18.08.2017 - 20:10 Uhr
BärnauOberpfalz

Seit vielen Jahren kümmern sich die Thanhausener um den "Jacklbrunnen" Markantes Flurdenkmal

Rotbuche, Flurkreuz und Brunnen bilden eine harmonische Symbiose. Jetzt wurde dieses markante Flurdenkmal neu gestaltet. 

Das Kreuz, das viele Jahrzehnte unter der Rotbuche gestanden hatte, wurde (von links) von Georg Sollfrank sen. (Grießlhansn Schorsch) und Richard Mages (Jackl Richard) zum Brunnen hin versetzt. Die Rotbuche, das Kreuz, der Brunnen mit dem interessant geformten Stein und eine Sitzbank verschmelzen in harmonischer Symbiose zu einem markanten Flurdenkmal. Bild: bir
von Autor BIRProfil

Thanhausen. Wenn man von der Kaltenmühle den Berg hinauf nach Thanhausen fährt, springt einem unweigerlich die immer schön gepflegte Anlage "Jacklbrunnen" ins Auge. Die mächtige Rotbuche, eine Sitzbank, das daneben stehende Kreuz und der Brunnen mit dem interessant geformten Stein verschmelzen in harmonischer Symbiose zu einem markanten Flurdenkmal. Meistens nimmt man diesen Platz beim eiligen Hinauf- und Hinunterfahren mit dem Auto nur flüchtig wahr. Dabei lohnt sich, einmal innezuhalten.

Die Rotbuche, auch Blutbuche genannt, ist für sich selbst schon ein Denkmal. Sie wurde nach dem Zweiten Weltkrieg 1946 von der Familie Zölch (Grießlhansn Seppl) gepflanzt. Die drei Töchter Agnes, Berta und Therese pflanzten damals zwei junge Bäumchen an beiden Seiten des Kreuzes auf dem damaligen Kirchsteig. Eine der veredelten Rotbuchen wurde leider das Opfer einer Wühlmaus und ging ein. Er wäre später 1956 bei der Verbreiterung der Straße nach Kaltenmühle ohnehin hinderlich gewesen.

Das Flurkreuz

Wer genau, wann und aus welchem Grund das Flurkreuz aufgestellt hat, lässt sich leider nicht mehr nachverfolgen. Während die Rotbuche zu einem stattlichen Baum heranwuchs, nagte der Zahn der Zeit am Kreuz, bis schließlich der alte Stein Mitte der 80er Jahre von einem Blitz in der Mitte gespalten wurde. Das Kreuz und der gespaltene Stein lagen in der Wiese und waren keine Zierde mehr zur Ehre Gottes. Georg Sollfrank sen. war dieser Zustand ein Dorn im Auge und wurde aktiv. Er schweißte das Kreuz wieder zusammen, entsorgte den kaputten Stein und hielt Ausschau nach einem Ersatz. In Heimhof wurde er fündig. Die Familie Kraus überließ ihm bereitwillig einen ausrangierten, aber bearbeiteten Stein, der sich bestens als Unterbau für das Kreuz eignete. Herbert Lankl hat diesen Stein überarbeitet und wie folgt beschriftet: "Zur Ehre Gottes errichtet von Familie Sollfrank im Jahre 1987". Schon lange vor der Kreuzsanierung befasste sich Georg Sollfrank sen. Mit dem Gedanken, an diesem besonderen Platz einen Brunnen zu errichten. 1973 plätscherte dann der erste Brunnen aus Tannenholz - und hielt gut 20 Jahre. Bei der Neuanlage folgte ein Brunnenbecken mit Kupferblech.

Passender Findling

Später plante Sollfrank mit seinen Freunden Richard Mages und Alois Ritter (gestorben 2014) eine Neugestaltung des Platzes, auf dem das Wasser aus einem Stein ins Becken sprudeln sollte. Der passende Findling wurde auf einer Wiese in Schwarzenbach entdeckt und zum "Jacklbrunnen" (Hausnamen von Jakob Eckert) gebracht. Nach gelungener Restaurierung 1994 spendete Alois Ritter einen Blumentrog aus Granit und der OWV Thanhausen eine Sitzbank. Beides wird von Richard Mages bis zum heutigen Tag gepflegt. 2016 wurde dann der bis dahin hölzerne Brunnentrog durch einen steinernen aus Flossenbürger Granit ersetzt. Bis heute versorgt der Brunnen alle Besucher mit seinem klaren Wasser. Und natürlich wünschen alle, dass dies noch lange so bleibt.

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