpark Ellenfeld GmbH schaltet Anwaltskanzlei ein Zweifel am Rotoren-Tod

Die Betreiberin der beiden großen Windenergieanlagen bei Ellenfeld will das so nicht stehen lassen: Der angebliche Tod eines Rotmilans durch eine der Windenergieanlagen sei bei Weitem nicht so klar wie behauptet, so lässt deren Geschäftsführer Thomas Strauß über seinen Anwalt mitteilen.

von Externer BeitragProfil

Wie in unserer Ausgabe vom 12. April berichtet, gibt der Verein für Landschafts- und Artenschutz in Bayern (VLAB) der Windenergienutzung die Schuld am Tod eines Rotmilans bei Ellenfeld. Das zieht Anwalt Helmut Loibl, der die Betreiberin Bürgerwindpark Ellenfeld GmbH & Co. KG vertritt, in seiner Stellungnahme in Zweifel. Niemand habe beobachtet, wie die Anlage den Vogel getötet habe. Es sei deshalb völlig unklar, wie das tote Tier dorthin gelangt sei, so der Anwalt.

Beim Vorwurf des VLAB-Vorsitzenden Johannes Bradtka, dass der Vogel von den Rotoren zerhackt worden sei, handle es sich um eine bloße Behauptung ohne jeglichen Beweis. Da Herr Bradtka nicht selbst vor Ort gewesen sei, könne er gar nicht wissen, was passiert sei. Genauso denkbar sei es, dass jemand Teile eines Rotmilans, der aus ganz anderen Gründen ums Leben gekommen sei, dort abgelegt und fotografiert habe.

Klimaschutz als Naturschutz

Zusätzlich meldet die Kanzlei erhebliche Zweifel an den veröffentlichen Fotos selbst an: Der Geschäftsführer der Bürgerwindgesellschaft habe am 13. April unmittelbar nach Erscheinen des Berichts. Fotos vom Bewuchs unter den beiden Windenergieanlagen gemacht und festgestellt, dass sich die vorgefundene Vegetation kaum mit der auf den veröffentlichten Fotos vereinbaren lasse.

Insgesamt bestünden somit erhebliche Zweifel daran, ob der Rotmilan tatsächlich vor Ort bei Ellenfeld zu Tode gekommen sei, meint der Anwalt. In diesem Zusammenhang lassen die Windparkbetreiber mitteilen, dass man nicht den Eindruck erwecken möchte, der hier betroffene Rotmilan könne niemals durch eine der beiden Anlagen zu Tode gekommen sein.

Wenn dem tatsächlich so wäre, würde man das bedauern, denn man verstehe Klimaschutz auch als Naturschutz. Ob dem aber tatsächlich so ist, müsse gerade hier aufgrund etlicher Ungereimtheiten durchaus kritisch hinterfragt werden.

Abschließend betont der Anwalt, dass die Aussage, vor kurzem habe das Verwaltungsgericht Regensburg die Genehmigung einer Windenergieanlage bei Frodersreuth wegen der Gefährdung von Rotmilan, Wespenbussard und Schwarzstorch abgelehnt, schlichtweg falsch sei: Vielmehr habe das Gericht eben diese Frage ausdrücklich offen gelassen.

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